Leser-Reportagen
3 Wochen quer durch Costa Rica (2007)
Freitag 16.02.2007 (Amsterdam)
15:00 Uhr (MEZ): Abflug Amsterdam-Shiphol mit Martinair. Der Abflug hat sich um 1 Stunde verzögert. Beim Zwischenstopp in Orlando ging aber alles glatt. Ankunft war pünktlich um 22:10 (Ortszeit) in San Jose. Am Flughafen während der Wartezeit auf das Gepäck hab ich mich am Automaten mit Geld versorgt. Dollars und Colones. Von da aus ging es mit dem Taxi ins Hotel.
Samstag, 17.02.2007 (San Jose)
Bus in San JoseAufstehen war heute um 7:15 Uhr angesagt. Es war warm und ausgeschlafen war ich auch. Frühstück mit viel Obst, Saft, Müsli und Cafe. Danach ging es in die Stadt. Ein wenig rumbummeln und schauen was sich so alles verändert hat dort. Ausserdem hab ich mir ein Ticket gekauft für den Bus am nächsten Morgen nach Puerto Viejo de Talamanca an der Karibikküste. Das hat 3900 Colones gekostet, was ca. 6 EUR sind. Die Fahrt wird ca. 4 Stunden dauern. Am Nachmittag wollte ich noch Besorgungen machen, ich brauche z.B. einen Adapter für die Steckdosen. Die Akkus der Kamera müssen geladen sein. Ich habe aber leider keinen Adapter auftreiben können. So versuche ich es also am nächsten Tag in Puerto Viejo. Am Nachmittag war ich im Museo Nacional de Costa Rica. Ein schöner Besuch war es. Man kann dort einiges über die Geschichte des Landes erfahren. Sehr schön ist auch der dortige Schmetterlingsgarten, wo es mir gelang einen Blue Morpho zu fotografieren.
Sonntag, 18.02.2007 (San Jose / Puerto Viejo)
Heute bin ich um 7:30 Uhr aufgestanden und hab wieder ein schönes Frühstueck genossen. Um 10 Uhr musste ich am Busbahnhof für die Karibik-Linie sein. Den Weg wollte ich eigentlich zu Fuß zurücklegen. Allerdings ging einer der beiden Rucksäcke kaputt. Auch das Anschnallen an den neuen Rucksack half nichts. Also hab ich mir ein Taxi geschnappt und bin dahin gefahren. Der Taxifahrer hatte auf das Amaturenbrett eine deutsche Fahne geklebt, so war Gesprächsstoff gegeben. Über Fußball kann man mit fast jedem Tico fachsimpeln. Die Fahrt sollte 750 Colones kosten, also etwas über einen Euro. Im Busterminal war ersteinmal die Anschaffung eines neuen Rucksackes fällig. Hab auch schnell einen gefunden: 5900 Colones, also keine 10 EUR. In der noch verbleibenden Zeit bis 10:00 Uhr hab ich also den Inhalt des kaputten Rucksackes umgepackt, was problemlos möglich war. Im Bus dann die freudige Überraschung. Ich hatte einen Platz Kein Bildam Fenster zugewiesen bekommen, das sich auch noch öffnen liess. Pünktlich um 10:00 uhr verließ der Bus das Terminal. Und entgegen aller Erwartungen kamen wir mit einem Zwischenstopp von 20 min um exakt 14:00 Uhr in Puerto Viejo an. Hier habe ich auch direkt ein schönes Zimmer in der Cabinas Jacaranda für 20 Dollar bekommen. Sehr schön eingerichtet. Aber verdammt warm. Hier sind es zur Zeit 32 Grad.
Abends bin ich dann mit meinem Buskollegen Michal (Wir saßen die Fahrt über nebeneinander) durch den Ort gewandert und haben uns erstmal schlau gemacht, was es so genau alles gibt. Michae kommt gebürtig aus Polen, lebt jetzt in Brüssel und spricht hervorragend Englisch und Spanisch. Wir waren auf Empfehlung der Pensionschefin essen in der Soda Lidia. Bei mir gab es Fisch mit Casados. War sehr gut. Danach noch als Dessert arroz con Leche (Milchreis). Am Abend wollten wir noch in so einer Disko ein wenig Party haben, wir waren aber zu früh dran.
Fluch der Karibik ? (Regen!)
Montag, 19.02.2007 (Puerto Viejo)
Regen in Puerto ViejoDie erste Nacht in Puerto Viejo ist vorbei. Es war sehr warm, in der Nacht gab es aber ein Gewitter, was mich so einige male aufwachen ließ. Am Morgen daher heute bedeckter Himmel und im Moment einen Tropenguß. Mal sehen wie das heute so wird mit Strand. Denn heute sollte bei mir eigentlich Strandtag sein. Andernfalls plane ich kurzfristig um. Vor Ort habe ich erstmal die Lage gecheckt, wie man am besten und schnellsten von hier aus an die Pazifiküste kommt - ohne ueber San Jose fahren zu muessen. Denn das ist wegen des Gebirges eine zeitraubende Fahrt. Es bieten sich nun eigentlich zwei Möglichkeiten: Die eine ist mit der Fluggesellschaft NatureAir mit einem kleinen Propellerflugzeug, das täglich nach Tamarindo, Liberia, Punta Islita, Quepos, Palmar Sur und Puerto Jimenez fliegt. Die andere Möglichkeit ist per Bus nach Panama zu fahren. Das ist eine Stunde entfernt. Und von dort aus dann mit dem Bus wiederum rüber an die Pazifikküste zu fahren. Ich denke also da mal noch drüber nach.
Statt Strand war jedenfalls am Morgen Dschungel angesagt. Und es hat sich gelohnt. Michal hatte erzählt, er war früh morgens schon dort, hatte aber keine Tiere gesehen. Ich hatte direkt nach 10 min schon zwei grün-schwarze Pfeilgiftfrösche gesehen und auch zwei rote Pfeilgiftfrösche.
Am Mittag kam dann die Sonne in ihrer ganzen Pracht raus und es wurde sofort richtig heiss. Also ging es jetzt zum Strand. Dort bin ich zwei Stunden erstmal nur gelaufen und hab mir dann irgendwo ein ruhiges Plätzchen gesucht.
Abends dann hab ich einen Typ aus Kanada getroffen, der in der gleichen Pension untergebracht ist. Er heisst Liam und beim Abendessen (Fisch) haben wir uns uber dies und jenes unterhalten. Er lebt in British Columbia, hat zur Zeit einen halben Meter Schnee vor der Haustüer. In Kanada züchtet er Schafe und Lamas. Seine Familie lebt in Ontario und er sagte mir, dass es teurer ist wegen den Flügen seine Familie im gleichen Land, in Ontario, zu besuchen, als wenn sich alle entweder in Mexico oder in Costa Rica treffen. Er ist einmal im Jahr in Costa Rica bei seinem Kumpel Raymond, der ein 700 acr grosses Grundstück in der Nähe von Golfito besitzt. Der kennt dort natürlich sehr viele Leute und kennt die günstigsten und besten Unterkunftsmöglichkeiten. Direkt neben diesem Grundstück ist der Nationalpark... Liam gab mir auf jeden Fall die Telefonnummer von Raymond. Ich soll ihn unbedingt anrufen, falls ich in der Nähe bin.
Am Abend hat es dann fast nur noch geregnet. Es war aber sehr warmer Regen, der daher nicht unangenehm war. Aber nass war es natuerlich trotzdem.
Dienstag, 20.02.2007 (Puerto Viejo / Cahuita)
Der Tag heute begann wie der gestrige aufgehört hat. Mit heftigem Regen seit 5:00 Uhr früh. Deswegen habe ich kurzentschlossen den Entschluss gefasst aufzubrechen. Mein Weg sollte mich nun heute eigentlich nach Sixaola an der Grenze zu Panama bringen. Da ich aber beim Frühstück wiederum einen Typen traf, der ein wenig aussah wie Kurt Cobain und der mir davon schwärmte wie schön es am Nationalpark Cahuita sein soll ("wonderful and amazing") fahre ich also nachher erstmal dorthin um mir dann zu überlegen wie ich am schnellsten an die Pazifikkueste komme. Eigentlich wollte ich die Route ueber San Jose vermeiden, es scheint aber die schnellste Landstrecke zu sein, da die Panama-Variante insgesamt 12 Stunden Zeit kostet. Noch habe ich aber die Option NatureAir bzw. SansaAir, die täglich in alle Richtungen fliegen und das zu sehr günstigen Preisen um die 100 US-$
Am Mittag bin ich in Cahuita angekommen. Cahuita - so scheint es auf den ersten Blick - ist ein kleines verschlafenes Dörfchen an der Karibikküste. Man könnte hier jede Menge "stuff" - abgepackt in kleinen Tütchen - kaufen.... Oft wird man angesprochen und gefragt, ob man "irgendwas braucht". Naja, Kolumbien ist eben nicht sehr weit weg....
ich ankam begrüßte mich Mike. Mike lebte bis vor vor 4 Jahren in Brooklyn, New York. Nun lebt er hier in Cahuita, hat seine Gitarre um die Schultern gespannt und tingelt irgendwie durchs Dorf. Jedenfalls kamen wir ins Gespräch. Mike empfahl er mir die Cabinas seines Freundes. Der vermietet Cabinas in der "Cabinas Calipso" und vermietet nebenbei Mopeds für 30 Dollar am Tag. Die Zimmer waren sauber, hatten Dusche und Toilette und sollten "only 10 bucks a day" kosten, also 10 Dollar am Tag. Gesagt, getan. Mike hatte ich ein Bier versprochen. Das sollte er nun auch bekommen. Aber ich bat ihn, mir noch ein Lied von Neil Young zu spielen. Es war zwar nicht Neil Young was er spielte, aber "Man On The Moon" von R.E.M. klang auch sehr gut.
Conquest Of Paradise
Halb 12 ging ich dann zum Eingang des Parque Nacional Cahuita. Dies war eine spontane Aktion, da der Eingang des Nationalparks nur 300m von der Calipso entfernt war. (Vorab sei erwaehnt, dass es zwei Eingaenge gibt und dass der sehr gut befestigte Weg kein Rundweg in dem Sinne ist, dass man wieder am gleichen Eingang landet.Dazu aber spaeter mehr) Als Eintritt zahlt man eine freiwille Spende in der Hoehe die man bereit ist zu geben. Der Weg im Nationalpark ist 8,3 km lang. Es ist aber eine sehr schöne Erfahrung. Ich habe z.B. viele einsamer Strand in CahuitaKapuzineräffchen und ein Faultier gesehen, am Ende noch einen Howler, das ist ein Brüllaffe. Viele kleine und grosse Krebse (gross wie Handteller). Zwischendrin gab es Strände zu sehen, an denen scheinbar vorher nie ein Mensch jemals gewesen ist. Unberührte unerschlossene Strände. So - dachte ich mir - muss es Christoph Columbus gesehen haben, als er hier ganz in der Nähe auf der Isla Uvita im Jahre 1502 auf seiner 4. Reise in die Neue Welt gelandet war. Außerdem denkt man unweigerlich an Daniel Dafoes "Robinson Crusoe". So geheimnisvoll sah es dort aus.
Nachdem ich also am anderen Eingang angekommen war, nach 8,3 km, wusste ich also, dass ich zum Ort Cahuita zurück mußte. Laut Wegweiser waren das also jetzt nochmals 6 km. Die führten dann über eine kleine enge Landstraße mit ganz vielen Schlaglöchern vorbei an ganz kleinen Häuschen, wo wir Europäer uns gar nicht vorstellen können, dass man darin wohnen kann. So hatte aber jedenfalls die spontane Idee Nationalpark zwei gute Dinge: Ich habe den Nationalpark gesehen und ich konnte ueber eine kleine enge Landstraße mit vielen Schlaglöchern wandern. Ich erwähne das deshalb, weil die vielen LKW (meistens Bananentransporte) die vorbeifuhren den Schlaglöchern auswichen und dies meistens in Richtung Straßenrand taten...
Am Abend - ich war gesund und fast munter zurueck im Dorf - hatte ich großen Hunger. Ein Schild mit der Aufschrift "peppersteak with potatoes" lächelte mich an. Und dass man dort deutsch und österreichisch spricht.... sonst so nicht meine Art in fremden Ländern deutsches Essen zu essen, las sich das Schild doch zu verlockend. Die letzten 4 Tage bestanden nur aus Fisch. Nichts gegen Fisch. Ich hätte auch tausend andere Sachen wählen koennen. Die karibische Küche ist sehr gut und vielfältig... Aber heute aber war mir mal nach einem schönen Steak. Und das war sehr lecker...
Den vollständigen Reisebericht der 2007er Reise gibt es http://www.marunde.com/index.php?option=com_content&view=article&id=60&I...
Mehr Infos zum Land, eine eigene Enzyklopädie und ein Forum gibt es auf http://www.costa-rica.eu und auf http://www.ticopedia.de






























Britta H. sagte vor 3 Jahre 49 Wochen:
Hallo Nico,
Puerto Viejo de Talamanca.. wenn ich das höre, geht mein Herz auf. Ich glaub ich war dort 3 oder 4 mal in den letzten 10 Jahren. Hat sich einiges geändert, nicht alles zum Vorteil. Vor 10, 12 Jahren war Puerto Viejo noch ein verschlafenes Örtchen mit einem Telefon und wer die "Szene" sehen wollte, der mußte nach Cahuita. Inwischen ist es wohl ehr ungekehrt, aber Puerto Viejo ist immer noch ein traumhafter, verschlafenener Ort. Schade, dass Du so schlechtes Wetter hattest, na ja das ist halt typisch Karibik. Der Nationalpark von Cahiuta ist schon klasse, da kann man echt viel sehen. Was aber auch super klasse ist und ein echtes Ereignis ist, wenn man sich in Puerto Viejo ein Rad ausleiht und bis ans Ende der geteerten Straße Richtung .. Himmel wie heißt der Ort noch .. na ja einfach bis ans Ende der Straße, die durch Puerto Viejo Richtung Panma führt, fährt. Sind vielleicht noch so ca. 15 km. An der Strecke liegen traumhafte Strände .. unter anderem ein Surferparadies.. und ganz am Ende der geteerten Straße kommt ein absolut veschlafenes Dorf mit einer typisch karibischen Kneipe.. dann geht es weiter über Trapmelpfade zu nächsten Nationalparkt und weiteren traumhaften Stränden. Paradies pur... ach, da würde ich jetzt gerne wieder hin.
Gruß
Britta
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