Leser-Reportagen
Bamberg: Was Keller mit einem Weltkulturerbe zu tun haben
Zwei lange schmale Kähne bewegen sich auf dem linken Regnitzarm aufeinander zu. Im Hintergrund das historische Rathaus Bambergs, das durch seine einmalige Lage auf einer schmalen Insel besticht: Zwei Brücken verbinden es mit dem Festland, mit der bürgerlichen Unterstadt und der bischöflichen Oberstadt. Mir gegenüber, auf der anderen Seite "Klein-Venedig", pittoreske kleine Fachwerkhäuser mit winzigen Vorgärten.
Obwohl sich wieder einige 100 Menschen versammelt haben, um dem Fischerstechen zuzusehen, herrscht erwartungsvolle Stille. Die Fahrer der beiden Boote fahren aufeinander zu- möglichst ruhig, damit der Kompagnon vorne im Kiel des wackeligen Kahns nicht leichte Beute für den Gegner wird. Auge in Auge belauern sich die beiden Fischerstecher. Da- der eine holt aus und stößt den anderen mit seiner Stange ins Wasser. Das Wasser spritzt. Jubel.
Was ist die Faszination des Fischerstechens? Die ungewöhnliche Sportart? Das romantische Amiente? Die Jahrhunderte alte Tradition? Wahrscheinlich eine Kombination von allem.
Das Fischerstechen findet alljährlich im August im Rahmen der Sandkerwa statt, 5 Tage Ausnahmezustand ( http://reisen.ciao.de/Sandkerwa_Bamberg__Test_8266366 ).
SCHLENDERN DURCH DIE ALTSTADT
Wer es ruhiger mag, sollte einen anderen Termin für die Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes suchen, das zu jeder Jahreszeit viel zu bieten hat. So auch zur Adventszeit mit seinem Krippenweg durch die ganze Altstadt mit seinen 33 Stationen ( http://www.weihnachtsmarkt-deutschland.de/bamberg-krippenweg.html ).
Neben dem Alten Rathaus ist natürlich der Dom eine der Hauptsehenswürdigkeiten- eines der imposantesten Bauwerke des Mittelalters in Deutschland. Hier liegt übrigens der einzige Papst (Clemens II) nördlich der Alpen begraben. Der Dom liegt auf einem der sieben Hügel des fränkischen Roms. Direkt nebenan die Alte Hofhaltung und die neue Residenz. Von der Residenz eingerahmt der Rosengarten.
Auch in der Altstadt gibt es viel zu sehen- am besten einfach treiben lassen: schmale Gäßchen, viele verwunschene Läden, attraktive Gasthöfe, etliche Antiquitätenhändler...
BAMBERG UND SEINE (BIER-)KELLER
Nicht weniger als 10 Brauereien sind in Bamberg zuhause: http://www.bierstadt.de . Überhaupt: Oberfranken gilt als die Region mit der größten Brauereidichte der Welt: 200 Brauereien mit 1.000 Biersorten gibt es hier http://www.bierland-oberfranken.de . Auf 5.500 Einwohner kommt eine Brauerei. In Oberbayern müssen sich dagegen 45.000 Einwohner eine Brauerei teilen, in Italien kommen sogar nur 3,6 Mio. Einwohner auf eine Brauerei. Die Ärmsten!
Das Bier wird natürlich auch in zahlreichen Brauereigaststätten und auf den "Kellern" ausgeschenkt. http://www.bierkeller.de. Keine Angst, man sagt den Franken zwar nach, dass sie etwas in sich gekehrt sind, zum Trinken gehen sie aber trotzdem nicht in den dunklen, einsamen und kalten Keller. Ganz im Gegenteil!
Vor der Erfindung des Kühlaggregates mussten die Brauer Lösungen finden, wie sie während der warmen Jahreszeit ihr Bier lagern konnten. So entstanden Stollen in den Hügeln Bambergs und der Fränkischen Schweiz, die "Keller" eben. Diese zeichneten sich durch eine gleichmässig niedrige Temperatur von etwa 8 Grad zu allen Jahreszeiten aus. Zur Beschattung wurden über den Kellern Laubbäume angepflanzt, wo bis heute das Bier ausgeschenkt wird. Bei vielen Kellern darf man seine Brotzeit noch mitbringen, überall gibt es aber auch leckeres Essen zu kaufen. Viele der Keller liegen oben auf den Hügeln Bambergs- zum Teil mit einer übererdischen Aussicht gesegnet.
Eine warme Sommernacht, die Dämmerungs setzt ein, die Lichter in der Bamberger Altstadt gehen an, nette Leute um Dich rum und ein kühles Seidla (=0,5 Liter-Krug) vor Dir - was willst Du mehr? Den wohl besten Blick hat man vom "Spezial" am Oberen Stephansberg 47 ( http://www.spezial-keller.de ).
In Bamberg hält man es aber nicht nur wegen der guten Biere und des guten Essens aus, sondern auch wegen der zahlreichen Kulturangebote. So sind in der Stadt die Bamberger Symhoniker zu Hause. Wenn Sie nicht gerade auf Tournee sind, spielen sie regelmäßig in der Sinfonie an der Regnitz ( http://www.bamberger-symphoniker.de ). Hinzu kommen das E.T.A. Hoffmann-Theater, Veranstaltungen wie "Bamberg zaubert", die Gitarrentage, die Klezmertage und und und... Wer's sportlicher mag: In Bamberg sind auch die Brose Baskets zuhause ( http://www.brosebaskets.de ). Der Besuch eines Heimspieles in der JAKO-Arena ist Pflicht, vorausgesetzt, man kommt irgendwo und irgendwie an Karten ran.
Ein Besuch in der Fränkischen Schweiz gehört auch unbedingt zu einem Bamberg-Besuch dazu- nicht nur im Frühling ein Traum, wenn die Kirschen im größten Kirschanbaugebiet der Welt blühen. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte...
Eines darf man in Bamberg allerdings nicht: Sein Auto irgendwo in der Innenstadt einfach abstellen. Wenn dort kein Parkverbots-, Halteverbotsschild oder Parkscheinautomat zu sehen ist, das Auto auf keinen Fall abstellen. Entweder ist das Verbotsschild irgendwo gut versteckt oder auf dem Parkplatz, auf dem sie stehen, ist nur für Anwohner. Also - unbedingt ins nächste Parkhaus fahren, davon gibt es genug. Und noch ein Tipp: Nicht zur rush hour in die Stadt fahren, denn Bamberg ist nicht nur Weltkulturerbe, hier leben und arbeiten auch Menschen und die Altstadt ist definitiv nicht für Autos gebaut!







mosaik (nicht überprüft) sagte vor 3 Jahre 9 Stunden:
Bamberg, Fränkische Schweiz, Vierzehnheiligen, Kulmbach und und und - man kann viel sehen und erleben in diesem Teil Bayerns. Auf jeden Fall ist Bamberg sehenswert
meint
Peter
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