Leser-Reportagen
Gratwanderung
Anfang Sept. war ich auf dem Karnischen Höhenweg unterwegs – eine tolle Tour mit fantastischen Panoramablicken auf die Sextener Dolomiten und Karnischen Alpen.
Dieser Weg verläuft auf der Höhe des Hauptkammes in den Karnischen Alpen, entlang der Staatsgrenze zwischen Italien (den Regionen Veneto und Friuli-Venezia Giula) und Österreich (Osttirol und Kärnten).
Wir sind von Sexten bis zur Wolayerseehütte gelaufen. Das waren insgesamt 4 Tagesetappen, man könnte allerdings noch weiter laufen.
Der Höhenweg „verdankt“ seine Existenz dem 1. Weltkrieg, als ein Gebirgskrieg zwischen Österreich und Italien begann. Zur Vorbereitung auf diesen Wahnsinn legte man auf beiden Seiten der Staatsgrenzen sogenannte Versorgungswege an, mit Geschützstellungen, Unterkünften und Kasamatten.
Der Hauptkamm verläuft von Ost nach West und hat eine Länge von 100 Km. Er beginnt im Westen mit dem Monte Elmo, 2433 m, in Sexten und erreicht mit der Pfannspitze, dem Zwölfer und dem Hochweißstein mehrmals die 2.700 m. Höchster Gipfel ist die Hohe Warte mit 2.780 m. (Die Gipfel können allerdings auch ausgelassen werden). Der östliche Teil wird vom Plöckenpass und dem Nassfeldpass gequert.
Der Höhenweg ist nicht besonders schwierig und für jeden geübten Wanderer machbar. Allerdings können die einzelnen Etappen z. T. bis 9 Std. dauern. Außerdem kann es bei den Übernachtungen auf den Hütten eng werden, weil der Weg Juli–Aug. überlaufen ist. Tipp: Wir haben die Übernachtungen im voraus gebucht.
Hier meine ganz persönlichen Tipps:
1) Unbedingt auf der Fillmoor-Hütte, zu Füßen des großen Kinigat, einkehren (sie hat leider nur wenig Übernachtungsplätze) – die Gemüsesuppe dort schmeckt fantastisch. Überhaupt kocht der ökologisch angehauchte Wirt toll, beschreibt auf seiner Karte alle Gericht genau und gibt darüber Auskunft, wo er seine Waren einkauft.
3) Von der Porze-Hütte zur Hochweißsteinhütte: Bei schlechtem Wetter kann man die Gratwanderung auf dem sogenannten Almenweg auf italienischer Seite umgehen. (Dauer: ca. 9 Std.). Sehr schön der abschließende Aufstieg durch ein blumenreiches, enges Tal zum Hochalpljoch.
2) Die schönste und komfortabelste und auch landschaftlich spektakulärste Hütte ist die von der Seewarte-Wande überragte Wolayerseehütte (1.967 m). Hüttenwirt Helmut Ortner ist selbst Bergführer und weiß deshalb, was Wanderer wünschen: nämlich einen beheizten Schuhraum zum Trocknen, eine heiße Dusche (gegen Gebühr), kostenloses warmes Wasser in den beheizten (!) Waschräumen, neben Lagerräumen auch 2- und 4-Bett-Zimmer und eine sehr gute Küche mit ausgesuchten österreichischen Weinen (z. B. herrlich locker-leichter Kaiserschmarrn, süffiger Weißburgunder, leckeres Frühstücksmüsli)... Außerdem ist die Hütte fast nie überfüllt, denn sollte der Andrang doch einmal groß sein, schickt der Wirt die Gäste einfach weiter ins 10 Min. entfernte Rifugio Lambertenghi auf italienischer Seite.



Elli sagte vor 2 Jahre 35 Wochen:
Stimmt! Ist eine tolle Tour. Bin ich auch schon gegangen und durfte mir den wirklich ausgesprochen leckeren Kaiserschmarrn auf der Wolayerseehütte auch schon schmecken lassen. Wirklich hilfreiche Informationen zur Vorbereitung auf den Karnischen Höhenweg gibt es übrigens auch unter: www.karnische-alpen.com
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