Leser-Reportagen
Die Schlösser der Loire, zwischen Feuer speienden Salamandern und gekrönten Stachelscheinen
Die Schlösser der Loire,
zwischen Feuer speienden Salamandern und gekrönten Stachelscheinen
von Eckhard Brand
Viel hatten wir bereits gehört von den berühmten Schlössern der Loire. Jetzt wollten wir uns endlich selber von der Pracht und der Schönheit dieser mittelalterlichen Residenzen französischer Könige und Höflinge überzeugen. Von den gut 400 Schlössern und Burgen haben wir uns 10 auserkoren, die es unserer Meinung nach wert sind etwas näher betrachtet zu werden.
Die Geschichte ragt weit ins 14. und 15. Jahrhundert zurück. Frankreich befand sich von 1337 bis 1453 im 100 jährigen Krieg. Der Fluss Loire bildete die Grenze zwischen dem durch England besetzten Norden und dem französischen Kernland im Süden. Es wurden in dieser Zeit eine Unmenge an Burgen gebaut um diese Stellungen zu halten.
Zu Kriegsende verloren diese Wehrbauten an Bedeutung und wurden weitestgehend dem Verfall preisgegeben.
Mit Beginn der Renaissance im 16. Jahrhundert kam es zur zweiten Blüte der alten Bauwerke. Auf den Fundamenten der verfallenen Burgen wurden die Schlösser in ihrer heute bekannten Form aufgebaut. Wegen der Schönheit und des milden Klimas des Loire Tals ließen sich hier eine Vielzahl von adligen Feudalherren nieder und während der Zeit der Loirekönige im 15. und 16. Jahrhundert war hier der Mittelpunkt der französischen Politik. Paris verfiel zunehmend zu einer Provinzstadt.
Das sollte sich 1528 jedoch wieder ändern. In diesem Jahr zog der französische Adel zurück nach Paris. Die zurückgelassenen Schlösser dienten fortan nur noch als Jagd- und Sommerresidenzen und waren somit nicht mehr Mittelpunkt des politischen Lebens. Nach und nach verfielen die kostbaren Kulturbauten und wurden erst im 20. Jahrhundert umfangreich restauriert und erstrahlen nun im alten Glanz des Mittelalters.
Beaugency
Unsere Tour beginnen wir in Beaugency nachdem wir gestern unser erstes Etappenziel Orleans erreicht hatten.
Beaugency, ein Ort der im hundertjährigen Krieg eine wichtige Rolle spielte. Die Stadt war vier Mal von den Engländern besetzt und wurde 1429 von den französischen Truppen unter Führung von Jeanne d’Arc endgültig befreit. In den gut hundert Jahre späteren Religionskriegen wurde die Stadt wesentlich zerstört.
Die für uns imposantesten Bauwerke sind der im 11. Jahrhundert erbaute 36 m hohe Wohn- und Wehrturm (Donjon) „Tour de Cesar“ der die gesamte Stadt überragt, die im 12. jahrhundert erbaute Kirche „Notre Dame“ sowie die aus dem 14. Jahrhundert stammende 400 m lange Brücke über die Loire.
Die herrliche Altstadt mit den engen Gassen und den gut erhaltenen, liebevoll gepflegten Wohnhäusern lädt zum Verweilen ein.
Chambord
Nach einer kurzweiligen Fahrt durch reizvolle Landschaften erreichen wir das wohl berühmteste und größte Schloss der Loire – Chambord. Vom Parkplatz führt ein direkter Weg zu dem großzügig angelegten Park mit einem ersten überwältigenden Blick auf das Bauwerk.
Dieses prächtige Schloss wurde im 16. Jahrhundert unter König Franz I. als sein Prunk- und Jagdschloss von einem unbekannten Baumeister erbaut. In den 25 Jahren Bauzeit wurden 6 hohe Türme, 440 Räume, 365 Feuerstellen und 84 Treppen errichtet. Auffällig ist die außergewöhnlich reiche Dachlandschaft mit zahlreichen Laternen und bunten Schornsteinen sowie die wunderschöne gegenläufige Treppe im Inneren des Schlosses. Diese geht vermutlich auf Leonardo da Vinci zurück.
Überall im Schloss finden wir das Wappentier von Franz I.. Ein Feuer speiender Salamander der aussieht wie ein Drache ist über 800-mal verewigt. Dadurch wird es auch als das „Salamanderschloss“ bezeichnet.
Im Laufe der Jahrhunderte diente das Schloss den unterschiedlichsten Zwecken. Erst als Lust- und Jagdschloss französischer Könige, dann als Exilwohnsitz des polnischen Königs Stanislaus I., später der Wohnsitz des verdienten französischen Marschall Moritz von Sachsen.
Zur Zeit der französischen Revolution wurde das Chateau geplündert und stand kurz vor dem Abriss. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 diente es als Lazarett und im Zweiten Weltkrieg wurden Kunstschätze aus dem Louvre hier eingelagert.
1947 übernahm der französische Staat dieses verfallene Kleinod und ließ es in aufwendiger 30 jähriger Arbeit wieder im alten Glanz erstrahlen. Seit 1981 steht es auf der Kultur Denkmalliste der Unesco.
Zum Schloss gehört eine Parkanlage, die von einer 32 km langen Mauer umgeben wird. 6 Tore und 6 Alleen bieten den Zugang zum Chateau.
Chambord war für die Schweriner das Vorbild für ihr neues Schloss.
Heute steht das Schloss allen Besuchern gegen ein angemessenes Eintrittsgeld offen.
Wir sind fasziniert von der Schönheit des aus weißem Tuffstein erbauten Chateaus. Voller Erfurcht wandeln wir durch die Vielzahl der Räume, vom Keller bis zum Dach und finden immer wieder neue beeindruckende Details.
Cheverny
Auf dem gut 10 km langen Weg von Chambord nach Cheverny kommen wir noch an einigen weiteren kleineren Schlössern vorbei. Doch die sind in unserem Zeitplan nicht vermerkt. Unser heutiges Tagesziel ist Cheverny.
Durch das schmiedeeiserne Eingangsportal hindurch und schon stehen wir im weitläufigen Park der Schlossanlage. Der gepflegte Weg führt uns an alten Bäumen vorbei und nach ein paar Schritten eröffnet sich uns der Blick auf das Chateau.
Das Schloss wurde zwischen 1620 und 1630 im frühen klassizistischen Barockstil errichtet. Es ist seit Baubeginn über Generationen immer noch im Besitz der Familie vom Grafen Henri Hurault.
Die Innenausstattung geht auf die Zeit von 1640 zurück und lässt den italienischen Einfluss des Raumgestalters erkennen.
Auf unserem Rundgang durch das Schloss bekommen wir einen Einblick von der strahlenden Eleganz des 17. Jahrhunderts. Der Speisesaal, der Waffensaal, die Ehrentreppe, das Schlafgemach des Königs und der große Salon sind uns ein Rundgang wert. Der Blick auf die reichhaltige Ausstattung der Räume lässt uns den gezahlten Eintrittspreis vergessen.
Das Schloss liegt hinter uns und wir statten dem weitläufigen Park mit interessanten Sichtachsen einen Besuch ab. Eine umfangreiche Hundezwingeranlage erinnert uns an gelesenes. Der Besitzer des Schlosses verfügt über eine Meute von rund 100 Jagdhunden und besitzt als einer der Wenigen das Recht die französische Parforcejagd bis auf 8 Hirsche auszuüben.
Nun wird es Zeit unsere zweite Übernachtung zu suchen. Unser Weg führt uns nach Blois.
Blois
Nach dem Frühstück steuern wir das Stadtschloss Blois an. Unterhalb des auf dem Bergsporn gelegenen Chateaus finden wir auch gleich einen Parkplatz. Da wir zu dem Volk der Frühaufsteher gehören, müssen wir erst noch ein paar Minuten verweilen ehe sich das Schloss für uns öffnet.
Chateau Blois, geht auf einen aus dem 10. Jahrhundert stammenden Wehrturm oberhalb der Loire zurück der bis ins 13. Jahrhundert immer mehr zur wehrhaften Burganlage erweitert wurde. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg für 200.000 französische Kronen an die derzeit herrschende Dynastie der Familie Valois verkauft. Die späteren Könige Ludwig XII. und Franz I. nutzten die Burg als ihre Hauptresidenz und ließen sie nach und nach bis zum 17. Jahrhundert als imposantes Schloss umbauen. Ludwig XII. machte Blois zum Mittelpunkt des französischen Königreiches. Eine der schillernsten Figuren war Katharina von Medici. Unter ihrer Regentschaft war das Schloss oft Veranstaltungsort rauschender Feste und riesiger Jagdgesellschaften.
Ludwig XVI. plante das Schloss abreisen zu lassen. Doch das Militär kam diesen Plänen zuvor und das Chateau diente fortan als Kaserne und zeitweilig als Gefängnis für Kriegsgefangene.
Während der Zeit der französischen Revolution erging es dem Schloss wie fast allen anderen französischen Adelshäusern, es wurde geplündert und alles das was an die königliche Unterdrückung erinnerte wurde entfernt. So fiel auch das Original des über dem Portal stehenden Reiterstandbildes Ludwig XII. der Revolution zum Opfer.
1810 wurde das Schloss der Stadt Blois geschenkt und ab 1840 unter Denkmalschutz gestellt. Die danach einsetzende umfangreiche Restaurierung diente als Vorbild für die gleichen Arbeiten an vielen der Schlösser der Loire.
Unser Rundgang beginnt im Flügel Franz I. mit dem beeindruckenden 30 mal 18 m großen Ständesaal und seiner runden farbefrohen Deckenkonstruktion, weiter durch die Gemächer der Könige zum privaten Kabinett der Katharina de Medici mit den geheimen Öffnungen hinter einer dunklen Holzkassettenwand .
Über die außen angebrachte pompöse, offene Wendeltreppe führen uns die Stufen an dem in Stein gehauenen Feuer speienden Salamander vorbei hinab in den Schlosshof.
Ein paar Schritte über den Hof und wir sind im Kuppelgebäude des Flügels Gaston d’Orleans mit der erst 1932 erbauten beeindruckenden Treppe im klassizistischen Stil.
Im Flügel Ludwig XII. beenden wir unseren Besuch. Hier im Kunstmuseum der Stadt Blois finden wir noch viele zeitgeschichtliche Exponate der französischen Könige aus der Zeit der Loire. Auffallend ist auch ein gekröntes Stachelschein als Schmuck über einem Kamin.
Wieder viel gesehen. Nun noch einen Abstecher in die ehemalige Königstadt Blois und hinauf zur römisch katholischen Kathedrale Saint-Louis aus der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts. Blois ist seit 1697 Bischofssitz.
Weiter entlang der Loire. Über uns brauen sich dicke Regenwolken zusammen. Ein imposantes Spiel aus Licht, Wolken und Natur. Noch während der rund 20 km langen, landschaftlich sehr schönen Route entlädt sich über uns ein gewaltiges Gewitter.
Chaumont
In Chaumont angekommen stellen wir unterhalb des Burgberges unser Fahrzeug ab und wandern mit dem Regenschirm bewaffnet hinauf zum Schloss. Ein stetig ansteigender Wanderweg führt uns durch einen gepflegten Landschaftspark direkt zum Chateau.
Das das Bauwerk ehemals eine wehrhafte Burg mit Ursprüngen aus dem 10. Jahrhundert ist lässt sich beim Anblick des befestigten Eingangstores nicht übersehen. Zwei dicke mit Zinnen besetzte Türme verengen den direkten Zugang zum Schloss. Ein Trockengraben mit einer Zugbrücke führt zum Tor.
Es hat endgültig aufgehört zu regnen. Wir stehen auf dem Schlosshof der in den Tausend Jahren so vieles miterlebt hatte.
Zweimal wurde das Schloss geschliffen – im 12. und im 15. Jahrhundert. Der jeweils anschließende Wideraufbau ließ das Chateau noch wehrhafter erscheinen.
Bis ins 16. Jahrhundert hatte das Schloss die unterschiedlichsten Besitzer. Angefangen vom Grafen Odo I. von Blois, später der normannische Ritter Gelduin, und die Familie Amboise mit ihren unterschiedlichen Zweigen.
Um 1560 erwarb die verwitwete französische Königin Katharina de’ Medici das Schloss und verbannte hierin die langjährige Mätresse ihres verstorbenen Mannes Diane de Poitiers.
Im 18. Jahrhundert wurde der Hof nach Norden, zur Loire geöffnet und es entstand somit eine Terrasse mit einmaligem Ausblick.
Glücklicherweise wurde das Schloß an eine Keramik und Töpferwerkstatt verkauft, die Napoleon davon abhielt das Chateau plündern zu lassen.
1938 kaufte der französische Staat das Schloss und läst es seitdem umfangreich restaurieren.
Unser Rundgang führt uns durch die mit wertvollen Möbeln ausgestalteten Räume. Zuerst der mit herrlichen italienischen Fließen dekorierte Ratssaal, weiter durch den Saal der Wachen mit einem einzigartigen mittelalterlichen Panzerschrank, über die helle Ehrentreppe aus dem 19. Jahrhundert in die Privatgemächer der ehemaligen Eigentümer, in den Speisesaal, in den Billardsaal und den großen Salon. Den Abschluss bildet die im Ostteil untergebrachte Kapelle mit den farbenfrohen Fenstern, die die Geschichte von Chaumont erzählen.
Wir sind durch. Das ist heute unser zweites Schloss. Noch haben wir nicht genug und haben als drittes Ziel für den heutigen Tag das Schloss Chenonceau ausgesucht.
Chenonceau
Nachmittags, nach einem ausgiebigen Picknick auf einem der herrlich angelegten französischen Parkplätze erreichen wir nach knapp 30 km unsere heutige letzte Etappe – Chateau Chenonceau. Hier fällt mir zum ersten Mal auf, dass alle Schlösser nicht direkt einsehbar sind. Ab und zu sieht man zwar ein Teil der Gebäude, jedoch vieles wird durch Sicht hemmende hoch gewachsene Bäume oder durch eine Vielzahl aufgestellter, im Wind flatternder Fahnen verdeckt. Somit sind alle, die sich näher mit den Bauwerken beschäftigen wollen zum entrichten des teilweise recht erheblichen Eintrittspreises vergattert.
Auch hier in Chenonceau. Der Parkplatz liegt unter schattigen Bäumen und eine dichte mit hohen Platanen versehenen ca. 330 m langen Allee führt direkt zum Schloss. Da diese prachtvolle Baumstraße recht lang ist müssen wir fast bis zum Ende gehen um einen guten Blick auf das herrliche Wasserschloss über den Fluss Cher zu haben. Das Kassenhäuschen befindet sich am Anfang der Allee.
Chenonceau ist neben Versailles das am meisten besuchte Schloss Frankreichs. Jährlich zählt die Schlossanlage rund 1 Million Besucher. Vier davon sind heute wir.
Das herrliche weiße Schloss geht in seinen Ursprüngen auf eine wehrhafte Anlage aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts am Nordufer der Cher zurück. Bis zu seiner ersten Blüte unter der Mätresse Heinrich II., Diane de Poitiers hatte die Anlage eine Anzahl mehr oder weniger erfolgreicher Vorbesitzer.
Von 1551 bis1559 wurde der Nordteil des Schlosses mit einer von 5 Pfeilern getragenen Brücke über die Cher versehen und der spektakuläre Garten der Diane de Poitiers angelegt.
Nach dem Ableben Heinrich II. übernahm Katharina de Medici die Regentschaft und verbannte ihre Nebenbuhlerin auf das Schloss Chaumont. Jetzt wurde neben einem weiteren Garten zwischen 1570 und 1576 die Galerie über die Brücke der Cher gebaut. Nun konnten die berauschenden Feste in der 60 m langen und 6 m breiten Galerie durchgeführt werden.
Viel gefeiert wurde auch danach noch bis zur Gegenwart. Eine Vielzahl bekannter Künstler verweilten in den Schlossanlagen. Noch heute finden in den lauen Sommerabenden illuminierte Shows auf dem Schlossgelände statt.
Nach wie vor ist das Schloss in Privatbesitz. Der heutige Besitzer ist die Familie des Schokoladenfabrikanten Menier.
Der Rundgang durch das Schloss führt uns durch die Gemächer der Katharina de Medici, der Diane de Poirtiers, Ludwig XIV., die Schlafgemächer vieler weiter adliger Persönlichkeiten, durch die Küche und dem herrlichen, beeindruckenden Salon über die Cher.
Wir sind überwältigt vom Glanz und der Ausstrahlung dieses gepflegten Schlosses. Überall frische Blumenbukets als farbefrohe Tupfer im Bestens ausgestatteten Chateau.
Mit einem Abstecher durch den Wirtschaftbereich verlassen wir diese TOP gepflegte Anlage.
Chateau Villandry
Übernachtet hatten wir in Tours. Unsere heutigen Ziele sind die Schlösser Villandry und Azay le Rideau.
Wie üblich sind wir wieder gegen 9:00 Uhr aufgebrochen und fahren am linken Ufer der Loire entlang. Herrliche Auen, gepflegte Dörfer und immer wieder sattes Grün erfreuen unsere Sinne.
Pünktlich, kurz vor Öffnung des Chateaus erreichen wir den geräumigen Parkplatz vor den Mauern des Schlosses. Auch hier das gleiche Phänomen – das Chateau ist nur teilweise von außen sichtbar.
Der Ursprung des Schlosses geht auf eine Festung aus dem 12. Jahrhundert zurück. Im Rahmen der Schaffung der Loireschlösser wurde diese im 16. Jahrhundert bis auf die Grundmauern abgerissen. In der Zeit von 1532 bis 1536 wurde das neue Schloss im französischen Stil mit einer sehr ausgedehnten Gartenanlage fertig gestellt.
Seit 1906 befindet sich das Schloss im Besitz der Familie Carvallo-Adelmani. Durch sie wurden die herrlichen Gartenanlagen wieder im Stil des 16. Jahrhunderts neu angelegt.
Gerade die Gartenanlagen sind ein Magnet für tausende Besucher. Sie sind auf drei Ebenen angelegt. Hinter dem Schloss befindet sich der Wassergarten mit einem riesigen Teich der einen Bachlauf speist durch den die anderen beiden Gärten geteilt werden. Direkt am Schloss ist der durch Buchsbaum gestaltete „Garten der Liebe“, ein verspielter Garten mit klaren quadratischen Konturen. Auf der anderen Seite des Baches befindet sich der schachbrettartig angeordnete Nutzgarten - farbefroh gestaltet durch die Farbenvielfalt von Kräutern und Nutzpflanzen, abgestimmt mit bunten Blumen, Lauben und kleinen Wasserspielen.
Unsere Besichtigungstour beginnt im gepflegten Schloss, Speiseraum, Küche, private Schlafgemächer und die bemerkenswerte Holzkonstruktion des Dachbodens. Hier fällt uns erstmalig auf, dass die Räume nach wie vor privat genutzt werden. Ab und zu finden wir kleine Details die davon Zeugen, mal ein kleines modernes Spielzeugauto der Kinder, dort eine vergessne Trinkflasche. Ein Zeichen von Jugend in diesen alten ehrwürdigen Gemäuern.
Der Abschließende Rundgang durch die unterschiedlichen Gartenebenen hätte noch Stunden andauern können, doch gegen Mittag machen wir uns los zum nächsten Ziel, Schloss Azay le Rideau.
Chateau Azay le Rideau
Rund 15 km Autofahrt und ein ausgiebiges Picknick. Jetzt stehen wir auf dem Parkplatz des Chateaus Azay le Rideau welches wir als nächstes Besichtigen wollen. Es ist früher Nachmittag und der Besucherandrang ist groß. Da wir noch fast eine Stunde auf die nächste Führung warten müssen erobern wir uns erst einmal den schön gestalteten Landschaftspark der um das Wasserschloss angelegt wurde.
Der grausame Ritter Ridel d’Azay erbaute zu Beginn des 12. Jahrhunderts eine Festung. Ende des Jahrhunderts - 1189 wurde hier der Vertrag über die Beendigung des französisch – englischen Krieges zwischen König Heinrich II. von England und König Philipp II. August von Frankreich unterzeichnet.
1418 ließ König Karl VII. die Burg schleifen und die Garnison von 350 Mann hinrichten. Grund Majestätsbeleidigung.
Gegen Ende des 15. Jahrhundert erwarb Martin Berthelot, der wichtigste Mann im königlichen Rechnungshof das Anwesen. Ab 1515 durfte mit königlichem Beschluss das Schloss, als Wasserschloss im Indre erbaut werden. Dafür wurde eine künstliche Insel mit über Tausend in den Fluss gerammten Eichenpfählen geschaffen, auf der das Chateau heute steht.
Auch hier folgten im laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichen Eigentümer. Einige wurden durch Intrigen am Hofe in die Verbannung getrieben.
Die Besitzer hatten jedoch immer ein gutes Verhältnis zur umliegenden Bauernschaft und deshalb wurde während der französischen Revolution das Schloss nicht geplündert.
1905 erwarb der französische Staat das Schloss für 200.000 Franc.
Endlich war es so weit wir beginnen mit der Führung. Über die unübliche innerhalb des Schlosse gebaute monumentale Freitreppe gelangen wir in die zu besichtigenden Räume. Auch hier hat der französische Staat vieles zur Erhaltung der wertvollen Kulturgüter investiert.
Nur die Küche und die Freitreppe haben ihr ehemaliges Aussehen bewahrt. Alle anderen zu besichtigenden Räume wurden mit wertvollen Möbeln und Wandteppichen aus Schlössern der Umgebung ausgestattet. Eine Augenweide sind auch die herrlichen Kamine.
Genug Kultur für heute. Wir machen noch einen kleinen Stadtbummel und nachher wollen wir uns an anderen Gaben der Loire laben. Wir verkosten den herrlichen Wein.
Die Nacht verbringen wir dann wieder in Tours.
Chateau Ussè
Die Nacht war ganz schön anstrengend. Wir hatten gestern noch einige Kisten des herrlich köstlichen Anjou Weines gekauft. Hat uns super geschmeckt, so dass gleich gestern noch eine Kiste dran glauben musste. Trotzdem ging es heute Früh wie üblich um 9:00 Uhr auf die Piste, ohne Kopfschmerzen. Unser heutiges Pensum erstreckt sich vom Chateau des Ussè, über die Stadt mit der Burg Chinon bis hin zur Fontevraud-l’Abbaye. Drei anspruchsvolle Tagesziele.
Die knapp 50 km lange Tour führt uns wieder am Bett der Loire entlang. Die üppige Natur beeindruckt uns immer wieder aufs Neue.
Das Chateau Usse geht auf eine im 11. Jahrhundert errichtete Wehrburg an der Grenze zwischen den beiden rivalisierenden Grafschaften Blois und Anjou zurück. Ab 1462 begann der Umbau zum heutigen Schloss welches 1480 mit dem weithin sichtbaren Bergfried in der ersten Etappe abgeschlossen wurde. Die Besitzer des Chateaus übernahmen sich mit dem weiteren Ausbau und so wechselten im Laufe der Jahrhunderte ständig die Eigentümer. Ab 1883 ist das Schloss im Besitz der Familie des Grafen Bertrand de Blacas. Jeder Besitzer hat am Chateau seine Spuren hinterlassen, so entstand die Verspieltheit dieses im wahrsten Sinne märchenhaften Schlosses. Vermutlich diente es deshalb dem Dichter Charles Perrault als Vorlage für die französische Version des Märchens Dornröschen.
Seit März 1927 steht es unter Denkmalschutz, die Kapelle kam 1931 dazu und die Orangerie und der Schlosspark wurden 1951 in der Liste verewigt.
Neben den alten Möbeln, einer Waffensammlung und wertvollen Gemälden sind in den Zimmern lebensgroße Puppen mit wertvoller Kleidung aus dem 18. und 19. Jahrhundert aufgestellt.
Unser Rundgang durch die neun Innenräume des Schlosses beginnt im unteren Stockwerk mit der Eingangshalle aus dem 15. Jahrhundert mit einer orientalischen Waffensammlung, weiter zur ehemaligen Burgkapelle, der ehemaligen Schlossküche mit einem Geheimgang ins Freie, der großen Galerie, hinauf in die oberen Gemächer. Oben sehen wir das nie benutzte prachtvolle königliche Schlafzimmer Ludwig XIV.
Zum Schluss wandeln wir noch im Bergfried umher und dann geht es wieder nach draußen. Noch etwas Zeit genommen für den wiederum schön angelegten Park und weiter vorbei an der Schlosskapelle Notre Dame d’Ussé zum Auto.
Schloss Nummer 8 unserer Liste der zu besuchenden Chateaus lag hinter uns. Bisher war es uns noch in keinem der Chateaus langweilig geworden. Jedes der bisherigen Schlösser hatte seinen eigenen Charme und die Bauweise und Ausstattung ist immer wieder vollkommen anders.
Mal sehen was uns in Chinon erwartet.
Chinon
15 km mit dem Auto über leicht hügliges Land zu einem Nebenfluss der Loire, der Vienne. Hier befindet sich die historische Stadt über die weit sichtbar die Ruinen der Burg Chinon thronen.
Bereits im 5. Jahrhundert bauten die Römer auf den Hügel über dem Fluss eine befestigte Bastion. Durch die Grafen von Blois wurde hier an der Stelle eine Burg errichtet, von der jedoch Nichts mehr erhalten blieb.
Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert wurde die Burg neu Aufgebaut und immer weiter vervollständigt, so dass sie die nächsten Jahrhunderte bis zur Gegenwart überdauern sollte.
Am 09. März 1429 fand auf der Burg eine Begegnung zwischen Jeanne d’Arc und dem König Karl VII. sowie den Generalständen statt in dessen Ergebnis der Beistand für Orleans beschlossen wurde.
1633 ging die Burg nach mehreren Vorbesitzern an den Kardinal Richelieu, dessen Erben sie bis zur französischen Revolution behielten. Danach verfiel sie.
Gegenwärtig ist der französische Staat dabei die Burg, besser das Chateau wieder zu Restaurieren.
Unser Ziel war dieses Mal jedoch nicht das Chateau. Wir ziehen es vor uns die herrliche mittelalterliche Stadt Chinon anzuschauen. Der Rundgang führt uns an herrlichen Fachwerkhäusern, mittelalterlichen Steinhäusern und herrlichen kleinen Plätzen vorbei. Majestätisch erheben sich hoch über der Stadt die im Neuaufbau befindlichen Bauwerke des Chateaus, welches wir am Ende des Rundganges noch einmal von der alten Brücke über die Vienne in seiner gesamten Schönheit sehen.
Das nächste Ziel wird angesteuert.
Fontevraud-l’Abbaye
Dieses Mal war es kein Chateau sondern die alte ehrwürdige l’Abbaye Fontevraud.
Auch hier wieder das Typische. Wir stehen auf dem Platz vor der Abtei, gewaltige Gebäude versperren uns den freien Blick. Erst nachdem wir den Eintrittspreis entrichtet haben können wir uns an der Schönheit dieses herrlichen Klosterkomplexes mit seiner wechselvollen Geschichte erfreuen.
Die Abtei geht auf eine Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert zurück. Im 15. und 17. Jahrhundert wurde sie erweitert und erhielt ihr heutiges Aussehen.
Die französische Revolution hinterließ auch hier ihre zerstörerischen Spuren, die die Abtei in ein Gefängnis umwandelte, welches bis 1963 bestand hatte. Seitdem werden umfangreiche Renovierungsarbeiten zur Wiederherstellung des ehemaligen Glanzes realisiert.
Heute ist ein großer Teil der Instandsetzung prunkvoll durchgeführt, wovon wir uns auf unseren Rundgang eindrucksvoll überzeugen können.
Die einschiffige Kirche, die Abtei mit ihren schmucken Räumen, die wir vom Kreuzgang aus besichtigen können. Die Katakomben und die in Form einer Basilika errichtete Klosterküche beeindrucken uns ebenfalls. Ein gut gepflegter Klostergarten der in eine beruhigende Parkanlage übergeht rundet das Gesamtbild ab.
Wieder eine viel beschriebene Sehenswürdigkeit die mit den Schlössern der Loire in Verbindung steht haben wir gesehen. Jetzt geht es weiter 15 km Richtung Westen nach Saumur, die Stadt an der Loire, die unser heutiges Etappenziel darstellt.
Saumur
Hoch über der Stadt steht das kastenförmige Schloss. Es geht auf die Fundamente des 13. Jahrhunderts zurück und wurde 1370 unter der Federführung von Herzog Ludwig I. errichtet.
Im 16. Jahrhundert kamen dann noch die heute gut sichtbaren Wehrbauten hinzu. Unter Ludwig XIV. diente das Schloss als Kerker und begann zu verfallen.
1906 erwarb die Stadt Saumur das Chateau und eine umfangreiche Rekonstruktion begann. Heute beherbergt das Schloß ein Museum für Möbel, Dekorationen und Wandteppiche, sowie das Musée de cheval, das die Entwicklung der Reitkunst und Reittechnik im Laufe der Jahrhunderte zeigt.
Auch dieses Schloss sehen wir uns nur von Weiten an. Ein kleiner Stadtbummel durch die mittelalterliche, vom Militär geprägte Stadt beschließt den heutigen erlebnisreichen Tag.
Schloss Montreuil-Bellay
Wie üblich verließen wir auch heute unser Hotel 09:00 Uhr. 25km von Saumur entfernt liegt an dem Fluß Thouet die Stadt mit dem gleichnamigen Schloss Montreuill Bellay. Ein verträumter Ort, in dem vor 10:00 Uhr nichts geht.
Unser erster Weg führte uns zu der schlosseigenen Kapelle, die im Gegensatz zum Chateau weit geöffnet ist. Ein wunderbares kirchliches Kleinod.
Mit dem letzten Schlag der Kirchturmuhr wird das gewaltige Tor zum festungsartigen Chateau geöffnet. Durch einen Zwinger ähnlichen Hof geht es dann endgültig durch eine wesentlich kleinere Pforte ins Chateau.
Schon die alten Römer erkannten die gute strategische Lage des Bergrückens von Montreuil Bellay und bauten hier eine Befestigung.
Im 11. Jahrhundert ließ Graf Anjou hier eine Burg errichten, die er um 1025 seinen Vasallen Giraud Berlay oder Bellay schenkte. Im Hundertjährigen Krieg wurden die Stadt und die Burg stark befestigt. Das Schloss wurde mit einer hohen, massiven Umfassungsmauer mit 13 Türmen umgeben und ein starker wehrhafter Eingangsbau wurde geschaffen.
In der Zeit von 1417 bis 1488 erhielt das Schloss maßgeblich seine heutige Gestalt durch Marguerite de Melun.
In er Zeit der französischen Revolution wurde die Stadt Montreuil Bellay ausgeraubt und niedergebrannt. Die Festung selber erlitt nur geringfügige Schäden.
1822 erwarb das Anwesen der Geschäftsmann Adrien Niveleau der mit einer umfangreichen Restaurierung begann. Die heutigen Besitzer gehen auf die Familie Niveleau zurück.
Wir schließen uns einer der ausgezeichneten Führungen an und sehen als Erstes die herrliche mittelalterliche Küche mit einer Unmenge an gut gepflegten Utensilien. Unser Weg führt uns danach durch die prächtig ausgestatteten Gemächer des Schlosses und zum Schluss in die gewaltigen Katakomben.
Ohne Führungen gehen wir anschließend nach oben auf die alten Befestigungsanlagen und haben aus luftiger Höhe einen Blick auf die Dächer des Schlosses und der Stadt.
Auch dieses Chateau verlassen wir wieder. Hinaus durch den wehrhaften Ausgang zum Auto und weiter geht es.
Unser nächstes Ziel befindet sich wiederum im Hinterland der Loire. Wir wollen zu den Höhlenwohnungen von Rochemanier, bekannter unter dem Fachbegriff Troglodyte village Rochemenier.
DAS UNTERIRDISCHE DORF – ROCHEMENIER
Wiederum bewegen wir uns rund 25 km weiter Richtung Westen. Um die Mittagszeit nutzen wir wie üblich einen der schön angelegten Parkplätze zum ausgiebigen Picknick.
Wir sind in Rochmanier. Bevor wir in das unterirdische Dorf gehen statten wir einer kleinen oberirdischen Kapelle einen Besuch ab. Die dort ständig laufende sakrale Musik sollen wir eine gute Stunde später in den unterirdischen Räumen wieder hören.
Das Dorf selber befindet sich auf einer Ebene in zwei alten ausgehöhlten Tuffsteinfelsen. Die damals hier ansässigen Bauern und Bauleute bauten hier den Tuffstein für die Schlösser der Loire ab. Die so entstandenen Hohlräume waren preiswerter als die oberirdischen Steinhäuser und bieten fast den gleichen Komfort. Andererseits sind die Höhlen trocken und die Temperatur fällt im Winter nie unter 10°C. Dadurch ist die Beheizung der Wohnanlage sehr einfach.
Die Dorfgemeinschaft umfasst 20 Räume auf einem Hektar verteilt. Hier finden wir alles was zum Leben gebraucht wird: Angefangen von Wohnräumen, über Wirtschaftsräume jeglicher Art, Stallungen, Versammlungsraum und Kirche. In der unterirdischen, sehr hohen Räumlichkeit hören wir wieder die sakrale Musik der Kirche. Dieses Mal etwas gedämpfter, trotzdem feierlich.
1967 wurde hier begonnen ein Museum einzurichten. Die letzten Mieter verließen Mitte der 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts das Dorf.
Die Wohnung der letzten Einwohner besuchen wir zum Schluss. Gemütlich und zweckmäßig angeordnet und Eingerichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir Höhlenwohnungen immer düster, kalt und feucht vorgestellt. Das trifft hier in diesem Komplex auf keinem Fall zu. Später konnte ich mich einmal mit einem Besitzer einer Höhenwohnung auf Gran Canaria unterhalten. Die Beschreibung und die gezeigten Bilder lassen Ähnlichkeiten erkennen, jedoch auf einer moderneren Ebene des 21. Jahrhunderts.
Nach dem Besuch der Troglodyte village Rochemenier fahren wir noch zu einem weiteren Museum, wo es ebenfalls um Höhlenwohnungen geht. Doch das halte ich hier nicht mehr so erwähnenswert.
Genug gesehen für heute. Am Abend sind wir noch einmal in Saumur, besuchen mehrere Weingüter und füllen somit unseren stark zusammengeschrumpften Weinvorrat wieder auf.
Chateau Brissac
Unser letzter Tag an der Loire hat angefangen. Auch heute verlassen wir pünktlich 09:00 Uhr das Hotel. Die beiden letzten Ziele auf der Anfangs erwähnten Auswahlliste sind das Chateau Brissac und die Brennerei des edlen Likörs Cointreau.
Wie üblich sind wir auch heute zu zeitig am Chateau angelangt. Deshalb unternehmen wir noch einen kleinen Stadtrundgang durch diese typische kleine französische Ortschaft mit herrlichem Flair ausstrahlenden Häusern und viele gepflegte Grünanlagen.
Im Schlosspark angekommen buchen wir eine Führung durch das Chateau. Leider sind hier in den Innenräumen keine Kameras erlaubt. Jedes Schloss handhabt das etwas anders. Zum Glück konnte ich bisher fast alle Chateaus von Innen filmen. Nur Montreuil-Bellay und Brissac bilden eine Ausnahme.
Der Ursprung von Schloss Bissac stammt wie die meisten der besichtigten Schlösser aus dem 11. Jahrhundert. Es wurde durch den Grafen von Anjou als Befestigung erbaut.
Im 15. Jahrhundert erwarb Pierre de Brézé, Minister unter Karl VII. und Ludwig XI. die Burganlage und errichtete ein mittelalterliches Schloss mit mächtigen Rundtürmen, von denen zwei noch heute als Einziges aus dieser Zeit zu sehen sind.
Seit 1502 befindet sich das Schloss in den Händen der Familie Cossè. Im 17. Jahrhundert sollte das Chateau vollständig abgerissen und erneuert werden, beides in einem Zug. Während des Umbaus verstarb der Bauherr und die halbfertige Anlage ist noch heute so vorzufinden. Zwischen den beiden Rundtürmen liegt der monumentale fünfstöckige Hauptflügel des Schlosses im leicht italienischen Stil.
Nach der Plünderung während der französischen Revolution von 1792 wurde 1844 mit dem Wiederaufbau begonnen der bis Ende des 19. Jahrhunderts andauerte.
Heute ist der Schlossherr der 13. Herzog von Brissac. Er hat von seinem Schloss einen herrlichen Blick auf seinen etwa 70 Hektar großen Landschaftspark, welcher von natürlichen Wasserwegen durchflossen wird.
Nach der Besichtigung des Schlosses wandeln wir noch einige Kilometer durch den herrlich angelegten Naturpark. Immer wieder eröffnen sich uns neue Sichtachsen. Das Schloss auf einer kleinen Anhöhe überragt das Ganze.
Jetzt steuern wir die allerletzte Etappe unserer Tour an.
Anger.
Gut 15 km westlich von Brissac.
Cointreau
Wir lieben das französische Leben mit seinen vielen geistreichen Getränken. Eines davon ist Cointreau. In einem kleinen Vorort von Anger befindet sich das Museum der Brennerei. Nachdem wir uns in einer Bäckerei über den Weg erkundigt hatten finden wir das Museum recht schnell. Zwischenzeitlich hatte sich das Wetter immer mehr verbessert. Es ist strahlender Sonnenschein und die Temperaturen hatten auch schon fast die 30°C Marke erreicht.
Hinein ins Museum. Eine angenehme klimatisierte Kühle und eine nette deutsche Museumsführerin empfangen uns. Nun steht der Besichtigung des Museums nichts mehr im Wege. Wir erfahren viel über das traditionsreiche, hochprozentige Getränk welches seit 1849 aus den getrockneten Schalen von Süß- und Bitterorangen, Alkohohl, Zucker und Wasser hergestellt wird.
Abschließend wird noch probiert und dann schließt sich die automatische Tür des Museums mit einem symbolischen klicken. Dieses sagt uns - die Tour, die wir vor einer Woche so erwartungsvoll begonnen hatten ist nun unweigerlich am Endpunkt angekommen.
Morgen geht es mit einer Vielzahl toller Eindrücke von den romantischen Schlössern der Loire wieder zurück in die Heimat. Die Tour selber wird uns unvergessen bleiben.
In den 6 Tagen sahen wir 10 Schlösser, 1 Abtei, 1 Höhlenwohnungsmuseum, 3 herrliche Städte, mehrere Weingüter und 1 tolles Brennereimuseum. Das Gesehene wird vermutlich erst richtig zu Hause verarbeitet werden können. Es sind einfach zu viele unterschiedlichste Eindrücke die auf unsere Sinne eingestürmt sind.
Bilder, video und pdf. sind unter
http://www.weinbrand24.de/Fotogalerie/Loire/Frankreich-Loire.htm
zu finden






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