Leser-Reportagen
Rundreise "Das aristokratische Andalusien"
Montag, 8. Oktober – Anreise Düsseldorf – Málaga
Málaga – Parque Natural de los Montes de Málaga
Hotel Cortijo la Reina
Es ist Montagabend, 19:30 Uhr. Wir sind in unserem ersten Hotel angekommen, dem Hotel Cortijo la Reina im Naturpark Montes de Málaga. Wir sind unterwegs auf einer Rundreise durch den südlichsten Teil Spaniens, die Provinz Andalusien. Jetzt sitzen wir auf der Terrasse, entspannen uns und planen für die nächsten Tage.
Unsere Reise begann sehr früh heute Morgen. Am Flughafen Düsseldorf verzögert sich der für 13:45 Uhr geplante Flug etwas und so starteten wir gegen 14:30 Uhr in Richtung Málaga, Pablo Picasso Airport. Neben mir saß ein Rentner-Ehepaar, beide mit Rolex-Uhren und Goldschmuck behängt, die auf das angebotene Essen verzichteten, dafür aber gutgelaunt Sekt, Wodka und Magenbitter bestellten. Wir kamen schnell ins Gespräch. Die beiden Rentner würden die nächsten Wochen an der Spanischen Mittelmeerküste verbringen – im eigenen Haus. Nach der Ankunft holten wir die Koffer ab und folgten den Schildern der Europcar Autovermietung. Wir hatten bereits einen Mietwagen mitgebucht, der jetzt nur noch abzuholen war. Die jungen Damen von Europcar waren freundlich und hilfsbereit, statt des gebuchten Opel Meriva stand jetzt ein fast neuer Mercedes A180 CDI in schwarz-metallic zur Verfügung. Nach der Ausfahrt aus dem Flughafengelände waren wir zuerst einmal wieder vom Verkehr, vom Müll am Straßenrand und von den Großbaustellen überrascht. Eigentlich sollten wir uns an solche Bilder, die für südliche Länder ja typisch sind, gewöhnt haben, aber man erwartet doch immer noch die Bilder aus den Reiseführern. Die Anfahrtsbeschreibung zum ersten Hotel war klar und deutlich, das Hotel schon einige Kilometer vorher ausgeschildert, und so wurde die Fahrerei angenehmer, nachdem wir die Stadt verlassen hatten. Es ging durch ein paar Dörfer und kurvenreiche Straßen hinauf durch bewaldete Berghänge. Dann noch einmal durch einen kleinen Weiler hinab und wir waren da. Eine nette junge Empfangsdame, die fließend Englisch sprach, zeigte uns die Anlage und brachte uns auf unsere Zimmer.
Das Hotel Cortijo la Reina ist eine ehemalige Finca, die auf einem großen Gartengrundstück liegt, mit Blick auf die bewaldeten Berge des rumdum liegenden Parque Natural de los Montes de Málaga. Vom Haupthaus mit Rezeption und Restaurant führen Stufen aus Naturstein hinunter zu den Wohngebäuden, die sehr schön gestaltet sind mit viel Holz und bunten Kacheln. In der Anlage wachsen Zypressen und Nuss-, Zitronen-, Orangen- und Limettenbäume, Palmen und Kakteen. Das Hauptgebäude ist mit Efeu zugewachsen. Dahinter liegt eine große Terrasse. Durch einen Torbogen kommt man zum Hotelpool mit Liegen und Sonnenschirmen, und auch hier hat man wieder eine tolle Aussicht auf den Naturpark. Leider hat man die Anlagen auch an einigen Stellen vernachlässigt und etwas mehr grünes Gras könnte nicht schaden. Wir machen uns frisch und gehen ins Restaurant des Hotels zum Abendessen. Da wir keine Lust haben, noch mal aufzubrechen, und es in der Umgebung auch nicht viele Gelegenheiten gibt, haben wir uns entschlossen, hier zu essen. Das Restaurant ist gemütlich und rustikal eingerichtet, es ist noch wenig los. Die Speisekarte ist zwar ins Englische übersetzt, aber es fällt trotzdem nicht leicht etwas auszusuchen, was wir in etwa kennen. Ich bestelle also Cerveza und Getränke für die Kinder und vier verschiedene Gerichte. Als der ebenfalls etwas rustikal aussehende Kellner das Essen bringt, sind wir dann doch überrascht. Die Portionen sind sehr nett angerichtet, aber ziemlich klein. Die Ente lebt fast noch. Wir tauschen untereinander aus, sind am Ende über 80 € los und doch nicht richtig satt.
Dienstag, 09. Oktober
Parque Natural de los Montes de Málaga – Málaga – Granada
Hotel Palacio de las Navas
Mitten in der Nacht werde ich wach. Draußen ist es noch warm, die Grillen zirpen. Das ist das einzige Geräusch. Ansonsten Stille. Am nächsten Morgen erwartet uns dann ein sehr gutes Frühstück. Das Frühstücksbüffet war während unserer gesamten Rundreise mit einer Ausnahme in allen Hotels hervorragend. Es gibt feinen fetten Schinken und andere spanische Wurstsorten, guten Käse, frische süße Backwaren, die die Spanier zum Frühstück bevorzugen, das hier in der Regel ansonsten eher klein ausfällt, starken Kaffee, wahlweise con Leche, frischen Orangensaft und noch einiges mehr. Auch die obligatorischen Eier mit Speck und Würstchen fehlen nie. An der Rezeption frage ich nach den weiteren Reiseunterlagen, die hier für uns hinterlegt sein sollen. Besonders die Anfahrtsbeschreibungen zu den nächsten Hotels sind wichtig. Es ist nichts da. Die Empfangsdame verspricht, sich darum zu kümmern. Vielleicht bis um 11:00 Uhr. Wir sind halt in Spanien. Um 11:00 Uhr würden wir auch gerne weiterfahren, erkläre ich. Wir spielen Minigolf und machen einen Rundgang durch die Hotelanlage. Es wird schnell warm und die Sonne scheint auch schon wieder. Jetzt kann man erst so richtig die Aussicht auf die umliegende Landschaft genießen. Das Hotel liegt wirklich herrlich…
Später ziehen wir uns um und gehen zum Hotel-Pool. Das Wasser ist sauber und kalt. Nach ein paar Minuten kann man es aber aushalten. Gegen 11:00 Uhr packen wir. Die Unterlagen wurden inzwischen ins Hotel gefaxt. Wir brechen auf in Richtung Granada, unserem nächsten Ziel. Zunächst fahren wir in die falsche Richtung und kommen wieder nach Málaga. Dafür werden wir mit einer Fahrt durch wunderschöne Landschaft und einem tollen Ausblick auf Málaga und die Costa del Sol entlohnt. Außerdem können wir dort auch auf die Straße kommen, die nach Granada führt.
Die lebhafte Provinzhauptstadt Málaga ist nach Sevilla die zweitgrößte Stadt in Andalusien. Die Stadt besitzt einen der größten spanischen Flughäfen, einen Handelshafen und eine Universität. Aufgrund des Klimas ist Málaga eines der beliebtesten Urlaubsziele Spaniens. Gegründet wurde die Stadt im 8. Jahrhundert vor Christus von den Phöniziern. Sie wurde lange Zeit von den Karthagern und Römern beherrscht, später von den Arabern erobert und im 15. Jahrhundert durch die Katholischen Könige zurückerobert und in eine christliche Ansiedlung verwandelt.
Wir haben ca. 130 Kilometer vor uns. Die Fahrt ist ruhig, die meisten Verkehrsteilnehmer halten sich an die 120 km/h die vorgeschrieben sind. Die Landschaft ist etwas eintönig, außer man mag Olivenplantagen. Die gibt es hier soweit man sehen kann. Über viele Kilometer sieht man nichts als Olivenbäume und ihre Schatten in gleichmäßigem Muster. Die Mittelstreifen der Autobahn sind mit weiß- oder rot blühenden Oleanderbüschen bepflanzt. Gegen 13:30 Uhr erreichen wir Granada. Die Nummer der Ausfahrt auf der Autobahn stimmt nicht mit der Nummer auf unserer Anfahrtsbeschreibung überein. Ich treffe eine falsche Entscheidung und schon haben wir uns komplett verfahren. Wir fahren Richtung Alhambra und werden schon auf einen Parkplatz gewunken, winken aber zurück und fahren wieder Richtung Stadt. Irgendwann finde ich mehr durch Zufall doch eine Übereinstimmung mit der Karte und wir wissen wieder, wo wir sind. Im Zentrum angekommen herrscht ein buntes Durcheinander von Bussen, Autos, Mopeds und Fußgängern. Freie Parkplätze gibt es keine. Wir fahren schließlich auch an unserem nächsten Hotel vorbei. Wohlgemerkt vorbei, denn es befindet sich in einer schmalen Altstadtstrasse. Hier kann immer nur ein Auto fahren. Also noch eine Runde, meine Frau bewahrt wie immer Ruhe, ich nicht. Ein paar Meter vor der Einfahrt zum Hotel ist dann ein öffentliches Parkhaus, wo wir einen schmalen Parkplatz finden. Gegen 14:30 Uhr betreten wir durch eine schmale Glastür das Hotel Palacio de los Navas. Das Hotel ist ein andalusisches Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert, geschmackvoll renoviert und eingerichtet mit viel Flair. Um einen Innenhof mit Steinfußboden und kleinen Sitzgruppen herum sind die wenigen Zimmer auf mehrere Stockwerke verteilt. Vom Fenster des Zimmers aus hat man direkt die Altstadt unter sich. Vom anderen Zimmer aus blickt man hinunter auf eine rechteckig mannshoch ummauerte Grasfläche, die wahrscheinlich irgendwann einmal ein Gebäude werden sollte. Die Mauern werden nur noch von Graffiti-Sprayern benutzt, die Grasfläche dient als Müllhalde.
Die Hauptstadt der Provinz Granada hat ca. 240.000 Einwohner und liegt am Fuß der Sierra Nevada. In ihrer langen Geschichte wurde auch diese Stadt mehrfach erobert, bevor die Mauren sie Anfang des 8. Jahrhunderts einnahmen. Im 13. Jahrhundert war sie zur Hauptstadt der Nasriden aufgestiegen, einer maurischen Dynastie. Die Nasridensultane schufen hier über 200 Jahre lang die weltbekannte Palastanlage Alhambra mit ihren wunderbar dekorierten Räumen, Höfen und Gärten. 1492 eroberte das Herrscherpaar Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon, die so genannten Katholischen Könige (Reyes Católicos), Granada für Spanien zurück, bewahrten jedoch die maurischen Bauten in der Stadt. Damit war die Rückeroberung (Reconquista) der Iberischen Halbinsel für das Christentum abgeschlossen und die Mauren wurden nach Nordafrika zurückgedrängt.
Wir machen uns auf zu einem Rundgang durch die Stadt. Zum Mittagessen – es ist bereits 15:00 Uhr, aber hier wird ohnehin spät gegessen – wollen wir in das Restaurant Rabo de Nube, welches vom Reiseführer empfohlen wird. Allerdings hat das anscheinend den Besitzer gewechselt, denn von der Beschreibung trifft fast nichts zu. Das Essen ist dennoch ganz in Ordnung, allerdings für unsere Verhältnisse nicht das Geld wert das verlangt wird. Der Besitzer ist sehr nett, bedankt sich mehrmals und macht sich dann auf den Heimweg. Wir sitzen unter Sonnenschirmen im Freien. Das Wetter ist herrlich. Über uns auf dem Berg thront die Alhambra. Von hier aus gehen wir bis zum Ende der Strasse und dann hinauf in das alte maurische Viertel Granadas, den Albaicín, der auf dem Hügel Sacromonte liegt, gegenüber der Alhambra auf der anderen Seite des Flusses Darro. Wir spazieren durch sehr schmale, stille Gassen und Hinterhöfe. Die Häuser sind ausnahmslos weiß, die Gassen sind mit Kieselsteinen gepflastert. Immer wieder kann man zwischen den Häusern hindurch auf die Alhambra blicken. Dann kommen wir in belebte Händler-Strassen. Links und rechts kleine voll gestopfte Läden im Schatten. Es werden Stoffe, Tücher und Schuhe angeboten. Dazwischen arabische Teehäuser. Wir stehen vor der Catedral.
Mit dem Bau der Renaissance-Kathedrale von Granada, die die große Moschee ersetzte, wurde 1520 begonnen, im 18. Jahrhundert wurde sie allerdings erst fertig gestellt. Sie schließt sich direkt an die Capilla Real an, ein gotisches Gebäude, das früher fertig gestellt wurde und als Begräbniskapelle für die katholischen Könige Isabella und Ferdinand nach deren triumphalen Sieg über die Mauren erbaut wurde.
Wir machen einen längeren Rundgang durch die Catedral und das Museo. Vor der Catedral stehen Frauen, die einem irgendwelche Segnungen zuteil werden lassen, während man von ihnen Grünzweige in die Kleidung gesteckt bekommt. Da wir damit in Palma de Mallorca schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben, machen wir einen Bogen um die Damen. Auf der Plaza Bib Rambla setzen wir uns noch um eine Pause zu machen und bestellen Kaffee und Tee. In der Mitte des Platzes plätschert ein Springbrunnen, es gibt viele Blumenstände mit Waren in allen Farben. Kleine Kinder spielen mit Riesen-Luftballons, die es hier zu kaufen gibt. Unzählige Tauben werden gefüttert. Kleine Hunde tollen herum. Ein Bettler mit offenen Beinen quält sich über den Platz. Nebenan hat ein junges Paar Streit. Es ist interessant, einfach nur dazusitzen und zu beobachten, auch wenn man nichts versteht…
Wir haben fast wieder unser Hotel erreicht. Hier gibt es viele moderne Modegeschäfte, die Strassen sind dicht bevölkert. Im Parkhaus holen wir die restlichen Sachen aus dem Auto. Es ist 19:30 Uhr. Ein Thermometer zeigt 29 Grad Celsius an. Dann machen wir es uns im Hotel gemütlich. Am späten Abend geht der Trubel in den Strassen um das Hotel erneut los. Auch während der Nacht wir es kaum einmal ruhig. Trotz dicker Holz-Fensterläden werde ich immer wieder geweckt von Stimmengewirr, Kindergeschrei, Polizeisirenen. Einmal scheint es einen Riesenkrach zu geben, dann spielt jemand Akkordeon, später Klarinette oder etwas Ähnliches.
Mittwoch, 10. Oktober
Granada – Priego de Córdoba – Cabra – Córdoba
Ruta del Califato
Hotel El Conquistador
Es ist noch recht früh, als ich wieder wach werde. Beim Blick hinunter in die Altstadt ist alles ruhig. Ein paar Leute sind auf dem Weg zur Arbeit. Geschäfte werden langsam wieder geöffnet. Die anderen sind auch bald wach und wir gehen hinunter in den Frühstücksraum, der eine Etage unter der Rezeption liegt. Er ist geschmackvoll eingerichtet und klein. Das Frühstück ist sehr gut. Nach und nach kommen die anderen Hotelgäste, den Sprachen nach international. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch die morgendlichen Strassen. Gegen 10:30 Uhr machen wir uns dann voll bepackt auf den Weg. Die Frau an der Rezeption ruft uns noch hinterher. „Gute Reise!“ Soviel spanisch verstehe ich. Auf der Gran Via de Colon – in fast jeder Stadt hier ist irgendetwas nach dem großen Entdecker Christoph Columbus benannt – fahren wir auch heute morgen wieder zuerst in die falsche Richtung, drehen dann aber um und finden problemlos unseren weiteren Weg. Über viele Kilometer geht es durch braune, hügelige Landschaft, auch hier wieder Olivenbäume soweit man sehen kann. Ab und zu ein weißes Dorf oder ein paar Restaurants am Straßenrand. Wir sind unterwegs auf der Ruta del Califato, der Route der Kalifen, eine von der Regierung ausgeschilderte Strasse, die die Städte Granada und Córdoba verbindet und über mehrere kleine reizvolle Orte führt.
Um die Mittagszeit machen wir Pause in der kleinen Stadt Priego de Córdoba, die vom Reiseführer als lohnenswertes Ziel empfohlen wird. Es handelt sich tatsächlich um eine schöne kleine, geschäftige Stadt mit einem gepflegten begrünten Platz mit Springbrunnen im Zentrum. An der Öffentlichen Bibliothek, wie man unschwer übersetzen kann, hängen lange bunte Fahnen aus den Fenstern. Davor hat sich eine lange Menschenkette gebildet. Man reicht sich Bücher von Hand zu Hand weiter. Wir machen einen Stadtrundgang, besuchen ein paar Geschäfte, und kaufen noch in einem Supermarkt ein, der über unserem Parkhaus liegt. Dann fahren wir weiter, diesmal über schmale Strassen durch den Parque Natural de la Sierra Subbética Richtung Cabra. Die letzten paar Kilometer geht es noch einmal auf die Autobahn. In Córdoba angekommen, ist die Puente Romano, die Brücke, die über den Rio Guadalquivir führt, gesperrt. Ein paar Meter weiter gibt es eine neue Brücke, die auf unserer Karte noch nicht eingezeichnet ist. Von hier aus hat man den besten Blick auf Córdoba mit der alles überragenden Moschee Mezquita.
Córdoba ist mit über 320.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Andalusien und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die ursprünglich römische Stadt wurde Anfang des 8. Jahrhunderts von den Arabern eingenommen und zur Hauptstadt des islamischen Emirats in Al-Andalus gemacht. Im 10. Jahrhundert wurde hier das Kalifat von Córdoba errichtet. Etwa eine halbe Million Menschen lebten in dieser schillernden islamischen Stadt, die damals eine der größten Städte der bekannten Welt war. Christen, Juden und Muslime lebten friedlich zusammen Im Rahmen der Reconquista wurde Córdoba von den christlichen Truppen für Kastilien erobert. Vom islamischen Córdoba hat vieles überdauert, so auch eines der bedeutendsten islamischen Bauwerke aller Zeiten, eine der größten Moscheen der Welt, die Mezquita.
Es ist sehr einfach, das nächste Hotel zu finden, denn es liegt direkt in einer Seitenstrasse bei der Mezquita. Wir fahren um die Moschee herum und müssen vor einem Polizeiauto halten, welches quer in der Strasse geparkt wurde. Der davor stehende Polizist fragt uns nach dem Wohin und ich rufe ihm den Namen unseres Hotels zu. Er nickt freundlich und winkt uns weiter, sein Auto fährt er allerdings nicht weg. Wir müssen uns zwischen ihm und vielen Touristen und anderen Polizisten hindurchschlängeln. Am Hotel angekommen bittet uns ein Mann in Hotel-Uniform, den Mietwagen einfach stehen zu lassen. „Parking for you difficult. For me is no difficult!“ An der Rezeption ist nur eine junge Frau, vor ihr steht eine große Gruppe Spanier, die alle laut und gleichzeitig reden. Das Telefon klingelt alle 30 Sekunden. Bewundernswert, wie sie den Überblick behält und sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lässt. Nach ca. 10 Minuten wendet sie sich mir zu. Der Rest der Familie hat es sich auf den Polstermöbeln in der Hotel-Lobby bequem gemacht. Das Hotel El Conquistador ist ein kleines komfortables und renoviertes Hotel, direkt an der Mezquita gelegen. Beim Blick aus dem Fenster sieht man entlang der Mauern der beeindruckenden Moschee. Wir bekommen zwei große Zimmer mit nußbaumfarbenen Einbauschränken, roten Tagesdecken und Gardinen und modernen sauberen Badezimmern.
Die Kinder haben ein Restaurant entdeckt, nur ein paar Meter vom Hotel entfernt, wo wir zum Mittagessen hingehen wollen. Es ist schon wieder Nachmittag geworden. Das Restaurant El Triunfo bietet ein Menu del Dia an, ein Tagesgericht zum Sonderpreis, wie hier vielerorts üblich, bei dem man sich die einzelnen Gänge aussuchen kann. Es gibt Paella, Nudeln, Spiegeleier mit Pommes frites, Karamellpudding und Kaffee zu einem vernünftigen Preis. Dann machen wir uns auch hier auf zu einem ausgedehnten Stadtrundgang. Wir wollen zunächst den Alcázar de los Reyes Católicos besuchen, die Palastburg der christlichen Könige. Der macht allerdings erst später auf. Also spazieren wir in Richtung der Parkanlagen Jardines de la Victoria. Es ist sonnig und 35 Grad warm. Es wird jedoch wesentlich angenehmer, als wir wieder in die schattigen Strassen der Stadt zurückkehren. Wir erreichen die Plaza de las Tendillas, einen großen Platz mit Denkmal und Springbrunnen. Von hier aus geht es zurück durch die Judería, das mittelalterliche Judenviertel Córdobas Wir spazieren durch saubere Gassen, vorbei an weißen Häusern mit gelben Tür und Fensterrahmen, schmiedeeisernen Fenstergittern und Balkonen. Zwischendurch Plätze mit Tischen, Stühlen und Sonnenschirmen, dann wieder Andenkenläden, wir sind wieder an der Mezquita angelangt. Der Alcázar öffnet gerade, ein paar Leute stehen schon an und wir stellen uns dazu.
Der Alcázar de los Reyes Católicos wurde im 13. Jahrhundert von den christlichen Eroberern erbaut. Er diente mehrere Jahrhunderte lang als Zentrum der Inquisition und wurde später als Gefängnis genutzt. Die wunderschönen Gartenanlagen mit rechteckigen Fischteichen und Wasserbecken, unzähligen Springbrunnen und exakt geschnittenen Bäumen und Hecken lassen allerdings nichts mehr von dieser grausigen Vergangenheit erahnen. Gegen 18:30 Uhr sind wir wieder am Hotel, wo wir uns frisch machen und unser Abendessen genießen. Es ist angenehm ruhig trotz der Nähe zu der Moschee und den Strassen der Altstadt.
Donnerstag, 11. Oktober
Córdoba – Ecija – Sevilla – Guillena
Hotel Cortijo Aguila Real
Um 08:00 Uhr sind wir alle beim Frühstück. Der Saal ist voll, trotzdem geht es gesittet zu und das Frühstück ist ein echtes Highlight. Danach mache ich einen Rundgang um die Mezquita, um herauszufinden, ob sie schon für Besucher geöffnet ist und wo sich der Eingang befindet. Die junge Frau an der Rezeption erklärt uns, dass die Moschee regulär ab 10:00 Uhr geöffnet ist, aber man könne vorher hinein. Auch laut Reiseführer ist der Eintritt vor 10:00 Uhr frei. Danach kostet es 8 € pro Person, die sich aber auch lohnen. Kurze Zeit später sind wir also wieder am Eingang. Wir können tatsächlich hineinspazieren. Nur ein paar uniformierte Wärter zeigen mit knappen Gesten und ernstem Blick wo es lang geht. Es ist noch kühl, verspricht aber wieder, ein schöner warmer Tag zu werden.
Die Moschee beeindruckt schon aufgrund ihrer riesigen Ausmaße und der massiven Mauern; sie wurde so gebaut, dass sie auch zu Verteidigungszwecken genutzt werden konnte. Prachtvolle Steinmetzarbeiten über den Torbögen deuten auf die Schätze im Inneren hin. Ursprünglich wurde die Moschee zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert von den Kalifen von Córdoba erbaut und immer wieder erweitert. Nach der Rückeroberung bauten die christlichen Herrscher Córdobas die Mezquita allerdings zur Kathedrale um. Man betritt die Moschee durch den Patio de los Naranjos, den Orangenhof, wo die muslimischen Gläubigen ihre rituellen Waschungen vornamen. Das Innere der Mezquita wird oft als Säulenwald beschrieben. Tatsächlich ist das genau das Bild, das einen erwartet. Säulen in allen Richtungen, über 1000, manche schlicht, manche mehrfarbig aus Marmor, Granit und Onyx, tragen halbrunde Bögen, die abwechselnd aus rotem und weißem Stein gefertigt sind. Die Moschee wirkt tief und geheimnisvoll, auch weil es noch sehr still ist und außer uns nur ganz wenige Leute hier sind. Ein paar Reinigungsfahrzeuge drehen ihre Kreise, stören aber kaum. Es findet eine Messe statt, die allerdings auch nur von wenigen Leuten besucht ist. Zurück im Hotel bezahle ich das Parkticket an der Rezeption und wir packen unsere Sachen in das Auto. Dann fahren wir den gleichen Weg aus der Stadt heraus, den wir gekommen sind. Es geht durch ein sehr heruntergekommenes Viertel. Alle freien Plätze sind mit Dreck und Müll bedeckt. Die Fenster- und Türöffnungen der hässlichen Wohnblocks sind mit Bettlaken und Kleidung zugehängt. Dann fahren wir wieder auf der Schnellstrasse in Richtung Sevilla durch eine Landschaft bestehend aus trockenen Ebenen und Feldern. Unseren ersten Halt machen wir heute in der Kleinstadt Éjica, etwa auf halbem Weg. An einer langen, von Bäumen gesäumten Einkaufsstrasse entlang geht es in Richtung Centro Ciudad.
Die Plaza Espana ist wegen Bau - und Pflasterarbeiten komplett gesperrt. In einer der Seitenstrassen gelangen wir in eine große Markthalle, wo es ein reichliches Angebot an Obst, Gemüse, frischem Fleisch und Fisch gibt. Viele Leute sind zum Einkaufen hier. In der Mitte der Markthalle geht es von jedem der Gänge hinaus in den Patio Central, einen Innenhof mit einem großen holzverkleideten Getränkestand und grünen Plastik-Sitzgruppen unter Markisen. Ich bestelle Milchkaffee und Eistee, und für mich Kaffee con Brandy. Der fröhliche dicke Wirt steht in seinem voll gestopften Kiosk, mengt mit der Sahne herum und schüttet mir Brandy in die Tasse bis sie voll ist. Es ist zwar noch früh am Tag, aber wir sind ja im Urlaub...
Weiter geht es auf der A4 an Sevilla vorbei nach Guillena, wo unser nächstes Hotel liegt. Kurz bevor wir ankommen machen wir noch ein Picknick. Wegen mangelnder schattiger Bäume, die wir sonst bevorzugen, findet dies allerdings am Straßenrand statt. Eigentlich wäre hier auch eine Gelegenheit, den Müll zu entsorgen, der sich im Auto angesammelt hat, denn es liegt schon genügend herum. Aber wir warten dann doch, bis wir einen Container in der Kleinstadt Guillena entdecken. Unser nächstes Hotel, in dem wir dieses Mal zwei Nächte verbringen werden, liegt ca. 4 Kilometer außerhalb der Stadt und ist von weitem zu erkennen, ist es doch der einzige leuchtend grüne Fleck in der ansonsten braunen Landschaft der abgeernteten Felder. Es geht rechts von der Strasse ab, einen Zufahrtsweg hinauf und dann durch einen Torbogen auf dem der Name des Hotels steht: Cortijo Aguila Real. Wir wohnen die nächsten beiden Tage in einer Hazienda. Um einen großen, grob gepflasterten Innenhof herum liegen flache weiße Gebäude, an denen leuchtend rote Bougainvilleensträucher hinaufranken. Auf den sonnenverbrannten Ziegeldächern sitzen unzählige Tauben. Mehrere kleine Türme, gekachelte Schilder und schmiedeeiserne Tore und Fenstergitter runden das Bild ab. Eine kleine Frau führt uns herum und zeigt uns die Hotelanlage. Es gibt verschiedene Aufenthaltsräume und eine Bibliothek, alles mit wuchtigen Polstermöbeln, Antiquitäten und massiven Kassettentüren ausgestattet. An den Wänden hängen große Bilder, ausgestopfte Tiere, Geweihe und Wandteller. Wir beziehen unsere Zimmer, von denen jedes nach einem andern Motto eingerichtet ist. In einem geht es um das Thema Tulpen, im anderen hängen Bilder vom alten Sevilla an den Wänden.
Hinter unseren Zimmern liegt der Pool des Hotels, eingerahmt von Palmen, in denen Vögel zwitschern und schreien. Das Gras um den Pool herum ist dick und weich. Barfuss läuft man darauf wie auf einem dicken Teppich. Aus einem Bambus sprudelt Wasser in den Pool. Außerdem verfügt das Hotel über eine eigene kleine Stierkampfarena, die allerdings nur für Feste genutzt wird. Den Rest des Tages verbringen wir in dieser keinen Oase mit Schwimmen und Lesen. Es ist wieder sehr warm geworden. Außer uns sind nur noch zwei andere Paare hier. Sie bevorzugen es aber, auf den Liegen zu bleiben. So haben wir den Pool nur für uns. Am Abend suchen wir uns an der Rezeption das Essen aus, das vorbestellt werden muss. Um 19:30 Uhr sind wir dann im Restaurant. Es ist still und die Sonne blendet durch die großen Scheiben. Wir sind noch die Einzigen. Das Essen wird serviert von einer schwarzhaarigen Dame mit ernstem Blick. Die Portionen sind mal wieder klein und stimmen mit dem was man nach dem Lesen der Karte erwartet nicht überein. Nach dem Abendessen sitzen wir auf Korbstühlen auf der Veranda und spielen Katen.
Freitag, 12. Oktober
Guillena – Sevilla – Guillena
Hotel Cortijo Aguila Real
Kurz vor 09:00 Uhr sitzen wir beim Frühstück, das wie auch bei den anderen Hotels hervorragend ist. Es gibt einen frischgebackenen Kuchen zusätzlich zu dem üblichen Angebot. Die Dame von gestern Abend schleicht herum und schenkt starken Kaffee und frisch gepressten Orangesaft nach. Später fahren wir nach Sevilla, wo wir ein umfangreiches Besichtigungsprogramm vorhaben, das ich nach Studium des Stadtplanes und des Reiseführers zusammengestellt habe. Der Rest der Familie weiß noch nichts davon, verlässt sich aber wie immer auf den Reiseleiter.
Sevilla ist die viertgrößte Stadt Spaniens, die Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien und der Provinz Sevilla. Und mit Sicherheit ist Sevilla eine der schönsten Städte Spaniens. Die Region um Sevilla fiel Anfang des 8. Jahrhunderts an die Mauren. Unter christlicher Herrschaft gelangte die Stadt zum Wohlstand und war im 16. Jahrhundert Spaniens wichtigster Hafen für Schiffe, die nach Amerika ausliefen.
Was ich mir als schwierig vorstellte – einen Parkplatz zu finden – ist heute Morgen in dieser größten Stadt, die wir während unserer Rundreise besuchen, sehr einfach. Schon nach wenige Minuten nachdem wir in der Stadt angekommen sind fahren wir in das erste Parkhaus und benutzen den ersten freien Platz. Um 10:00 Uhr spazieren wir bereits eine breite Strasse entlang, die auch hier wieder, wie sollte es anders sein, Paseo de Cristobal Colon heißt. Es geht am Fluss Guadalquivir entlang, dessen blaugrünes Wasser in der Sonne schimmernd träge dahinfließt. Schon bald erreichen wir die riesige barocke Stierkampfarena La Maestranza, eine der schönsten Stierkampfarenen der Welt. Davor steht, im Schatten der Bäume, die Statue eines Toreros, der in anmutiger stolzer Pose sein Tuch hält. Kurze Zeit später passieren wir das Teatro de la Maestranza. Direkt am Fluss steht, nur ein paar hundert Meter weiter, der Torre del´Oro (Goldturm), ein maurischer Turm aus dem 12. Jahrhundert, der ursprünglich zu militärischen Zwecken genutzt wurde und um den Hafen von Sevilla gegen eindringende Schiffe zu schützen. Im Mittelalter diente der Turm außerdem als Gefängnis und als geheime Lagerstätte für Edelmetalle, die von der spanischen Flotte aus den Kolonien in Übersee hierher gebracht wurden. Heute ist in dem Turm ein Schifffahrtsmuseum untergebracht.
Wir sind schon wieder ein gutes Stück marschiert, als wir nach links in den Parque Maria Luisa einbiegen. Der Park ist eine Oase mit wunderschönen Gärten, exotischen Bäumen und Pavillons. An den Park schließt sich die Plaza Espana an. Park und Plaza entstanden 1929 anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung. Die Plaza ist ein riesiger halbkreisförmiger Platz umgeben von Ziegelgebäuden mit Arkaden. Ringsum angeordnete Kachelmosaiken stellen historische Szenen und Wappen der spanischen Provinzen dar. Prachtvoll dekorierte Brücken überspannen einen künstlichen Kanal, der allerdings momentan kein Wasser führt. Viele Touristengruppen fotografieren oder lassen sich auf einer der Bücken fotografieren. Händler bieten bunte Schals und Postkarten an. 2 Männer in Indianerkostümen und mit Federschmuck auf dem Kopf spielen Panflötenmusik, was nicht ganz zusammenpasst. Weiter geht es an der Universidad / Fabrica de Tabacos vorbei und wieder durch einen Park, den Prado de San Sebastian. Im Jardines de Catalina de Ribera und dem anschließenden Jardines de Murillo dann wieder herrliche bunte Gärten, hohe Palmen und andere exotische Bäume, Brunnen und mit bunten Kacheln geschmückte Bänke. Ein Denkmal, bestehend aus 2 hohen Säulen, oben mit einem Löwen und unten mit einem Schiff geschmückt, ist wieder dem großen Entdecker gewidmet: A Cristobal Colon.
Wir sind jetzt unterwegs im Barrio de Santa Cruz, dem mittelalterlichen Judenviertel der Stadt. Ich müsste mich wiederholen, um es zu beschreiben, es ist genauso faszinierend wie ähnliche Viertel anderer Städte, die wir auf dieser Reise bereits gesehen haben. Dann der erste Blick auf die Kathedrale Santa Maria de la Sede, die größte gotische Kirche der Welt, mit der Giralda, dem Wahrzeichen Sevillas, einem Turm, der fast 100 Meter in die Höhe ragt. Wir wollen allerdings zunächst noch eine Pause machen und suchen in den engen, dicht bevölkerten Strassen nach einer Gelegenheit. Wir finden eine kleine gemütliche Bar, wo noch ein Tisch frei ist. An der Theke stehen Rentner beim Bier, Familien mit kleinen Kindern sitzen ringsum, die jungen, ernst dreinblickenden Kellner rennen hin und her und sind auf Zack. Der Barmann klappert mit Geschirr und schenkt eifrig Getränke aus.
Wir sind an der Kathedrale angekommen. Die beiden Plätze um die Kathedrale herum, die Plaza de los Reyes und die Plaza del Triunfo, sind mit Menschen gefüllt. Mit Touristen und Einheimischen, von denen viele eine spanische Flagge schwenken. Warum finden wir allerdings nicht heraus. Kutscher bieten Fahrten mit Pferdekutschen an, vor der Kathedrale steht eine lange Schlange. Wir stellen uns nicht an, gehen stattdessen weiter auf der Avenida de la Constitucion. In einem Kaufhaus kaufen wir noch ein paar CDs mit spanischer Musik, dann machen wir auf der Plaza Nueva nochmals Pause auf einer Bank. Durch dicht bevölkerte Einkaufsstrassen geht es nun wieder zurück Richtung Fluss und Parkhaus, wo wir hergekommen sind. Vor der Iglesia de la Magdalena hat sich einer große Festgesellschaft versammelt. Die Herren in eleganten Anzügen, die Damen mit langen bunten Kleidern, geschmackvollen Hüten und stark geschminkt. Seit einigen Stunden sind wir jetzt bereits unterwegs, die Füße qualmen. Wir haben einen kleinen Teil dieser lebendigen und eleganten Stadt gesehen. Es gäbe noch vieles mehr; der junge Mann, der Tickets für Bustouren durch Sevilla anbot sprach von 100 Monumenten, aber wir wollen es nicht übertreiben. Das reicht für einen Tag.
Am späten Nachmittag sind wir wieder am Hotel und verbringen den Rest des Tages am Pool unter den Palmen. So sieht eine ideale Kombination für einen Urlaubstag aus. Ein älteres Ehepaar ist noch da, ansonsten ist wenig los. Es ist ziemlich windig und die Palmen rauschen. Am Abend gehen wir noch spazieren. Auf dem Feld neben dem Hotel blüht weiß leuchtend Baumwolle. Außerdem wachsen an den Seiten des Zufahrtsweges zum Hotel Granatäpfel und Limetten, von denen ich eine aufschneide und auspresse.
Samstag, 13. Oktober
Guillena – Sevilla – Cádiz – Arcos de la Frontera
Hotel Marques de Torresoto
Wir sitzen heute lange beim Frühstück. Danach springen wir nochmals in den Pool, der zu dieser Tageszeit wirklich schmerzhaft erfrischend ist. Um 10:30 Uhr ist das Auto gepackt und wir fahren Richtung Sevilla und dann auf die A4 Richtung Cádiz. Rundherum Baumwollfelder, dann wieder braune, hügelige Landschaft. Kurz vor 12:00 Uhr kommt es zu einem kleinen Zwischenfall, als ein kleiner weißer Wagen von rechts auf die Autobahn geschossen kommt, unseren Mietwagen am Kotflügel streift und auf die andere Spur wechselt. Wir halten an und ich kann mir gerade noch das Kennzeichen merken. Der andere Fahrer fährt wild gestikulierend davon. Es hat nur ein paar Kratzer gegeben. Nicht der Rede wert. Es handelt sich aber bei unserem Auto um einen Mietwagen, und wir müssen den Vorfall bei Rückgabe des Autos natürlich melden. Eine halbe Stunde später fahren wir über eine große Brücke und durch ein Hafengelände in die Stadt Cádiz.
Cádiz hat ca. 130.000 Einwohner und ist eine der ältesten Städte Europas. Die Stadt liegt auf einer Landzunge in der Bucht von Cádiz. Unter den Phöniziern und Römern war Cádiz bereits ein wichtiger Hafen, unter den Mauren erlebte die Stadt jedoch einen Niedergang. Christoph Columbus segelte von hier aus auf seiner zweiten Reise in die Neue Welt. Anfang des 18. Jahrhunderts gelangte die Stadt zu Wohlstand, da sie wegen ihrer günstigen Lage am Atlantik für den spanisch-amerikanischen Handel mit Edelmetallen bestens geeignet war.
Wir fahren zunächst auf der langen Hauptstrasse weiter und parken schließlich in einem Parkhaus, da wir nicht genau wissen, wie weit es noch bis ins Centro ist. Ich habe keinen Stadtplan dabei, aber wir finden uns gut zurecht. Wir laufen eine Weile an der Hauptstrasse entlang, und als wir immer öfter das Meer zwischen den Häusern hindurch sehen können, biegen wir links ab. Vor uns liegt der Atlantik. Eine Bucht mit einem schönen, sauberen Sandstrand. Viele Leute sonnen sich hier oder baden im Meer. Ein paar Hundert Meter vor uns liegt die Altstadt, überragt von der Catedral Nueva mit der „goldenen“ Kuppel, die allerdings nur mit gelben Fliesen verkleidet ist. Es dauert doch noch eine Zeit lang bis wir im Zentrum angekommen sind. Dort suchen wir ein Restaurant zum Mittagessen. Wir finden es schließlich auf einem dicht bevölkerten Platz im Freien. Es scheinen neben Touristen auch viele Spanier hier zu sein, das ist gut so. Wir bestellen eine Flasche Vino Tinto de la Casa. Zu Essen gibt es Salate, spanisches Omelette und gegrillten Seehecht. Die Kinder essen Schnitzel con Patatas. Nach dem Essen spazieren wir über die Plaza de la Catedral, wo ein Mann auf einem Akkordeon spielt, und holen uns noch etwas Süßes. Dann verlieren wir die Orientierung. Das macht aber nichts. Es muss nicht immer alles nach (Stadt-)Plan gehen…Wir kommen am Mercado Publico vorbei, wo Waren abgeladen werden, und sind auch in einem etwas heruntergekommenen Viertel unterwegs. Am Parkhaus angekommen holen wir unser Auto und fahren weiter, zunächst wieder zurück Richtung Sevilla. Wir finden jedoch den Weg über die Brücke nicht mehr sondern fahren entlang der Bahia de Cádiz. Dann geht es weiter in Richtung Arcos de la Frontera. Die Fahrt zieht sich. Unterwegs tanke ich noch das Auto voll und hole ein paar Getränke.
Am späten Nachmittag erreichen wir die kleine mittelalterliche Stadt Arcos de la Frontera.
Die Stadt hat knapp 30.000 Einwohner und liegt in der Provinz Cádiz. Sie ist der Hauptort der so genannten weißen Dörfer. Zu maurischer Zeit gehörte Arcos zum Kalifat von Córdoba. Die Altstadt liegt auf einem steilen Felsen oberhalb des Flusses Guadalete. Wir fahren die steilen Gassen hinauf auf der Suche nach dem Hotel. Alles ist hier ziemlich schmal und eng. Ein Schild weist darauf hin, dass die Durchfahrt verboten ist, aber für Anwohner frei. In der Anfahrtsbeschreibung steht: „Fahren sie auf keinen Fall durch das Tor bis an das Hotel. Parken sie auf dem Dorfplatz.“ Warum das dort steht sehen wir gleich. Als ich auf meiner Seite aus dem Fenster sehe, steht auf der Wand direkt vor meiner Nase auf schönen blauen Kacheln „Hotel Marques de Torresoto“. Zu spät! Jetzt müssen wir durch die schmalen Gassen wieder hinunter, hinter ein paar anderen Autos her. Es geht nur sehr langsam voran und um enge Kurven. Dann sind wir wieder unten am Ortsausgang und müssen eine Runde um die Stadt herum fahren. Das Spiel beginnt von neuem. Dieses Mal weiß ich in etwa wo wir hin müssen. Wir halten an bevor wir wieder in die Altstadt hineinfahren. Die Familie ist sich einig: „Da müsste man mal zu Fuß hinauf, bevor wir noch mal hineinfahren…“ Also gehe ich zu Fuß die paar Meter und finde schließlich den Dorfplatz. Wir sind auf dem höchsten Punkt des Ortes, im Zentrum der Altstadt von Arcos. Auf der Plaza del Cabildo, die von Rathaus, Parador und der Kirche Santa Maria de la Asuncíon begrenzt ist. Auf der offenen Seite liegt eine Art Aussichtsterrasse mit Blick auf das Umland und den Fluss Guadalete. Ich mache wie immer zuerst Bilder und meine Frau ist sauer, weil ich nicht bereits beim Ausladen helfe…
Gegen 18:00 Uhr betreten wir das Hotel Marques de Torresoto. Eine junge Frau mit Hornbrille sitzt kaum sichtbar hinter einem hohen Empfangsschalter. Das Hotel hat wenige Zimmer, die auf mehrere Stockwerke verteilt sind, ähnlich wie in unserem Hotel in Granada. Unten im Innenhof liegen Rezeption und Restaurant, rundum von Säulengängen eingerahmt, unter denen Sitzgruppen stehen. Alles ist liebevoll restauriert worden und macht einen einladenden und gemütlichen Eindruck. Wir erhalten unsere Schlüssel. Das Parken auf dem Dorfplatz ist heute und morgen kostenlos, da Wochenende ist. Wir beziehen unsere Zimmer und gehen Duschen. Dann treffen wir uns zu einem kleinen Abendessen und machen noch einen Spaziergang durch die Stadt. Danach sitzen wir noch auf der Aussichtsterrasse und quatschen. Es sind noch einige andere Touristen und auch Einheimische hier. Unter uns im Dunkeln sieht man nur die Lichter von ein paar Häusern. Ab und zu fährt ein Auto vorbei, ansonsten ist es hier ziemlich ruhig. Vor dem Schlafengehen entdecke ich eine offene Tür auf dem Flur. Geht man hinaus steht man auf dem Dach des Hotels und blickt auf die weißen Häuser von Arcos de la Frontera.
Sonntag, 14. Oktober
Arcos de la Frontera – Grazalema – Ronda – El Burgo – Monda
Parque Natural Sierra de Grazalema / Sierra de las Nieves
Hotel Castillo de Monda
Die ganze Nacht hindurch hat der Brunnen im Innenhof des Hotels alle paar Minuten gezischt und gebrummt. Ab und zu waren Kirchenglocken zu hören. Außerdem fand anscheinend bis spät in die Nacht noch eine Feier statt. Heute Morgen regnet es zum ersten Mal. Der Regen prasselt auf das Hoteldach. Draußen ist es frisch und kühl, der Himmel ist bewölkt. Wir gehen hinunter in den Innenhof des Hotels. Die junge Frau von gestern sitzt wieder hinter dem Tresen und unterhält sich mit einer Angestellten und einem Mann mit Putzgeräten unter dem Arm. Wir setzen uns auf die Polstermöbel und warten noch eine Weile, bis es Zeit für das Frühstück ist. Der Putzmann schließt den Frühstücksraum auf, der eigentlich die Bar des Hotels zu sein scheint. Die zwei Frauen begeben sich auch nach unten. Es wir angefangen Kaffee zu kochen. Ein junger Mann erscheint und knutscht eine der beiden Frauen ab, die gerade unsere Milch warm macht. Dann stapelt er Marmeladengläser und Margarineschachteln auf dem Tresen auf. Die Frau winkt mit einem Brötchen. „Pan?“ Ja, ein Brötchen wäre nicht schlecht. Also werden Brötchen aufgebacken. Das Frühstück fällt also ziemlich knapp aus heute. Auch den anderen Gästen, die nach und nach eintreffen, scheint das nicht so ganz zu passen. Ein Ehepaar aus Holland sitzt bei uns in der Nähe, die Frau schaut zu uns herüber und verdreht die Augen. Wir grinsen uns zu. Dann trifft schließlich noch irgendein Nachbar ein und hilft beim Servieren mit. Wir bekommen einen Lachanfall, als der Flegel hinter der Theke ein paar Gäste mit einem lauten Pfiff zu sich herzitiert, um etwas abzuholen.
Wir unterhalten uns noch mit den Holländern, die uns erzählen, dass sie ihren Urlaub gerade verlängert haben. „Es gibt ja so viel zu sehen hier…“. Nach einem Cafe con Leche und einem Pan machen wir noch einen Spaziergang durch die Stadt. Es ist noch niemand unterwegs außer uns. Man muss aufpassen, dass man auf den glatten regennassen Kieselsteinen nicht ausrutscht. Um 10:00 Uhr fahren wir weiter. Zunächst geht es nach einer kurzen Absprache schnell in falscher Richtung durch die Einbahnstrasse. So sparen wir uns einen Umweg durch die engen Gassen. Nach kurzer Suche finden wir die Strasse nach Burgos. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Ronda, wo wir die Stierkampfarena besichtigen wollen. Wir fahren nun nicht mehr auf Schnellstrassen und Autobahnen sondern auf schmalen Strassen über Land. Links und rechts sind die Strassen kaum befestigt. An gefährlichen Stellen und kurvenreichen Abschnitten hat man nur in regelmäßigen Abständen weiße Betonquader aufgestellt. Die Landschaft des Naturparks Sierra de Grazalema, durch den wir nun fahren, ist viel abwechslungsreicher und interessanter. Rauhe Bergwelt und viel Wald. Man sieht Ziegen, Schafe, Schweine, ab und zu auch ein paar Rinder oder Pferde an den Hängen. Die Rinde der Bäume ist mannshoch komplett abgeschält, bei einer Fabrik liegen Berge dieser Rinde zur Verarbeitung. Es geht bergauf und bergab, um unzählige Kurven, die Aussicht ist immer wieder spektakulär, wenn man auf einer Anhöhe angekommen ist. Die Berggipfel liegen im Nebel. Nach einigen Kilometern machen wir eine Pause um die Aussicht zu genießen. Unter uns liegt der Ort Grazalema an den Hängen der Berge. Das übliche Bild: Weiße Häuser, rotbraune Ziegeldächer. Gegen Mittag erreichen wir Ronda.
Die Stadt Ronda hat ca. 35.000 Einwohner und gehört zur Provinz Málaga. Ronda ist vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Lage bekannt. Die von den Mauren geprägte Altstadt, La Ciudad, liegt auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau und ist vom neueren Stadtteil, El Mercadillo, durch eine knapp 100 m tiefe Schlucht, El Tajo genannt, getrennt, die vom Río Guadalevín gebildet wurde. Die Schlucht wird von drei Brücken überspannt. Desweiteren ist Ronda für die Spanier insbesondere wegen seiner Rolle in der Entwicklung des Stierkampfes von Bedeutung. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Stierkampfarena (Plaza de Toros) errichtet. Sie ist eine der ältesten und größten Spaniens und gilt als Geburtsstätte des spanischen Stierkampfes in seiner heute üblichen Form. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten hier drei Generationen von Mitgliedern der Familie Romero auch die Regeln des Stierkampfes, nach denen noch heute gekämpft wird, bekannt als Escuela Rondeña. Der Schriftsteller Ernest Hemingway verbrachte lange Zeit in Ronda und machte die Stadt in zweien seiner Werke zum Schauplatz des Geschehens.
Im Paseo de Blas Enfante, einem Park, gehen wir zunächst spazieren. Ein Mann sitzt am Rand der Mauer einer Aussichtsterrasse und spielt Gitarre. Vor der Plaza de Toros ist ein Denkmal in Form eines großen Stieres aufgestellt. Wir betreten die runde Arena und machen einen Rundgang durch die Zuschauerränge und Tribünen, die Ställe der Stiere, die allerdings leer sind, und die Reitschule. Dann besuchen wir das ebenfalls runde Museum, das Kleidung, Ausrüstung und Waffen der Toreros zeigt. Es gibt Kunst zum Thema Stierkampf und Gemälde und Lebensläufe berühmter Toreros zu sehen. Eine weitere Ausstellung besteht aus Waffensammlungen, Duellierwaffen in Holzkästen, Pferdegeschirr und Sätteln. Zum Mittagessen finden wir ein Restaurant, das ein Menu del Dia anbietet. Es stellt sich dann beim Bestellen heraus, dass es sich um ein italienisches Restaurant handelt. Das Menü besteht aus Lasagne und Pizza, Salattellern und Steak mit Pommes. Dazu gibt es eine Flasche italienischen Wein, später noch Nachtisch und Kaffee. Das Restaurant ist gut besucht. Danach spazieren wir weiter durch die Stadt. An einer der Brücken schauen wir hinunter in die Schlucht und ich mache noch ein paar Fotos. Dann gehen wir zum Auto und fahren weiter Richtung El Burgo und Coin. Die Landschaft wird noch rauher und karger. Es regnet in Strömen, die Temperatur schwankt zwischen 15 und 20 Grad. Dann biegen wir von der Hauptstrasse in eine schmalere Strasse ab. Wir fahren durch einen kleinen Ort und kommen schließlich nach Monda. Unser nächstes Hotel, das Castillo de Monda, ist sofort gefunden. Ich fahre hinter einem Polizeiauto eine sehr steile und schlecht ausgebesserte Strasse hinauf, und hoffe, dass ich nicht anhalten und erneut anfahren muss. Wir parken unterhalb des Einganges und gehen hinauf an die Rezeption zum Einchecken.
Das Castillo de Monda ist eine ehemalige arabische Festung, die komplett restauriert und zum Hotel umgebaut wurde. Es liegt auf einem Bergrücken auf dem höchsten Punkt des Ortes Monda. Schon im Eingang und an der Rezeption wird man fast erschlagen von dunklen massiven Holzmöbeln und Antiquitäten. Das ganze Hotel steht voll davon, auch die Zimmer sind sehr rustikal eingerichtet mit wuchtigen Doppelbetten und Deckenbalken aus dunklem Holz. Momentan findet außerdem noch eine Ausstellung eines Künstlers statt, so dass zu der ohnehin schon üppigen Ausstattung noch viele Skulpturen hinzukommen, die in den Räumen und Gängen ausgestellt sind. Wir sind begeistert und machen einen Rundgang durch das riesige Hotel. Im 6. Stock gehen wir durch die Bar und mehrere Restaurants und Gesellschaftsräume hinaus in den herrlichen Garten. Lange flache Steinstufen führen hinunter, vorbei an etlichen Sitzgruppen, Nischen und Aussichtsterrassen. Ein schmaler Bach fließt hinab in einen mit Seerosen bedeckten Teich, in dem Goldfische schwimmen. Durch einen Durchgang im Fels gelangt man zum Panorama-Pool mit leuchtend blauen Fliesen, sauberem Wasser und mit 2 Wappen auf dem Grund. Wir verstauen unsere Sachen in den Zimmern und gehen eine Runde schwimmen. In der Bar des Hotels bekommen wir jeder auf Kosten des Hauses ein Glas spanischen Sekt. Eine junge Bedienung bringt ein Tablett voll mit unseren Getränken und einer Schale mit Nüssen. Wir sitzen noch einige Zeit und unterhalten uns, und gehen dann auf die Zimmer zu den üblichen Spielerunden am Abend.
Montag, 15. Oktober
Monda – Marbella – Benalmadena Costa – Málaga
Heimreise Málaga – Düsseldorf
Wie jeden Tag sind wir auch heute wieder früh wach. Wir gehen hinauf in den 6. Stock und durch die Bar. Eine junge Frau führt uns durch eine Art Rittersaal mit gedeckten Tischen in den Frühstücksraum, der rundherum verglast ist. Wir frühstücken ordentlich und fahren gegen 10:30 Uhr los. Zunächst fahren wir durch den Ort, dann mit 40 km/h hinter einem LKW her in Richtung Mittelmeer. Vor uns liegt die bekannte Touristen- und Prominentenstadt Marbella. Dann geht es auf die Autobahn Richtung Málaga. Es ist heute wieder sonnig und sehr warm. Unser letztes Ziel vor dem Heimflug heute Abend ist der Ort Benalmadena Costa, der direkt an der Costa del Sol liegt. Dort gibt es laut Reiseführer ein großes Aquarium, das wir besuchen wollen. Wir fahren durch den Ort und durch etliche Kreisel, immer den Schildern mit dem Delphin folgend. Bei einem Vergnügungspark mit dem Namen Selwo angelangt, finden wir heraus, dass ca. 65 € Eintritt fällig wären. Bei unserem zeitlich knapp bemessenen Aufenthalt lohnt sich das nicht. Wir spazieren stattdessen durch die Stadt. An einem großen Holz-Pavillon angekommen, setzen wir uns auf Korbsessel und bestellen Kaffee und Tee. Der Kellner ist der Aussprache nach kein echter Spanier, sondern Brite. Wir unterhalten uns, und er erklärt uns, wie wir zur Strandpromenade kommen. Direkt an das Café schließt sich ein großer, gepflegter Park mit einem See und zahlreichen Pflanzenarten an. Auf sauberen Rasenflächen und in Blumenbeeten tummeln sich Hasen, Tauben, Enten, Hühner und ein Pfau. Die Tiere spazieren auf den gepflasterten Wegen herum und zeigen kaum Scheu. Dann kommen wir an die Strandpromenade.
Wir sind jetzt wieder im touristischen Spanien angekommen, und man kann gut verstehen, dass es viele überwiegend deutsche und britische Urlauber immer wieder hier hin zieht, und dass sich auch viele von ihnen hier niederlassen. Es scheint ein unbeschwertes Leben zu sein. In großen, modernen Appartementanlagen werden Wohnungen zum Verkauf angeboten. Es gibt unzählige Restaurants mit Angeboten für jeden Geschmack, die um die Gunst der Urlauber wetteifern. Rentner sitzen mit freiem, sonnengebräuntem Oberkörper beim Mittagessen, Läden bieten Lebensmittel, Souvenirs und Zeitungen an. Autovermietungen haben Schilder mit aktuellen Angeboten aufgestellt. Viele Touristen tummeln sich hier, Surfer gehen ihrem Sport am Strand nach. Nach einem Mittagessen im McDonalds und einer erfrischenden Cola kaufen wir noch ein paar Souvenirs und Brandy. Dann tanken wir das Auto noch mal voll und fahren auf das Flughafengelände. Ein Mann der Autovermietung kommt uns entgegen und füllt eine Checkliste aus. An einem Schalter muss ich noch eine Unfallmeldung ausfüllen. Die Damen sind auch hier wieder sehr hilfsbereit, ich glaube allerdings kaum, dass meine Angaben zu dem „Unfallgegner“ irgendwie genutzt werden um diesen ausfindig zu machen. Kurz vor 15:00 Uhr stehen wir wieder an der Schlange vor dem Check-in. Es dauert ewig, da etwa 5 Angestellte zuerst heftig diskutierend auf den Computer-Bildschirm vor sich starren und dann regelmäßig verschwinden um wieder zurückzukommen und ein Schwätzchen zu halten. Schließlich gibt es noch Chaos wegen ein paar wie immer drängelnden Fluggästen, die nicht warten können bis ein paar Rollstuhlfahrer im Flugzeug sind. Der Rückflug verläuft ohne nennenswerte Ereignisse und wir landen gegen 20:30 Uhr in Düsseldorf. Rückblickend waren diese letzten 8 Tage, an denen wir in Spanien unterwegs waren, nicht immer ganz einfach, und auch mit Sicherheit nicht das, was man einen erholsamen Urlaub nennen könnte. Es ist schon ein Unterschied, ob man vom Flughafen abgeholt wird und in eine All-inclusive Anlage gebracht wird, wo man sich um nichts mehr zu kümmern braucht, oder ob man jeden Tag alles selbst organisiert. Aber Urlaub und Reisen sind auch nicht das Gleiche. Die unzähligen Eindrücke, die wir auf diese Art erhalten haben, werden jedenfalls für immer im Gedächtnis bleiben.



































Britta (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 43 Wochen:
Hallo,
eine absolute Traumreise, dass würde ich auch gerne mal machen! Bis jetzt habe ich es nur geschafft für ein paar Tage nach Cordoba zu fahren. Meine Empfehlung: "Concurso Popular de Cruces" im April/Mai. Überfall findet man wunderschön geschmückte Kreuze (das schönste wird prämiert), um die herum die Spanier feiern und tanzen. Und auf dem größten Platz im Zentrum (heißt wahrscheinlich Plaza Mayor oder Plaza Central) zeigen am Abend die lokalen Flamencoschulen ihr Können. Da kriegt man ein gutes feeling für die Seele Andalusiens.
Und noch ein kleiner Tip für Fotografen: Es lohnt sich in der Mezquita mit Stativ zu fotografieren. Diese Säulenpracht kommt am besten zur Geltung, wenn man nicht mit Blitzlicht fotografiert, sondern mit einer entsprechend langen Belichtungszeit. Und dazu benötigt man halt das Stativ. Notwendig dafür ist eine extra Erlaubnis bitten. Ich musste ein formloses Schreiben verfassen, warum und wozu ich die Fotos machen möchte. Darauf hin durfte ich in der Morgenstunde (vor der offiziellen Eröffnung um 10 Uhr) mit meinem Stativ in die Mezquita und 3 Fotos machen. Hat sich echt gelohnt, vor allem weil mir der "Chef des Hauses" auch noch gleich die besten Standpunkte gezeigt hat.
Tja, das war schon schön, aber der ganze Rest, der fehlt mir noch...kommt aber sicherlich noch irgendwann.
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mosaik (nicht überprüft) sagte vor 3 Jahre 29 Wochen:
Zunächst einmal - ich habe alle Sterndln angekreuzt, die ich durfte...
Denn dein Bericht ist vor allem inhaltlich nicht nur aussagekräftig, sondern auch sehr detailliert. Wenn ich ihn so lese, dann ziehen andalusische Bilder an meinen Augen vorbei, ich spüre fast die Hotelatmosphäre und kann mir wirklich etwas unter "Andalusien" vorstellen.
Sicherlich, so lange Bericht ermüden den Leser (wenn er nicht Feuer und Flamme für das Land ist). Immer noch aber besser als manche 10-Satz-Beschreibungen...
Hier hätte ich noch eine Anregung an die Redaktion: weshalb kann man nicht html-Codierungen für Fett für Unterstreichen usw. freischalten? Damit gewännen Beiträge mehr Übersicht und das Auge kann sich leichter orientieren.
Doch nochmals zum Beitrag - wirklich gelungen
gratuliert
Peter
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Pele sagte vor 3 Jahre 30 Wochen:
Da hast du dir wirklich Mühe gemacht, mit diesem ausführlichen Bericht. War selbst zweimal in Andalusien und habe vieles "wiederentdeckt", meistens schöne Erinnerungen.
Gut gelungen und interessant.
Servus von Josef
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Rosario sagte vor 3 Jahre 31 Wochen:
Hallo Manny,
danke für die anschauliche und detailreiche Reportage!
Eine Frage habe ich allerdings dennoch: Wie schmeckt denn so eine fast noch lebende Ente?
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peter_pfaender sagte vor 3 Jahre 31 Wochen:
Manfred, das kann man nicht herausfinden. Und in diesem fall ist die bewertung auch absolut ungerecht - war's der neidische Nachbar?
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Manny sagte vor 3 Jahre 32 Wochen:
Wie weiß ich denn, wer meine Reportage bewertet hat...? Und weshalb "Poor" ? Da steckt eigentlich viel Arbeit drin. Dann brauche ich mir in Zukunft die Arbeit nicht mehr zu machen...
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