Leser-Reportagen
Piemont Ess-Tipp
Matilde Fontana ist eine Signora Anfang 60. Sie weiß, dass gutes Essen wichtig ist und Essentielles vom Unwichtigen zu trennen. Essenziell ist gutes Essen, unwichtig ist die Fassade.
Wer durch das Piemonter Val Curone fährt, kommt unweigerlich an der mehr als schlichtenFassade des „Ristorante Bar Corona“ im Örtchen San Sebastiano vorbei, hinter der kein hungriger Piemontreisender irgendwelche Gaumenfreuden erwarten würde.
Zwischen der alten Espresso-Maschine mit vor der Spiegelbar und dem Fernseher stehen fünf Tische und ein überquellendes Bücherregal.
Matilde bietet erschwingliche piemontesische Gaumenfreuden. Gediegen geht es im ersten Stock des 1702 erbauten Hauses zu.Matilde hat sich der regionalen Küche verschrieben – und die ist ebenso deftig wie gut.
Als Antipasti kommen Lardo diSan Sebastiano (weißer Speck) mit Akazienhonig, Salame cotto (gekochte Salami), Focaccia mit Rosmarin, Bresaola mit Tomino-Käse aus Caldirola und Caprino-Käse mit Kirschen aufden Tisch. Alles von Produzenten aus der Region, ebenso wieder Weißwein. Marta, die sommersprossige Tochter des Hau-ses mit ungebändigter Lockenpracht, stellt uns zwei Weine ausder autochthonen Rebsorte Timorasso auf den Tisch.
Als Primi hatten wir Safranreiskuchen,eine lokale Spezialität. Sehr gut: Ravioli mit Sugodi funghi und zarte Tortellini mit ligurischen Kräutern und Nusssoße.
Wer jetzt noch nicht satt ist, kann unter den Secondi piatti (alle um die 12 Euro)wählen: Trippa (Kutteln mit Bohnen und Zwiebeln), ebenfallseine örtliche Spezialität, Manzo „all’inferno“ (Rindfleisch inKnoblauch und Essig eingelegt) oder Pressata di vitello (Kalbmit Schinken und Pilzen).
Wo? Ristorante Bar Corona
Via V.Emanuele II 14,San Sebastiano





alter sagte vor 4 Jahre 6 Wochen:
Danke für den schönen Tipp mit dem Timorasso! Aber 1 Frage: Macht man den Wein da im Piemont aus der Rebsorte oder aus den Trauben? Vielleicht blöd?
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