Leser-Reportagen
SINGAPUR - Saint John`s- und Kusu Island
Wenn man nach Singapur kommt, diesem quirligen, multikulturellen Kleinstaat, an der Südspitze der Malaysischen Halbinsel gelegen, ist man meistens auf der Durchreise. Ein Stopover auf dem langen Flug nach Australien oder Neuseeland. Ein, zwei Tage Pause bevor es weitergeht nach Bali oder man ist Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff. Während dieser kurzen Aufenthalte werden natürlich die ultimativen Touristenziele wie Orchard Road, China Town oder Sentosa Island besucht.
Wer aber genügend Zeit mitbringt, vielleicht auch schon öfters da gewesen ist und sich daher mal auch abseits der hektischen, überlaufenen Sehenswürdigkeiten umsehen will, dem kann ich einen Ausflug auf die beiden kleinen Eilande empfehlen.
Ich habe diesen Trip erst an Weihnachten 2008 mit meinem Freund aus Singapur unternommen.
Man fährt zuerst mit Singapur’s sehr praktischer und preiswerter S-Bahn MRT zur Marina Bay Station. Dort geht man durch den Ausgang A und benutzt den Bus 402 bis zum Ferry Terminal Marina South Pier. Das Rundfahrticket kostet umgerechnet etwa 7,50 Euro inklusive Inseleintritt. (www.islandcruise.com.sg / www.newasia-singapore.com)
Das 40 Hektar große Saint John ist eine der 57 Inseln von Singapur. Sie liegt etwa 6,5 Kilometer südlich des Festlandes jenseits der "Singapore Strait“. Bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es dort eine Quarantänestation für Immigranten, ein Gefängnis und ein Rehabilitationszentrum für Drogensüchtige. Ein streng abgesondertes Auffanglager für illegale Einwanderer existiert immer noch.
Das Tropical Marine Science Institute befindet sich dort und auch das Aquaculture Centre mit einer Fischzucht. Diese Einrichtungen sind allerdings nicht öffentlich zugänglich.
Lustig fand ich die Tatsache, daß an vielen Stellen jede Menge Freizeitangler ihrem Hobby nachgingen, obwohl überall Hinweisschilder das Fischen verboten.
1975 wurde die hügelige Insel zu einem weitläufigen Naherholungsgebiet umgestaltet mit Badelagune, Wanderpfaden, Picknickplätzen und Spielfeldern. Der Northern Beach zählt sicher zu den wenigen, wirklich schönen Badestränden in Singapur. Nur die Wasserqualität läßt leider auch dort zu wünschen übrig. Eine Folge des regen Schiffsverkehrs. Üppige, tropische Flora macht die Insel zum beliebten Ziel für Wochenendausflüge. Unter der Woche jedoch ist es meist ziemlich ruhig und dann kann man schon auch mal einen Waran beobachten. Wenn man länger auf Saint John bleiben möchte, kann man auch Ferienhäuser mieten. Die Verpflegung sollte man allerdings selbst mitbringen, denn Einkaufsmöglichkeiten oder eine gastronomische Einrichtung gibt es nicht.
Kusu Island (was auf Chinesisch Schildkröteninsel heißt) erreicht man von Saint John aus nach 20minütiger Bootsfahrt. Sie wurde auf zwei Sandbänken künstlich aufgeschüttet, zu einem Freizeitpark ausgebaut und hat nun eine Fläche von 8,5 Hektar.
Eine Legende erzählt aber eine weitaus romantischere Entstehungsgeschichte:
„Eine Meeresschildkröte rettete einst zwei Seeleute, einen Malayen und einen Chinesen vor dem Ertrinken, in dem sie sich in eine Insel verwandelte. Zum Dank errichteten die Geretteten, nach ihrer jeweiligen Glaubenszugehörigkeit, einen malayischen Schrein, einen chinesischen Tempel und die riesige Plastik einer Schildkröte“.
Heutzutage pilgern noch jedes Jahr zwischen September und November viele Gläubige auf das winzige Eiland, um dort um Gesundheit, Frieden, Glück und Wohlstand zu bitten.
Die Taoisten besuchen dabei den Da Bo Gong Tempel, während die malayischen Muslime zum Schrein Kramat Kusu hochsteigen, der von dichtem Baumwuchs verdeckt, nur über eine 152stufige Treppe erreichbar, auf einem steilen Hügel steht.
Mein Freund George und ich verbrachten einen wunderbar entspannten und ruhigen Weihnachtstag auf diesen beiden Inselchen. Während wir auf Saint John noch aktiv waren und auf den Wanderwegen rumliefen und vor der Weiterfahrt an einem schattigen Picknickplatz unter Palmen das mitgebrachte Lunchpaket verzehrten, suchten wir uns auf Kusu schnell ein luftiges Plätzchen, nicht weit vom Strand entfernt, unter einer riesigen Akazie. Dort machten wir es uns auf einer Decke bequem, frischten uns im lauwarmen Wasser der Badelagune bei Bedarf ab und beobachteten die zahlreichen Schiffe, die vor dem Hintergrund der Skyline von Singapur, oft nur ein paar hundert Meter entfernt, an der Insel vorbeirauschten. Ein tolles Szenario. Nebenan tollten kleine Kinder im Sand herum und ein paar Familien vertrieben sich die Zeit mit irgendwelchen Spielen. Ehe wir uns am späten Nachmittag auf den kurzen Weg zum Bootssteg machten, kletterten wir noch die Stufen zum Kramat Schrein hoch und dem Da Bo Gong Tempel statteten wir natürlich auch einen Besuch ab. Bald danach saßen wir an Bord der kleinen Fähre und tuckerten zurück ins pralle Leben von Singapur.
Copyright by: Text und Fotos, Josef Stadler



















spiko sagte vor 3 Jahre 1 Woche:
islandhopping vor singapur, das ist mir neu. ich kenne nur die insel sentoasa vor dem stadtstaat. gehören die inseln alle zu singapur oder zu indonesien? die strasse von malakka führt doch am unteren ende der malayischen halbinsel vorbei, ich dachte die eilande gehören alle zu indonesien.
die reportage klingt auf jeden fall spannend, auch wenn die warane etwas klein sind im gegensatz zu denen auf komodo.
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