Abenteuer Seoul
Meine Tochter ist an allem schuld! Während eines Gastsemesters war sie an der Seouler Nationaluniversität (SNU) eingeschrieben. Für mich eine willkommene Gelegenheit sie zu besuchen und so ein neues Land kennen zu lernen. Im Oktober 2004 landete ich das erste Mal und relativ unvorbereitet in Seoul. Wir waren beide in einem traditionellem Hanok-Haus (U-förmiges Holzhaus um einen Innenhof) mit Familienanschluss untergebracht und ich wurde sofort herzlich empfangen. Diese Freundlichkeit und Herzlichkeit erlebte ich in den folgenden Wochen beim Zusammentreffen mit vielen Koreanern immer wieder. Ich hatte gelesen, dass Jugendliche älteren Menschen gegenüber immer höflich und zuvorkommend auftreten. Und tatsächlich, beim Besuch in der Uni wurde ich von den Studienkollegen meiner Tochter immer mit ehrfurchtsvoller Verbeugung begrüßt.
Aber nicht nur die Menschen, auch die Stadt selbst begeisterte mich. Natürlich war für mich alles neu und exotisch, jeden Tag gab es neue Erlebnisse, jeder Tag war ein neues Abenteuer. Hochmoderne Technik neben jahrhundertealter Tradition, riesige Wolkenkratzer in engster Nachbarschaft zu traditionellen Holzbauwerken schufen eine einmalige Atmosphäre. Aber ohne Kenntnisse der koreanischen Geschichte war es doch recht schwer die Bedeutung der einzelnen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Zusammenhänge zu erkennen.
Zurück in Deutschland wollte ich das ändern, stellte aber sehr schnell fest, dass es praktisch keine aktuelle touristische Literatur in deutscher Sprache zu Korea gab.
Also sammelte ich Informationen aus anderen Quellen und dank meiner koreanisch studierenden Tochter erschlossen sich mir sogar Quellen in Hangeul. Später kamen noch Kontakte zu Koreanern hinzu, die bei bestimmten Spezialthemen ihr Wissen mit mir teilten. Schon recht bald wurde mir klar, dass ich in meinen ersten vier Wochen in Seoul nur einen Bruchteil der sehenswerten Stellen besucht hatte.
In den folgenden drei Jahren sammelte ich Informationen zu über 200 sehenswerten Orten die ich im Laufe der Zeit dann auch selbst besuchen konnte. Daraus entstand dann mein im April 2008 erschienener Kultur- und Reiseführer „Abenteuer Seoul“.
Die Erlebnisse und Abenteuer während der Recherchen zu diesem Buch könnten glatt ein weiteres Buch füllen. Da wäre z. B. der privat gepflegte Dongnae Jeong Schrein der in keinem Reiseführer aufgeführt ist. Dementsprechend selten sind Besucher und mir wurde eine umfangreiche private Führung zuteil. Der besonders hübsch gepflegte Jideoksa Schrein ist in touristischen Kreisen ebenfalls praktisch unbekannt, hier wurde ich von den Bewohnern sofort zu einer Tasse Kaffee eingeladen. In dem zwecks Hausputz leergeräumten Dalmasa Tempel war mein Besuch bei den Messing polierenden Helfern sicherlich Gesprächsthema für den ganzen Tag. Die Baduk spielenden Rentner vor einem Bigak (Stelenhaus auf einer königlichen Grabanlage), die Rentner im Tapgol Park, die bunten Schulklassen in den Königspalästen sowie die unwiderstehlichen Gerüche, die Vielfalt und die Farbenpracht auf den Lebensmittelmärkten sind nur einige der täglich immer wieder neuen Erlebnisse. Da ist die Händlerin die lebende Krebse aus Sandkisten verkauft, der Verkäufer der mangels Kunden ein kleines Nickerchen auf seiner Pritsche macht (und den man erst wecken muss wenn man etwas möchte) oder die Zuschauer im Traditionstheater Pungryu Hanmadang die am Ende der Vorstellung beim Volkslied „Arirang“ begeistert mitsingen.
Neben den beeindruckenden Königspalästen aus den zurückliegenden 600 Jahren gibt es in Seoul, der fünftgrößten Metropolregion der Erde, unzählige weitere historische Sehenswürdigkeiten, Bauwerke, Denkmäler, Parks und Tempel. Die Stadt wird von einer bewaldeten Gebirgslandschaft eingeschlossen in der die Seouler Bürger einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: dem Wandern. In weniger als einer halben Stunde sind die Eingänge zu verschiedenen Nationalparks mit U-Bahn oder Bus erreichbar. Nirgendwo sonst habe ich so viele modernst gekleidete Bergwanderer gesehen. Und hat man doch einmal etwas vergessen bieten die fliegenden Händler vor den Eingängen vom Halstuch bis zur kompletten Bergsteigerausrüstungen alles an was man sich nur denken kann. Einige der schroffen Felswände im Bukhansan Nationalpark sind bei Freihandkletterern weltweit bekannt.
Seoul ist mehr als nur eine einzige Reise oder einen kurzen Aufenthalt wert. Während meiner vielen Wochen in Seoul erlebte ich jeden Tag ein neues kleines Abenteuer. Mit Hilfe des Kultur- und Reiseführers „Abenteuer Seoul“ hat nun jeder die Informationen zur Hand um ebenfalls eine wunderschöne und erlebnisreiche Zeit in Seoul verbringen können. Musterseiten und weitere Informationen unter http://www.seoulinfo.de/.













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