Leser-Reportagen
BAYERN Traunstein - Zentrum des Chiemgaues
Zugegeben, in dem Buch "1000 Places To See Before You Die" steht Nichts über Traunstein, aber die Große Kreisstadt ist allemal einen Besuch wert und dafür möchte ich auch Werbung machen.
Aus der Stadtgeschichte:
"Trauwenstain" wird erstmals 1245 in einer Schrift des Klosters Baumburg erwähnt. Der Name bedeutet "Burg an der Traun", und mit einiger Wahrscheinlichkeit befindet sich hier der Sitz der Herren "de Truna", umgeben von einer kleinen Ansiedlung. Erst die Wittelsbacher bauen diese planmäßig aus, befestigen sie und kontrollieren so den Traunübergang der wichtigen Salzstraße von Reichenhall nach München an der Grenze zu Salzburg.
Um 1300 wird Traunstein als "Stadt" beschrieben, mit Bürgern, Zöllen, drei Mühlen und zwei Toren sowie umfassenden Privilegien. Ein Meilenstein ist die urkundliche Bestätigung dieser Rechte im Jahre 1375. Als Zentrum von Handel(vor allem mit Salz und Getreide)und Handwerk sowie als Gerichtssitz gelangt "Travnstain" zu Ansehen und Wohlstand.
Obwohl 1587 der Salzhandel verstaatlicht wird, bleibt das "weiße Gold" der maßgebliche Wirtschaftsfaktor. Anno 1613 tritt in Reichenhall ein neues, reichhaltiges
"Salzflüssl" zutage, das wegen Holzmangels vor Ort nicht verdampft werden kann. Herzog Maximilian ordnet den Bau einer Soleleitung nach Traunstein an und lässt in der benachbarten Au eine Saline errichten.
Der Staatsbetrieb arbeitet von 1619 bis 1912. Während dieser Zeit ist die Hofmark und spätere Gemeinde Au ein eigenes Rechtsgebiet.
Von den Greueltaten des 30jährigen Krieges bleiben die Bewohner weitgehend verschont, nicht aber von der Pest, die 1635/36 wütet.
1704 wird Traunstein während des Spanischen Erbfolgekrieges von ungarischen Panduren angezündet. Die Schäden sind erheblich - unter anderem wird die neu erbaute Oswaldkirche schwer beschädigt. Ungleich verheerender wirkt sich 1851 ein zweiter Brand aus, der die Stadt nahezu vollständig in Schutt und Asche legt. Nur dank vielfältiger Hilfen und des enormen Fleißes ihrer Bürger gelingt innerhalb weniger Jahre der Neuaufbau, den 1854 eine Choleraepidemie zusätzlich erschwert.
Die Anstrengungen werden belohnt: 1860 erfolgt der Anschluß an das Eisenbahnnetz auf der Linie München-Salzburg. 1905 hat sich innerhalb von 100 Jahren die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht, von 2.200 auf 7.400.
Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt eine aktive Ansiedlungspolitik der Stadtväter.
1899 überflutet ein Jahrhunderthochwasser die tiefer gelegenen Stadtteile und hinterlässt schwere Schäden. Im selben Jahr wird die evangelische Auferstehungskirche fertiggestellt.
Schwere Bombenangriffe zerstören im April 1945 das Bahnhofsviertel, über 100 Menschen finden den Tod. Wenig später, am 2.Mai 1945 durchquert ein Zug jüdischer KZ-Häftlinge die Stadt. 61 von ihnen werden tags darauf bei Surberg erschossen. Nur wenige Kilometer entfernt wird Traunstein den amerikanischen Truppen kampflos übergeben.
Die Kommunalwahlen im Januar 1946 weisen den Weg zur Demokratisierung. Die Stadt vergrößert sich durch neue Wohn- und Gewerbegebiete. 1948 wird ein evangelisches Dekanat gegründet, 1960 die Kuratie Heilig Kreuz zur zweiten katholischen Pfarrei Traunsteins erhoben.
Im Rahmen der Kommunalreform wird die kreisfreie Stadt Traunstein 1972 in den Landkreis eingegliedert, die Nachbarorte Kammer und Hochberg werden eingemeindet, Haslach und Wolkersdorf folgen 1978. Heute hat Traunstein etwa 18.500 Einwohner.
(Tourist-Info TS; www.meinestadt.de)
Durch meine vielen Reisen in den vergangenen 30 Jahren habe ich gute Vergleichsmöglichkeiten und in vielen Teilen der Welt hat es mir sehr gut gefallen, aber ich bin immer wieder gerne in dieses eher konservative, vergleichsweise beschauliche, aber alles in allem doch liebenswerte Städtchen zurückgekehrt. Traunstein ist eben meine Heimatstadt, in der ich mich persönlich gut aufgehoben fühle. Schulen, Behörden und Ämter geben hier den Ton an. Das Kreisklinikum gehört zu den größten Arbeitgebern.
Daß Kardinal Josef Ratzinger zum Papst Benedikt XVI gewählt wurde, kurbelt auch den Tourismus an. Der jetzige Pontifex verbrachte schließlich einen Großteil seiner Jugend in dieser Stadt und er feierte am 8.Juli 1951 auch seine Primiz in der Pfarrkirche St.Oswald. Mittlerweile kann man hier, mit oder ohne Führung, auf seinen Spuren wandeln.
Ein echter Pluspunkt ist die zentrale Lage Traunsteins im wunderschönen Chiemgau. Die Weltstädte München und Salzburg sind bequem zu erreichen. Die Chiemgauer Berge und die Berchtesgadener Alpen liegen quasi vor der Haustür und auch das Alpenvorland mit seinen Seen, seiner Natur und den Kulturdenkmälern kann man ohne großen Aufwand erkunden, bei Wanderungen, Radltouren oder Ausflugsfahrten. Und auch die bayerische Lebensart kommt nicht zu kurz.
Vielleicht animiert dieser Bericht doch den einen oder anderen Leser, bei Gelegenheit, mal in Traunstein Station zu machen.
Herzlich Willkommen!































angelika wolfberger sagte vor 3 Jahre 26 Wochen:
Geständnis:ich war noch nie in Traunstein. Wenn ich das nächstemal in der Nähe bin, schau ich gerne mal rein. Hat Interesse geweckt!
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