Leser-Reportagen
Kreuzfahrt ins Innere der Titanic
Virtuelle Spaziergänge über die Decks neuzeitlicher Kreuzfahrtschiffe mit Hilfe des Internets können potentiellen Passagieren allenfalls für das eine Schiff mehr, für ein anderes weniger Appetit machen. Auch die Deckpläne in den Katalogen sagen wenig bis nichts darüber aus, wo und wie weit im Ernstfall der Weg bis zum nächsten Rettungsboot ist. Dass in moderne Rettungsboote heutzutage einige hundert Menschen reingezwängt werden, erfährt man schon gar nicht. Ein vergleichsweise "gemütliches" Unterfangen war dagegen der Aufenthalt in einem Rettungsboot der Titanic, allerdings nur, wenn man es mit Glück in eines der Boote geschafft hatte, deren Kapazität längst nicht für alle an Bord ausreichte. Wie sich der Aufenthalt in den verschiedenen Bereichen des Schiffes für Crew, Offiziere und Passagiere angefühlt haben muss, lässt sich sehr anschaulich in dem Buch "Titanic - Konstruktion und Technik einer Legende" aus dem Delius Klasing Verlag nachvollziehen, das Mitte März 2012 erschienen ist. In dem gaphisch schön gestalteten Buch befasst sich ein Kapitel sehr anschaulich und detailliert mit der schiffbaulichen Anatomie des Rumpfes und aller wesentlichen technischen Einrichtungen einschließlich der Passagierbereiche. Weitere Kapitel widmen sich den Antriebssystemen und den Rettungsbooten und den für Fahrgäste in der Regel nicht zugänglichen Bereichen auf der Kommandobrücke und im Maschinenraum. Abgerundet wird alles dies durch die Entstehungsgeschichte dieser Schiffsklasse bis hin zur Jungfernfahrt, die vor 100 Jahren tragisch an einem Eisberg endete, mit Einblicken in die Suche nach dem Wrack und mit einem umfangreichen Anhang mit Glossar und nützlichen Adressen. Der Verlag wirbt mit dem "ultimativen Technikbuch für Titanic-Fans". Das dürfte wohl stimmen. Darüber hinaus sensibilisieren die Darstellungen auch "normale" Kreuzfahrturlauber, sich mehr für die Technik und die Stärken und Schwächen heutiger Cruise-Schiffe zu interessieren.






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