Leser-Reportagen
Hideaway am Gardasee
Das Juwel am Gardasee
„Wenn man ein Hotel betritt, sollte man abheben wie auf einem fliegenden Teppich“, meint Richard Burns, der Besitzer des 5-Sterne-Luxushotels. Recht so! Aber was heißt schon Hotel. Die Villa Feltrinelli ist ein Hideaway, ein Refugium, das maximal 4o Gästen in 21 Suiten ein Höchstmaß an Privatheit bietet, in einem Ambiente, das luxuriöser und exzentrischer nicht sein könnte. Nur ein paar Schritte vom kleinen Hafen des Örtchens Gargnano entfernt, das schon D.H. Lawrence begeisterte. Da fällt es leicht, abzuheben, freilich in eine Welt absoluter Prachtentfaltung des 19. Jahrhunderts.
Erbaut wurde das neogotische Schlösschen 1892 vom Papier-Magnaten Giacomo Feltrinelli als Sommerresidenz, berühmt wurde es aber durch einen eher schrillen Gast, den Duce. Benito Mussolini verbrachte hier mit seiner Familie, gezwungenermassen, im fürstlichen „Exil“, seine letzten Tage. Freundin Laura Petacci war nur ein paar Häuser weiter untergebracht, in der viel kleineren „Villa Fiordaliso“, heute ebenfalls Hotel, ein „Relais & Chateau“. In den Nachkriegsjahren führte die Villa unter den Feltrinelli-Erben ein Aschenputtel-Dasein und verfiel dann irgendwann in einen Dornröschenschlaf. Bis der amerikanische Selfmade-Millionär und Gründer der Regent International Hotels Burns auftauchte und die Schöne 1997 kurz vor dem Verfall wachküsste.
6o Millionen hat sich der heute 7oJährige diesen Kuss (vom Denkmalamt beaufsichtigt) allein für die Renovierung kosten lassen, bis er dieses Kleinod im Juli letzten Jahres eröffnen konnte. Deckenfresken und bunt geschliffene Glasfenster, kunstvoll geschnitzte Hölzer an den Wänden und wertvolle Intarsien auf den Böden. Antiquitäten als Gebrauchsmobiliar in den Salons und in den Suiten. Italienisches Linnen und ägyptische Baumwolle auf den Betten, englische Armaturen in den Bädern.- Richard Burns hat seinen Beruf zur Passion werden lassen, den Wunsch, die Villa in altem Glanz erstrahlen zu lassen, in jedem Detail perfektioniert.
„Mit der Villa Feltrinelli möchte ich vor allem Menschen ansprechen, die die Welt kennen und nach einem luxuriösen Fluchtort in ruhiger Umgebung suchen.“ Für die gepflegte Ruhe sorgt ein drei Hektar grosser Park aus uralten Bäumen, Orangen- und Olivenhainen, dazwischen Hibiskus, Lavendel und Hortensien. Der Stolz der Gartenbauer ist die Restaurierung der „Limonaia“, der alten Aufzuchtterrassen von Zitronenbäumchen und der Kräutergarten. Aus dem holt sich übrigens der Chefkoch seine Geschmacksnuancen, mit denen er sein täglich wechselndes A la Carte Menu aus Köstlichkeiten der italienischen Küche versieht. Und alles entlang des privaten Gardaseeufers, zu dem eine Freitreppe vom Salon direkt hinunterführt. Und alles für nur 4o Gäste. Der Liegestuhl steht da, wo Sie ihn gerne hätten.
Eine Fahrt mit dem Mahagoni-Oldtimer-Segelboot? Gerne! Eine Runde auf dem feinen Croquet-Rasen mit Hoteldirektor Christophe Bergen (ein erfahrener Turnierspieler!)? Aber sicher! Ansonsten „no sports“, zumindest im Hotel, gibt es ja schliesslich alles draussen. Aber wer will hier schon raus. Auch der üblichen Wellness und SPA- Manie ist Burns nicht gefolgt. Einziges Zugeständnis an den Wunsch nach körperlicher Ertüchtigung: ein Swimmingpool.
Wenn Sie jetzt Sorgen in Sachen Etikette haben, keine Angst, der Smoking kann getrost zu Hause bleiben, Mr. Bergen empfängt Sie wahrscheinlich ohnehin im Pullover. Und abends, beim Drink in der Bibliothek mit dem alten Billardtisch der Feltrinellis oder im kleinen Restaurant? As you like ist. Mit kurzen Hosen geht hier ohnehin niemand zum Candlelight-Dinner.- Die Gastgeber empfangen Sie wie Freunde, die mal wieder für ein paar Tage vorbeischauen. So ganz nach dem Motto, „fühl dich wie zu Hause“. Was kann es schöneres geben.
Grand Hotel a Villa Feltrinelli
Via Rimembranze 38-4o
I-25o84 Gargnano (BS)
Tel. oo39 / o365 / 798ooo
Fax oo39/ o365/ 79oo1
www. villafeltrinelli.com
Preise
Ab 3oo Euro pro Suite und Tag inkl.Frühstück.



Kommentar hinzufügen