Leser-Reportagen
CHIEMGAU - Radltour im Frühling
Herrlichstes, sonniges Frühlingswetter war angekündigt und so holte ich am Karfreitag, 10.April 2009 mein Fahrrad aus der Garage und machte mich am späteren Vormittag auf den Weg. Von Traunstein aus, meinem Wohnort im Chiemgau, wollte ich nach Ruhpolding radeln und weiter über Inzell wieder zurück. Die rund 40 Kilometer lange Strecke kannte ich schon von einigen früheren Ausflügen. Gerade richtig für die erste Tour im Frühjahr.
In knapp zehn Minuten habe ich von zu Hause aus den neugebauten Steg über die Traun in der Daxerau erreicht. Von dort radle ich gemütlich auf dem Kiesweg am rechten Ufer des Flußlaufes entlang, passiere das Wehr bei Seiboldsdorf . In den Wiesen spitzen überall weiße Anemonen aus dem braunen Altgras. Dann komme ich kurz vor Siegsdorf an der Stelle vorbei, wo die Rote und die Weiße Traun zusammenfließen. Die Rote Traun entspringt im Inzeller Moos und deshalb ist das Wasser rotbraun gefärbt. Die Weiße Traun kommt aus der Laubau und wird durch milchig grünes Schmelzwasser gespeist. Durch Siegsdorf bin ich schnell durch und dann gibt es mehrere Möglichkeiten, nach Ruhpolding zu fahren. Ich halte mich vor dem Bahnübergang am Ortsende von Siegsdorf wieder an den Uferweg, diesmal aber links des grünlichen Wasserlaufs bis Höpfling.
Dort überquere ich die Brücke und folge nun dem Weg durch lichtes Gehölz, das noch ganz zaghaft, neue Blätter austreibt. Goldgelbe Dotterblumen leuchten aus überschwemmten Senken. Nach ein paar kurzen Anstiegen und Abfahrten erreiche ich Eisenärzt. Dort schiebe ich die steile, schmale Straße nach Hörgering hoch und bald geht´s auf der Forststraße wieder flott runter zum Traunufer. Dann zwingt mich ein extrem steiles Wegstück wieder aus dem Radsattel. Es ist zum Glück nicht sehr lang und als ich oben aus dem Wald komme, sehe ich schon die Ruhpoldinger Kirche. Von Vordermiesenbach aus führt die Straße jetzt ein gutes Stück abwärts bis zum Ortsteil Sankt Valentin. Dazwischen komme ich am Gasthof „Zur Alten Säge“ vorbei. Dort kehre ich zum Mittagessen ein.(www.altesaege.de)
Am Zeller Kirchlein vorbei, geht es dann ständig leicht aufwärts am laut rauschenden Windbach entlang in Richtung Rabenmoos. In dieser schattigen Kluft liegt noch viel Schnee und die Forststraße ist ziemlich aufgeweicht. Bei der Windbachhütte muß ich dann umkehren, denn der Wanderweg Richtung Inzell ist mit dem Fahrrad nicht mehr passierbar. Macht nicht´s. Fahre halt nun ein paar Kilometer auf der Deutschen Alpenstraße bis Aschenau, wo ich dann am noch vereisten Froschsee vorbei flott vorankomme, da es jetzt abwärts geht bis zum Inzeller Ortsteil Niederachen. Eine tolle Sicht bietet sich auf das im Eissport weltberühmte Inzell. Im Hintergrund der Gamsknogel und der Zwiesel.
Ich lasse die Inzeller Filze (Moor) rechter Hand liegen und biege nun auf die schmale Teerstraße in Richtung Hammer ein. Ein paar Minuten schaue ich zwei Eseln zu, die sich gelangweilt in einer Koppel bei Gschwall die warme Sonne auf den grauen Pelz scheinen lassen. Auf einmal höre ich eine Frauenstimme hinter mir. „ Das ist doch der Josef. Hey! Servus!“ Es ist die Rosi, eine gute Freundin, die die gleiche Idee hatte wie ich, und sich auf ihr Mountainbike geschwungen hat, aber eine ganz andere Strecke gefahren ist. Zusammen setzen wir die Fahrt fort, mehr oder weniger nahe an der Roten Traun entlang. Wir radeln durch die Ortschaft Hammer, wo wir die B 306 unterqueren. Danach dauert es etwa noch ein Viertelstündchen, bis wir in der Heutau in das gut besuchte Cafe einkehren.
Wunderbar kann man dort im Garten in der Sonne sitzen und Kaffee und Kuchen oder eine deftige Brotzeit genießen. Schließlich machen wir uns auf zur letzten Etappe zurück nach Traunstein. Dieses Teilstück erfordert nicht mehr viel Anstrengung. Beim Weiler Paulfischer führt die Straße unter der Autobahn A 8 hindurch und dann lassen wir die Räder bis Wernleiten rollen. Nun bummeln wir die restlichen Kilometer auf dem bewaldeten Weg links der Traun, bis wir wieder am Steg in der Daxerau sind. So gegen 17:30 Uhr bin ich wieder zu Hause.
Copyright by: Fotos und Text, Josef Stadler

























Martin (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 24 Wochen:
Servus, das Chiemgau ist auch für Mountainbiker ein tolles Gebiet. War kürzlich mal auf der Alm unterhalb der Kampenwand. Wirklich ein Erlebnis, wenn auch steil. Wer TOuren sucht, findet auch hier http://www.mountainbikeurlaub.com/mtb-touren den einen oder anderen Tipp. Ich gehe jedenfalls dort öfter nachschauen. Ist auch eine Runde um den Chiemsee drin!
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mosaik (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 43 Wochen:
also, ich hätt' dich im Gasthof "zur alten Säge" und bei der Brotzeit besucht - dazwischen wär' ich mit meinem "Begleitfahrzeug" hinter dir her gefahren [grins]!
Aber jedenfalls kann ich allen nur den Chiemgau sehr empfehlen! Es ist sowieso etwas schade, dass die deutschen, österreichischen und südböhmischen Gebiete sowohl hier als auch im Printmedium etwas stiefmütterlich behandelt werden.
Euer (an @Markus und @Peter) sehr gutes Magazin heißt zwar "abenteuer & reisen", aber muss denn gleich jede Reise ein Abenteuer sein [grins], wo doch viele nur gerne reisen [nochmals grins]
Einen guten Radl-Brotzeit-Start wünsche ich allen
herzlichst Euer
Peter
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peter_pfaender sagte vor 2 Jahre 43 Wochen:
Hi Josef, Danke für den CO2-neutralen und gesunden Bericht! Auch mich hat es bei diesem truamhaften Osterwetter immer wieder aufs Bike getrieben. Muss aber gestehen, dass ich die Kamera vergessen habe. Dir als0 großes Lob und herzlichen Dank. Übrigens: kaum zu glauben: am Samstag hab ich schon Kids gesehen, die im 10 Grad kalten Ammersee gebadet haben. Wie steht es damit eigentlich am Chiemsee :-)
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markus sagte vor 2 Jahre 43 Wochen:
Hallo Josef,
Gratulation aus der Redaktion zur schönen Oster-Tour. Es war fast schon ein bisschen zu heiß, oder? Da hat der Fahrtwind bestimmt gut getan. Danke für die Reportage!
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