Leser-Reportagen
CHIEMGAU - Der Traunsteiner Georgiritt
Alljährlich am Ostermontag, findet in Traunstein, dem Zentrum des Chiemgaues, der Georgiritt statt. Seit Jahrzehnten schaue ich mir dieses Spektakel immer wieder gerne an, denn dieser Umzug mobilisiert jedesmal zigtausende von Zuschauern, die aus Nah und Fern anreisen, um die historischen Gruppen, die Trachtenvereine und vor allem natürlich die zahlreichen prächtig geschmückten Pferde und ihre herausgeputzten Reiter zu bestaunen. Der Wettergott war diesmal, am 13.April 2009, den Veranstaltern besonders wohl gesonnen. 476 Pferde, so viel wie noch nie, zogen bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt Traunstein´s hinauf zum Ettendorfer Kircherl, um dort den Segen für Ross und Reiter zu empfangen.
Vor und nach dem Umritt treten auf dem Stadtplatz die Schwertertänzer auf. Der Tanz symbolisiert die Austreibung des Winters durch den Frühling. Dieser Brauch ist bis ins Jahr 1531 belegt.
Ich zitiere aus der Broschüre des Sankt-Georg-Vereins:
„In heidnisch-germanischer Zeit - so weit reicht der Brauch zurück - wurde das Pferd, besonders der Schimmel, als göttlich begabt verehrt. Der magische Umzug der Pferde um den Kulthügel galt als Ausdruck der Wiederkehr des Frühlings.
In christlicher Zeit wandelte sich der Brauch zur kirchlichen Pferdeweihe zum Schutz der unentbehrlichen Tiere. Galt er früher dem Heiligen Leonhard und Sankt Veit, so ist er in jüngerer Vergangenheit Sankt Georg gewidmet. Der Erhaltung und würdigen Gestaltung des Traunsteiner Osterrittes hat sich der im Jahre 1891 gegründete St.-Georgs-Verein angenommen. Heute ist der Traunsteiner Georgiritt einer der schönsten Umritte Altbayerns. Farbenfrohes Historienspiel, lebendiges Brauchtum und Bekenntnis zum christlichen Glauben.... “
Um Punkt 10:00 Uhr setzt sich der Zug unter dem Geläut der Kirchenglocken in Bewegung. Der Reiterzug wird von einem Herold angeführt, dem Trommler, Pfeifer und die Schwertertänzer folgen. Der Lindl, der Eisenritter und Hans von Schaumburg sind historische Gestalten, die mit der Geschichte Traunsteins eng verbunden sind und auf besonders mächtigen Rössern mitreiten.
Den Kern des Zuges bilden die Bauernreiter und Gespanne, die dafür aus dem ganzen Chiemgau zusammenkommen. Die vierspännigen Festwagen, auf denen Trachtengruppen und vier Musikkapellen den Georgiritt begleiten, runden den prächtigen Aufzug ab. Mehrere Reitervereine nehmen ebenso teil, wie lustige Zwergponies, die von ihren Besitzern mitgeführt werden. Zum Abschluß sind auch noch Mulis der Tragtierkompanie aus Bad Reichenhall zu sehen.
Ich persönlich beobachte mittlerweile fast mit mehr Interesse das Publikum und da wiederum speziell die kleinen Kinder, die so oft spontane und herzerfrischende Reaktionen und Kommentare bieten. Auf alle Fälle sollte man, wenn sich die Gelegenheit bietet, den Traunsteiner Georgiritt besuchen.
Copyright by: Fotos und Text, Josef Stadler


































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