Leser-Reportagen
BAYERN - Fahrradtour rund um den Chiemsee
Ein bißchen Kondition sollte man mitbringen und ein stabiles Fahrradl, es muß gar kein Mountainbike sein, und schon kann es losgehen.
Im Prinzip ist es egal, in welche Richtung man fährt und wo man die Tour beginnt. Der Radrundweg um das “Bayerische Meer“ ist etwa 74 Kilometer lang, gut beschildert und ausgebaut und bietet für jeden Fahrradfreund etwas. Man muß auch nicht unbedingt eine Brotzeit dabei haben, denn entlang der Strecke gibt es genügend Gelegenheiten einzukehren, z.B. von der Imbißbude im Hafenbereich in Prien bis zum Sternehotel „Malerwinkel“ bei Lambach. Für jeden Geldbeutel und Geschmack ist da was zu finden. Genügend Trinkvorrat dabeihaben ist sowieso klar und auch das Badezeug sollte man nicht vergessen, außer man plant den Sprung ins Wasser am Nudistengelände neben dem Campingplatz in Feldwies.
Ganz Sportliche können die Umrundung in gut zwei Stunden schaffen, aber die meisten Radler wollen eine gemütliche Tagestour machen und dabei die Gastlichkeit, die Natur und die tollen Ausblicke auf den Chiemsee genießen.
Wenn man es sich einrichten kann, sollte man sich an einem Werktag aufmachen, denn an Wochenenden kann der Betrieb auf den manchmal doch recht schmalen Wegen ganz schön zunehmen und dann muß man oft genug mehr auf den Gegenverkehr und zusätzlich noch auf Spaziergänger achten, als manchem lieb ist. Schon einige Male hatte ich diesen Ausflug unternommen, zu verschiedenen Jahreszeiten, in beiden Richtungen, mit und ohne Begleitung. Es ist jedesmal ein eigenes, befriedigendes Erlebnis.
Ich radelte vor ein paar Tagen, morgens gegen 8:30 Uhr, von meiner Wohnung in Traunstein los. Den See erreichte ich nach etwa 20 Minuten bei dem Weiler Hagenau zwischen Grabenstätt und Chieming. Dort hat man von einem kleinen Hügel aus einen weiten Blick über die Hirschauer Bucht und im Hintergrund ragen die nahen Konturen von Hochfelln, Hochgern bis hinüber zum zackigen Grat der Kampenwand auf. Diese Silhoutte begleitet dich auf der ganzen Fahrt.
Ich trat gegen den Uhrzeigersinn in die Pedale, denn der Wetterbericht hatte für den Nachmittag Gewitterschauer angekündigt und ich wollte mir die Möglichkeit offen halten, eventuell mit dem Zug von Prien, Bernau oder Übersee aus, zurück nach Traunstein fahren zu können.
Große Teile des Radwanderweges führen unmittelbar am Seeufer entlang, meist durch schattiges Buschwerk oder lichten Baumbestand. Interessante Durchblicke auf die Wasserfläche sind stets garantiert. Es gibt keine großen Steigungen oder Abfahrten, aber einige Male muß man sich auch auf öffentliche Straßen begeben, wie etwa in Prien. In Seebruck überquert man die aus dem See fließende Alz.
Der unattraktivste Teilabschnitt liegt zwischen Felden und Feldwies, denn dort führt der Radweg großteils direkt an der Autobahn A8 entlang. Erst nachdem man kurz vor Winkl die Brücke über die in den See gurgelnde Tiroler Ache passiert hat, entkommt man wieder dem Verkehrslärm, denn die letzten Kilometer auf flachem Kiesweg führen nun durch das Naturschutzgebiet des Achendeltas bis zur Hirschauer Bucht.
Dort endete diesmal für mich am frühen Nachmittag die Chiemseeumrundung. Die Radlerei war allerdings noch nicht ganz zu Ende, denn noch mußte ich etwa zehn Kilometer nach Hause radeln. Natürlich gönnte ich mir noch einen Milchkaffee und einen Topfenstrudel in dem rustikalen Ausflugslokal in der Hirschauer Bucht, ehe ich nun mit schon etwas müden Beinen die Heimetappe in Angriff nahm.
Jedenfalls kann ich nur jedem Radwanderfan raten, diese Tour anzugehen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Übrigens, Regenschauer hat es keine gegeben !
Copyright by: Text und Fotos, Josef Stadler


















Elli sagte vor 2 Jahre 22 Wochen:
Oh ja, diese Tour hab ich kürzlich auch gemacht. Leider an einem Samstag bei Schönwetter. Man hatte das Gefühl, ganz Oberbayern hat sich am Chiemsee versammelt. Aber eine tolle Strecke. Sollte man unbedingt unter der Woche machen, wenn man sich's einrichten kann.
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