Leser-Reportagen
Bomvu Backpackers Paradise: Out of Order!
Ein Reiseführer kostet einen Euro? Das ist ja nicht viel. Was, zwei Beine hat er auch noch? Das Preisgefüge in Südafrika ist zuweilen erschreckend.
Wir sind in der Coffee Bay, in der südafrikanischen Provinz Eastern Cape, auf halbem Weg zwischen Buffalo City und Durban. Unsere Unterkunft: Bomvu Backpackers Paradise, mitten in einem tropischen Garten und unweit des Strandes gelegen.
Hergekommen sind wir mit Truck mit Passagierkabine - und das ist gut so, ohne dieses Fahrzeug wären wir angesichts der intensiven Regenfälle am zweiten Tag kaum wieder weggekommen. Mit dem Fahrzeug haben wir aber eine zusätzliche Option: Abfahrt durch den Fluss.
Auf der Fahrt zur Coffe Bay kommt irgenwann von Todd, unserem Reiseleiter und Fahrer, in der tiefsten Pampa der Hinweis, "last toilet stop". Frauen links vom Truck, die Männer rechts. Wir sind in der tiefsten Transkei, einem ehemaligen Homeland. Hier sollte man als Weißer nachts nicht zu Fuß auf die Strasse – zu gefährlich. Leider gehört auch das zu Südafrika.
Am nächsten Tag wandern wir zum "Whole in the wall", einer pittoresken Felseninsel mit einem großen Loch mittendrinn, durch das die Wellen donnern.
Die Wanderung dorthin geht querfeldein durch Schluchten, über Berge, über Bäche mit Fröschen und durch Palmenhaine, vorbei an verschiedenen Siedlungen, in denen ausschließlich Schwarze wohnen. Begleitet werden wir eben vom erwähnten Guide, der uns einen Euro kostet.
Der Guide wurde uns im Bomvu Backpackers empfohlen. Überhaupt, dieses Bomvu: Hier treffen sich die Einheimischen, hier kommt man ins Gespräch, ein offenes Haus. Hier beginnt man zu ahnen, wie das "echte" Südafrika tatsächlich ist...
Etwas irritierend nur das Schild am Eingang einer Tür: "Bomvu Backpackers Paradise: Out of Order"! Gottlob gibt es neben der Badewanne, wo dieses Schild hängt, auch noch Duschen!
Viele Einheimische verdienen sich Geld dazu, sei es als Guide, sei es bei besichtigungstouren durch das Dorf, beim Drum-Workshop, beim Auftritt lokaler Tänzer, beim Drummer-Konzert... Eine Kanne mit selbstgebrautem Bier macht ständig seine Runde.
Hinzu kommen Vollmond-Parties, preiswerte Longdrinks, Lagerfeuer-Romantik. Preiswerter gibt es wahrscheinlich kein Paradies: Ein Bett im Dorm kostet gerade mal 40 Rand (etwas über 3 Euro). Außerdem gibt es einen Campingplatz, Zimmer und Rondavels. Weitere Infos: http://www.bomvubackpackers.com
Eine ausführliche Reportage über eine Südafrika-Reise auf meiner Homepage: http://www.suedafrika.ag.vu/







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