Leser-Reportagen
Paris und Bretagne
alle Fotos zu dieser Reise findet ihr auf http://zebrafuss.jimdo.com
Tag 1: Samstag, 18.07.09
Endlich Samstag - Jetzt geht es also tatsächlich endlich los! Hervorragend geplant: Der Flug am Nachmittag. So kann man nach dem letzten langen Arbeitstag in Ruhe ausschlafen und dann irgendwann mal ans Packen denken :-) Um den durch die auf die Datschas flüchtenden Moskauer verursachten Staus am Samstag zu entgehen, wählen wir die bequeme Anfahrt mit dem Zug. Nur schade, dass der Bahnhof am Flughafen so weit vom Terminal entfernt ist...Aber das wird sicherlich bequemer, wenn das Terminal 3 endlich eröffnet wird und alle Aeroflot-Flüge von hieraus starten werden. Wenn es denn mal endlich so weit ist... Der Flug im Airbus 318 ist eine Kooperation von Aeroflot und Air France. Der Hinflug wurde von Air France ab SVO2 durchgeführt. Können die Franzosen besser organisieren als die Russen? Beim Check in wird uns erst mal gesagt, dass der Flug überbucht ist...Sollte unser Urlaub mit einem stundenlangen Warten auf den nächsten Flug beginnen? Erst nach einiger Zeit der Ungewissheit bekamen wir dann doch unsere Bordkarten – durften sogar nebeneinander sitzen :-) Nur am Rande erwähnt: Am Abflugtag kam endlich der Sommer nach Moskau. Bei 30 Grad am Flughafen ankommend wurden wir am Schalter mit dem Wetterservice für Paris konfrontiert: Regen und 19 Grad. Es muss wohl so sein...Im Flugzug begrüßt mit einem freundlichen „Bon Jour“ kam erstmals so etwas wie Urlaubsatmosphäre auf: Ja, in Frankreich wird französisch gesprochen! Wir sollten später noch feststellen, dass das Vorurteil, dass die Franzosen nur sehr widerwillig den Gebrauch einer für sie fremden Sprache in Erwägung ziehen, durchaus seine Berechtigung hat...Auch ein weiteres „Vorurteil“ wurde gleich beim Flug bestätigt: Die Vorliebe der Franzosen für gutes Essen und Wein. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so gut in einem Flugzeug gegessen habe. Inklusiv kostenlosem Wein in echten(!) Gläsern! Der nach dem französischen General Charles de Gaulle benannte Flughafen ist in seiner Tunnelkonstruktion eine wirkliche Schönheit: innovativ, modern und trotzdem schön. Schade, dass ich noch nicht in Foto-Stimmung war. Fast sofort fanden wir die Bushaltestelle des von Air France betriebenen (und damit teuren) Transferdienstes. Na, egal...Am Gare de Lyon in Paris-Bercy angekommen – ganz in der Nähe von unserem Hotel – sollte sich die Wettervorhersage leider bewahrheiten. So machten wir uns zu Fuß im Regen auf, unser Hotel zu suchen. Da der Stadtplan etwas unübersichtlich war, mussten wir fragen und stellten so gleich fest, dass hier (fast) niemand Englisch spricht. Weder die Verkäufer, noch die hilflosen Touristen gegenüber sehr hilfsbereiten Obdachlosen...Verständigen kann man sich trotzdem, so dass wir unser Hotel doch irgendwann fanden. Obwohl müde haben wir uns nach einer kleinen Ruhephase noch mal aufgerafft und sind mit der Metro ins Zentrum gefahren. Die Metro hat uns gleich mehrfach verblüfft. Davon abgesehen, dass die Züge alle sehr modern waren (im Vgl. zum letzten Besuch vor langer Zeit) sieht man Metro-Züge auf Gummibereifung auch eher selten. Noch erstaunlicher: Züge ohne Fahrer...Das es dies nur auf der neuesten Linie 14 direkt an unserem Hotel gibt, erfuhren wir erst später. Aber das Gefühl in einem Zug ohne Fahrer zu sitzen, ist schon erst mal gewöhnungsbedürftig – vor allem, wenn man vorne im ersten Abteil sitzt und aus der Fahrerperspektive alles auf sich zukommen sieht! Der Louvre bei Nacht beeindruckt und ist viel schöner als tagsüber – wie wir später herausstellen sollten. Trotz der Dunkelheit blieb unser tolles (aber doch etwas großes) Stativ aus Bequemlichkeitsgründen im Hotel. So konnte unsere Nikon ihre Vorzüge im Handbetrieb zeigen. Die Ergebnisse sind gar nicht so übel – wie wir finden. Durch die Schönheit des Louvre wieder voll Energie kamen wir auf die Idee, vom Museé d´ Orsay zum Eifelturm zu laufen und dabei die nächtlichen Seitenstraßen im Zentrum von Paris zu erkunden. Da es bei uns beiden mit der Orientierung nicht – na ja – optimal bestellt ist, hat das natürlich nicht geklappt. Erstaunlich nur, dass wir irgendwann nicht am Eifelturm herauskamen, sondern genau dort, wo wir auch losgelaufen sind...Nicht gewollt, aber immerhin! Grundsätzlich auch erstaunlich, dass noch vor Mitternacht an einem Samstag auf durchaus großen Straßen überhaupt keine Leute zu sehen sind und auch die Restaurants schon alle geschlossen haben. Sehr ungewöhnlich – gerade wenn man Hunger hat :-) Wie in Moskau auch schließt die Metro gegen 0:30h, so dass wir uns nach wie vor hungrig auf den Heimweg machen. In der nähe des Hotels werden wir dann doch noch fündig: Kebab mit Cola – lecker!
Tag 2: Sonntag, 19.07.09
Der erste vollständige Urlaubstag! Offensichtlich ist es in Frankreich unüblich, dass das Frühstück im Preis inbegriffen ist. Zum Glück, konnten wir uns doch so nach Herzenslust in der Bäckerei nebenan mit leckeren französischen Baguette-Varianten eindecken. So lecker! Wieso gibt es so was in Moskau nicht...? Zum Auftakt gings auf die „Inseln“ Cité und St. Louis zwischen Seine und Kanal. Erster Blickfang waren aber nicht St. Chapelle, der Justizpalast oder natürlich Notre-Dame – sondern der Vogelmarkt. Highlight (neben dem „blinden“ Huhn) waren für uns die Nymphensittiche, in die wir uns sofort verliebt haben. Hier entstand dann auch der Wunsch, solche auch bei sich zu Hause zu haben...Neben St. Chapelle und dem Justizpalast haben uns auch die schönen Fußgängerzonen gefallen. Notre-Dame ist natürlich sehr touristisch, aber eben auch schön. Und es mussten ja schließlich Mama-Bilder gemacht werden :-) Von innen betrachtet ja – auch schön. Aber letztendlich halt auch nur eine Kirche. Davon sollten wir später noch schönere sehen! Zeitgleich zu unserem Besuch fand eine Messe statt – und obwohl aufgrund des französischen nichts zu verstehen war wurde doch klar, dass katholische Messen in Frankreich leider genauso langweilig sind, wie auch in Deutschland. Vielleicht sogar langweiliger – zumindest für einige einschläfernd langweilig :-) Von dort aus gings über die Brücke am Rathaus vorbei (Hótel de Ville ist kein Hotel...) ins Viertel Marais nördlich der Rue de Rivoli, wo wir einfach nur durch die Straßen bummelten und im Hof des Museé Carnavalet unser erstes Panorama entsteht. Von da aus weiter zum Place de la Bastille. Nach guter Wiener Tradition entschließen wir dann, für eine Ruhephase ins nahe gelegene Hotel zu fahren. Offenbar war das sehr dringend – die Opéra Bastille bekommen wir schon nicht mehr zu sehen. Zumindest gibt es weder Erinnerungen noch Bilder davon...Am Abend steht dann der Eifelturm auf dem Programm. Obwohl es recht spät wird, als wir loskommen, bleibt das (tolle aber schwere) Stativ zu Haus. Mit der Metro zur Ecole Militaire geht’s von dort aus durch den Parc du Champ de Mars zum Eifelturm. Im Nachhinein schön zu betrachten die Bilder vom Eifelturm während der Dämmerung bis zur beleuchteten Version bei Dunkelheit. An diesem Tag entstand auch das tolle Foto vom radiohörenden Mann (hat natürlich Natalia gesehen...). Mit tollen Eindrücken und vielen Bildern im Gepäck geht’s weiter zum Triumphbogen und von dort aus ein wenig den Champs Elysees entlang – eine Straße, mit der ich mich auch beim dritten Aufenthalt in Paris nicht anfreunden kann. Immerhin wissen wir jetzt, wo es am Abend – im Gegensatz zu gestern - in Paris Menschen gibt...Zumindest viele Touristen. Trotz Nachmittagsschläfchen müde nach einem langen Tag erreichen wir wieder so gegen Mitternacht unser Hotel.
Einwurf zur Vorbereitung der Reise: Gebucht waren per Internet die Flüge, die Hotels während der erste Nächte und der letzte Nacht in Paris, das Hotel und der Leihwagen in Rennes. Alles andere wollten wir spontan entscheiden – je nachdem wie es läuft und wozu wir Lust hatten. Und so haben wir es dann auch gemacht :-) Hat alles in allem auch sehr gut funktioniert.
Tag 3: Montag, 20.07.09
Nach dem Frühstück (Reste von gestern) geht’s zum Montmartre. Die Wolken haben sich verzogen und es wird sogar warm. Trotz der Sonne gibt’s natürlich weder Mütze noch Sonnenmilch. Schließlich sind wir nicht im Süden und es war Regen angekündigt! Sacre Coeur ist natürlich toll. Vor allem gefallen uns aber die engen Gässchen und die friedliche Atmosphäre. Blickfang war (wieder gesehen von Natalia...) die Gruppe von Mädels auf der Treppe zu Sacre Coeur. Das Bild, wo jedes Mädel auf seine eigene Art und Weise – meist aber doch recht skeptisch – seine Wegzehrung betrachtet ist schon klasse. Nach dem Spaziergang in diesem schönen Stadtteil geht’s zum Moulin Rouge. Zu einem abendlichen Showbesuch dort können wir uns aber nicht durchringen. Auf dieser Straße entdecken wir eines der Rotlichtviertel von Paris. Aber das nur am Rande...Da uns das alles irgendwie zu klassisch-touristisch ist, geht’s im Anschluss wieder zur Champs Elysees und von da aus zum Place de la Concorde. Schließlich sind wir am Vorabend nur die halbe Chaussee entlang gelaufen - und das geht ja nun so nicht! So ganz klassisch war es dann aber doch nicht. Denn auf der Chaussee wurden überall Zuschauertribünen für irgendein Event gebaut. Es hat eine Weile gedauert, bis wir feststellten, dass die Tribünen schon wieder abgebaut wurden. Sie waren für die Zieleinfahrt der letzten Etappe der diesjährigen Tour de France am gestrigen Sonntag. Tja – das haben wir verpennt. Auch haben wir noch einen Abstecher „nach rechts“ zum Grand und Petit Palace gemacht.
Vor allem der Grand Palais hat mit seiner bunt Verglasten Vorhalle einen wirklich interessanten Eindruck gemacht. Leider war Montag – Museen geschlossen. Ein paar schöne Bilder sind trotzdem dabei herausgekommen. Das trifft auch für die Brücke zum Hótel des Invalides zu. Denn obwohl der Eifelturm ja kein sooo besonders originelles Motiv ist, weiß er bei einer ansprechenden Komposition doch durchaus zu gefallen :-) Nach einer kleinen Ruhepause, die wir in der Sonne liegend auf den dortigen Grünflächen verbrachten, ging es dann aber doch zum Place de la Concorde. Ein sehr großer Platz, der mit seinen Bauten und Brunnen sicher auch etwas schönes an sich hat. Aufgrund der vielen Autos und Menschen und dem damit verbundenen Lärm und Stress, konnten wir leider jedoch keinen positiven Eindruck gewinnen. Der dahinterliegende zum Louvre gehörende Jardin des Tuileries ist aber – vor allem bei dem tollen Wetter – sehr schön! Obwohl es mir ja fast schon wieder zu warm war (aber ich muss ja immer was zum Meckern haben...). Den Louvre selbst sahen wir nun also zum ersten Mal bei Tageslicht. Schön natürlich – aber etwas enttäuschend langweilig im Vergleich zu den tollen Eindrücken bei Nacht am ersten Abend. Müde und mit Sonnenbrand geht’s am Nachmittag ins Hotel zurück. Am Abend schauen wir uns dann das moderne Paris an – Pompidou: Sicherlich Geschmacksache. Mir gefällt dieser Platz und vor allem auch seine etwas andere Atmosphäre. In Restaurants muss man schon etwas risikobereit sein – selbst im Zentrum von Paris gibt’s oft keine Menüs auf Englisch und die Kellner tun sich doch auch sehr schwer mit der Sprache. Lecker war es trotzdem! Danach spazieren wir noch durch das abendliche Viertel und genießen die ruhige, lockere Atmosphäre. Ganz besonders gefallen hat uns die Stimmung am Abend an der Seine. An diesem warmen Tag sitzen um Mitternacht ganz unterschiedliche Gruppen von Menschen auf der Promenade und picknicken. Dabei ist eines meiner Lieblingsbilder entstanden. Zufrieden fahren wir gegen Mitternacht zurück. Für morgen stehen Versaille und für den Nachmittag evtl. die „Besteigung“ des Eifelturms sowie die Besichtigung der französischen Freiheitsstatue auf dem Programm. Am Abend sollte der erste Teil unseres Paris-Aufenthaltes mit der Zugfahrt nach Rennes bereits zu Ende gehen. Am Abend haben wir uns an der Rezeption noch erkundigt, wie man am besten nach Versaille kommt. Nach meiner Erinnerung musste man dafür mit dem Zug fahren. Der nette Herr meinte aber, dass dies gar nicht notwendig sei – man kann ganz einfach mit der Metro bis Haltestelle Porte de Versailles fahren – wunderbar und sehr touristenfreundlich, das Metronetz so auszubauen!
Tag 4: Dienstag, 21.07.09
Also auf mit der Metro nach Versailles. Praktisch auch, dass wir dabei bei dem Bahnhof Gare du Montparnasse vorbeikommen, von dem aus wir abends nach Rennes fahren werden, so dass wir dort ganz bequem schon unser Gepäck einschließen können. Komisch nur, dass in der Metro so wenig Leute sind. Es ist schönes Wetter – da wollen doch bestimmt viele Leute dorthin! An der Metrostation angekommen gibt es in der Halle auch keinerlei Hinweise auf das Schloss – auch merkwürdig! Allerdings gibt es Hinweise auf Versaille – ein Expocenter mit diesem Namen... Gut gelaunt sehen wir auf die dort hängende große Karte und sehen, dass wir mit dem Zug von dem Bahnhof aus fahren können, wo wir heute schon einmal gewesen sind. Prima! Ein bisschen im Kreis fahren ist doch immer lustig! Zur heiteren Stimmung kamen die lustigen ewig langen Übergänge an diesem großen Bahnhof und die vielen Menschen, die in ihrer Hektik fast an Moskau erinnerten. So kamen wir gut gelaunt also doch noch nach Versaille. Aber es war einfach zu heiß, als das wir es hätten genießen können. Das Schloss selbst haben wir uns nicht angesehen (keine Lust und lange Schlangen) und sind nur in den Garten gegangen. Da – wie wir nun wissen – die Fontänen aber nur am Wochenende in Betrieb sind, ist uns die Schönheit dieser sehr strukturierten Gartenanlage nicht so offenbar geworden. Nach ein paar Mamabildern sind wir daher auch möglichst schnell wieder zurück. Dennoch war es aufgrund der morgendlichen Umwege schon zu spät für unsere eigentlichen Vorhaben. So disponierten wir kurzfristig um und schauten uns das Pantheon an. Das sollte sich als eine gute Idee herausstellen. Nicht so sehr wegen des Pantheons selbst, sondern zuerst wegen der tollen Kirche St. Etienne-du-Mont davor. Eine wirklich tolle Kirche – vor allem von innen. So frisch, hell und freundlich! Ich wüsste nicht, ob ich von einer Kirche schon einmal so begeistert gewesen wäre. Leider wird dies auf den Bildern nicht so wirklich deutlich. Entgegen meiner ersten Vermutung handelte es sich dabei sogar nicht um eine evangelische, sondern um eine katholische Kirche! Und die Kirche fügte sich auch gut in den schönen Platz ein, der des weiteren einer Universität und eben dem Pantheon Platz bot. Vor der Fahrt nach Rennes entschlossen wir uns dann im Jardin du Luxembourg noch etwas auszuruhen. Ein weiterer wirklich schöner Park im Zentrum von Paris. Auch so was sucht man in Moskau leider vergebens. Toll war es vor allem unsere qualmenden Füße in das kühle Nass des dortigen Teiches zu stecken – eine wahre Wonne! Auch wenn das Wasser nicht den saubersten Eindruck machte...Auf dem Weg zum Bahnhof kamen wir dann noch auf dem Odeonsplatz vorbei – auch hier waren wir wieder begeistert von der Atmosphäre, die vor allem durch die vielen in Straßencafés sitzenden Menschen hervorgerufen wurde. Auch so was sucht man in Moskau selbst bei schönem Wetter vergeblich. Die Fahrt nach Rennes war sehr angenehm. Der französische TGV verdient seinen guten Ruf. Ein sehr moderner, eleganter Zug und angenehm temperiert. Eine wahre Wohltat nach dem heißen Tag. Das Hotel (in Bahnhofsnähe vorgebucht) war schnell gefunden und hat uns angenehm überrascht. Ein sehr liebevoll eingerichtetes kleines Hotel mit einem freundlichen Empfang. Am schon späteren Abend reichte die Kraft nur noch für eines der naheliegenden Restaurants. Auch die Restaurants waren sehr liebevoll eingerichtet, was uns sehr gefiel. Auch wenn man anhand der auf der Straße umherlaufenden kontaktfreudigen Leute erahnen konnte, dass wir uns nicht weit vom Bahnhof aufhielten...Mit einem sehr leckeren, reichhaltigen Abendessen sowie einer Flasche Wein ließen wir den ersten Abend in der Bretagne zufrieden ausklingen.
Tag 5: Mittwoch, 22.07.09
Nach einigen Tagen mit schönem, ja sogar heißem Wetter kam nun der Regen zurück. In Anbetracht meines nicht unerheblichen Sonnenbrandes kam mir das sogar ganz entgegen. Mit Schirm bewaffnet ging es in die Stadt. Bis 15 Uhr hatten wir Zeit – dann mussten wir zum Bahnhof um den Leihwagen entgegenzunehmen. Wohin wir damit fahren wollten, hatten wir uns aber noch nicht wirklich überlegt...Also wollten wir in der Stadt auch zur Touristeninfo, um uns da beraten zu lassen. Jetzt weiß auch Natalia, dass es so was auch kostenlos gibt, ohne dass dir jemand was verkaufen will :-) Als Ergebnis hatten wir eine ungefähre Vorstellung von den nächsten Tagen, ein dickes Buch mit Anschriften für Unterkünfte sowie eine große Landkarte – prima! Der Mitarbeiter in der Touriinfo sprach übrigens Englisch. Und wie sich später herausstellte (wir hatten das Büro schon verlassen) – sogar Deutsch! Auf dieser schönen Sprache empfahl er uns nämlich noch den Besuch des (kostenlosen) Museums zur Geschichte der Stadt Rennes. Der Besuch hat sich dann aber unserer Meinung nach nicht wirklich gelohnt. Egal! Die Stadt selbst hat uns gut gefallen. Ein interessanter Mix aus modernen und alten Gebäuden. Vor allem die Altstadt mit seinen vielen kleinen, schmalen, bunten (Fachwerk-)Häuschen und seinen engen Gassen ist sehr hübsch. Auf dem Hauptplatz mit Rathaus und Oper stand auch ein kleines Kettenkarussell. Warum das erwähnt wird? So ein kleines Karussell fanden wir erstaunlicherweise später in (fast) jeder Stadt. Nach einem leckeren Essen in einem wiederum liebevoll eingerichteten Restaurant mit sehr freundlichen Bedienungen (wieder fast ohne Englischkenntnisse) schlenderten wir so langsam zum Bahnhof zum vereinbarten Treffpunkt. Nach einer halben Stunde vergeblichen Wartens wollten wir die auf der Buchungsbestätigung angegebene Nummer anrufen. Dazu brauchten wir aber erst eine Telefonkarte – Münzautomaten suchten wir auf dem Bahnhof vergeblich. Nachdem auch diese organisiert war, versuchten wir anzurufen – ohne Erfolg. Mit 0, ohne. Mit internationaler Vorwahl – alle Möglichkeiten. Dabei sollte ein Ortsgespräch doch eigentlich nicht so schwierig sein? Letztendlich entschieden wir, einfach zur Sixt-Niederlassung zu fahren und dort das Auto entgegenzunehmen. Wir erfuhren von der Dame am Infoschalter des Bahnhofs, wo die Sixt-Niederlassung in Rennes ist und wie wir dahin kommen. Und das hatte dann sogar was Gutes: Während des Tages haben wir vergeblich nach Haltestellen der angeblich vorhandenen Metro gesucht. Für eine doch recht kleine Stadt wie Rennes eine Metro? Das konnten wir uns doch nicht so wirklich vorstellen. Aber um zur Sixt-Niederlassung zu kommen, konnten wir nun vom Bahnhof aus die Metro benutzen – prima! Es gibt genau eine Linie, der Zug besteht aus zwei schmalen Wagons – und es gibt wieder keinen Fahrer. Aber alles hochmodern! Dort angekommen suchten wir (im Regen) nach der Sixt-Niederlassung. Nach einiger Zeit und einigem Fragen fanden wir versteckt das Büro. Leider habe ich (wegen meiner schlechten Laune?) kein Bild davon gemacht: Das Sixt-Logo war nur noch zu Hälfte da und das Büro war so mit Rollladen verschlossen, als ob es schon ewig nicht mehr geöffnet worden wäre. Im Zeitschriftenladen nebenan stießen wir wieder auf diese bewundernswerte Hilfsbereitschaft (fast) ohne Sprachkenntnisse. Die nette Mitarbeiterin erfuhr durch einen Anruf von ihrem privaten (!) Handy, dass Sixt natürlich ausnahmsweise heute geschlossen hat. Den Versuch, ihr zu erklären, was unser Problem war, gaben wir nach einer Weile auf. Wir wollten es vom Hotel aus noch einmal telefonisch probieren. Das klappte auch gut – überraschend gut! Der Anruf der Empfangsdame im Hotel brachte die Erkenntnis, das unser Auto sehr wohl da ist! Da Sixt heute geschlossen hat, wurde dies auf einem Parkplatz eines Hotels gleich in der Nähe des Bahnhofs abgestellt. Wir müssten nur dort hin gehen und uns die Papiere abholen. Das sei uns aber doch auch telefonisch schon mitgeteilt worden! Na gut, mit uns telefoniert hat zwar niemand – aber egal. Hauptsache wir bekommen doch noch unser Auto. Im besagten Hotel hatten wir dann die Schlüssel schon fast in der Hand bis jemand bemerkte, dass dieses Auto gar nicht für uns war...Ein weiterer Anruf zu Sixt von diesem Hotel aus brachte dann die Erkenntnis, dass für uns keine Bestellung eingegangen war...Aktuell gab es keine Autos – höchstens am Flughafen von Rennes. Und da wollten wir nun nicht auch noch hinfahren. Also wandten wir uns an die übrigen Autovermieter. Von allen Anbietern hatten nur noch Budget und Europcar einen Wagen. Bei einem Preisunterschied von über 100 € entschieden wir uns für Budget – auch wenn nur die kleinste Kategorie ohne Navi angeboten werden konnte. Da wir keine Unterkunft in St. Michel (unser nächstes Ziel) hatten und es schon recht spät geworden war, entschieden wir uns, noch für eine Nacht im Hotel zu bleiben. Die freundliche Dame Hotel konnte uns dann auch ein Zimmer für die nächste Nacht in Lunair vermitteln. Die Feinplanung im Internet-Cafe von Rennes viel aus – nur bis 19 Uhr geöffnet. So also ging es wieder ins Restaurant und mit zwei Flaschen Cidr ließen wir diesen etwas holprigen Tag gutgelaunt ausklingen.
Tag 6: Donnerstag, 23.07.09
Für 10 Uhr war das Auto bestellt und um 10:05 rollten wir schon Richtung St. Michel. Ein kleiner Peugeot 206 plus. Immerhin mit Klimaanlage. Es hätte schlimmer kommen können. Offiziell darf man auf französischen Autobahnen ohnehin nicht schneller als 110km/h fahren. Und Platz genug hatten wir zu zweit auch. Wozu also ein größeres Auto? Unterwegs machten wir noch einen Abstecher nach Fougeres, um uns dort eine Burgruine Chateau de Fougeres se raconte aus dem Jahr 1166 anzuschauen. Das Wetter wusste heute nicht so recht, was es wollte. Ein für die Bretagne wahrscheinlich typischer Regen-Sonne-Mix. Die Burg ist wirklich sehenswert! Aber das kann man nicht beschreiben – dafür gibt’s die Bilder. Dann ging´s weiter nach Saint Michel – ein auf einer winzigen Halbinsel gebautes Kloster nebst zusammengedrückter Stadt rundherum. So was hatten wir auch noch nicht gesehen! Auf den Fotos liegt Saint Michel üblicherweise (fast) vollständig im Meer. Als wir ankamen war jedoch Ebbe – so dass wir das Meer überhaupt gar nicht sahen, so weit hatte es sich zurückgezogen. Das Watt haben dafür viele Touristen für Barfußspaziergänge genutzt. Auch davon gibt es ein schönes Bild – fast karavanenartig! Nass wurde es dafür wieder von oben – und nicht zu knapp. So wurde der Spaziergang in den noch engeren Gassen der Stadt wenig amüsant, da sich alle mit ihren Regenschirmen ihren Weg bahnten. Man kann schließlich nicht den ganzen Tag in einer Kirche dort sitzen und Backgammon spielen :-) Fotografieren bei Regen ist natürlich auch so eine Sache. Den Regenschirm sieht man ab und zu am Bildrand...Die Klosterführung oben auf dem Berg ist wirklich zu empfehlen. Schön war auch der Moment, als wir bei Sonnenschein das Kloster wieder verließen. Aber auch das alles ist schwer zu beschreiben und auch deswegen an dieser Stelle wieder der Verweis auf die Bilder. Dort kann man auch erahnen, wie die Müllabfuhr funktioniert, wenn es in einer Stadt ausschließlich so enge Gassen gibt. Durch die Dörfer ging´s dann Richtung Lunair: unserem Heim für die nächsten zwei Nächte. Unterwegs kamen wir aber noch ein paar sehr schönen Plätzen am Meer vorbei, die wir uns in Regenpausen dann auch anschauten. Hotel Richmond ist ein kleines, doch eher einfaches Hotel. Offensichtlich hatten wir die „Honeymoon-Sweet“: Mit Balkon und (fast) freien Blick aufs Meer. Das war schon schön und ließ das nicht ganz optimale Badezimmer in den Hintergrund rücken. Hier kamen wir auch erstmals in den Genuss unserer Investitionen: Eine große Teetasse sowie einen Wasserkocher! Jetzt waren wir autark und konnten jederzeit Tee genießen – sogar mit Zitrone! Am Abend klarte es dann wieder auf, so dass wir noch schön am Strand entlang spazieren konnten. Dabei entstand auch das schöne Bild vom Jungen, der unten auf einer Treppe stehend den Fuß ins Wasser hält – auch das hat natürlich wieder Natalia gesehen. Selbst gesehen habe ich immerhin den schon halb im Meer verschwundenen Spielplatz mit dem jungen Mann, der auf dem Zaun sitzt. Aber das war auch schwer zu übersehen :-) Bzgl. Wetter komisch übrigens. Immer wieder wurde es abends noch einmal sonnig, die Nacht klar und der Morgen wunderschön. Bis ca. um 10 Uhr dann die Wolken aufzogen und es sehr unbeständig wurde. Hätte man das nicht genau andersherum organisieren können...? Nichts desto trotz waren wir nach dem eher bescheidenen gestrigen Tag heute sehr zufrieden – ein schöner Tag!
Interessant war noch, warum auf den Straßen unter den Geschwindigkeitsbegrenzungsschildern ständig der Hinweis „Rappel“ angebracht war. Auch wenn wir die Bedeutung nicht kannten, konnte man sich dies doch so ungefähr vorstellen. Und richtig. Es heißt unter anderem: Mahnung, Nachzahlung. Aber ist das nicht ohnehin klar, wenn man schneller fährt, als dort angegeben? Es steht wirklich extra noch einmal unter jedem dieser Schilder! Na, egal. Wir hatten Gott sei Dank keinen Kontakt mit der Polizei :-)
Tag 7: Freitag, 24.07.09
Es gibt wohl schlimmeres als am Morgen bei Sonnenschein aufzuwachen und im Bett liegend das Meer zu sehen. Na gut – um es zu sehen hätte man schon aufstehen müssen, aber das Meeresrauschen konnte man auch so hören! Das Frühstück auf dem Balkon war toll. Dies aber mehr aufgrund der tollen Aussicht und der Sonne und weniger wegen des Frühstücks selbst. Zum ersten Mal haben wir das Hotelfrühstück ausprobiert. Zwei Baguettes, Butter, Marmelade und zwei Gläschen Orangensaft – das war es. Na, das brauchen wir nicht noch mal. Gott sei dank hatten wir noch eigene Erdbeeren, um es doch noch zu einem tollen Frühstück zu machen :-) Leider konnte sich die Sonne im Tagesverlauf wiederum nicht behaupten und verschwand gleich nach dem Frühstück. Hierzu passend hatten wir schon auf Postkarten das Motiv mit Frankreich als Wetterkarte gesehen: Im ganzen Land Sonne – nur in der Bretagne Regen...Für heute stand die Besichtigung gleich dreier Städte auf der Tagesordnung: Dinard, Canacale und St. Malo. Beim anfänglichen Besuch der „hauseigenen“ Steilküste von St. Lunair mussten wir jedoch feststellen, dass das Wetter für kurze Hosen einfach zu kalt ist. Zumindest aber gibt es ein paar Fotos von Natalia in kurzen Hosen – also hat es sich doch gelohnt, sie mitzunehmen :-) Nach dem Umziehen ging es dann tatsächlich los. Dinard war geprägt von den vielen sehr schönen kleinen Häusern, die so individuell und liebevoll gebaut und gepflegt werden. Ein wahre Wohltat besonders dann, wenn man aus Moskau lediglich graue, anonyme Schlafsiedlungen gewohnt ist. Zudem kamen wir hier zum ersten mal auch persönlich mit dem Meer in Kontakt – zumindest bis zu den Knöcheln :-) Ganz so schlimm kann das Wetter trotz unseres Jammerns übrigens nicht gewesen sein. Denn dies war nicht der einzige Strand, an dem wir Menschen im Meer schwimmen sahen...In Canacale haben wir lange nach dem Grund gesucht, warum es dort so viele Restaurants und Touristen gibt. Ein schönes Städtchen – aber auch nichts besonderes im Vergleich zu den anderen. Vermutlich liegt es doch an den Austern, die direkt dort gezüchtet und „geerntet“ werden. Der dazugehörige Markt ist zwar nicht groß, aber günstig und es gibt alles, was man sich zu diesem Thema wünschen kann. Unsere eigenen Versuche weckten bei uns aber eher gemischte Gefühle – ein Geschmack, an den man sich wohl gewöhnen muss. Lustig der „Austernfriedhof“, wo die Touristen ihre Abfälle liegen lassen und die Möwen nach Überresten suchen. Auch die aufgrund der Ebbe auf dem Meeresgrund liegenden Schiffe gaben ein schönes Motiv. Von Cancale nach St. Malo fahrend haben wir in den Regenpausen immer mal wieder angehalten, um uns tolle Küstenabschnitte anzuschauen – unter anderem das macht schließlich die Bretagne aus! Ganz nett waren dabei auch „Klein-St.Michel“ und die Stein-Skulpturen von ..... In St. Malo angekommen regnete es wieder ununterbrochen, so dass wir uns entschieden für einen Milch-Shake bei McDonalds vorbeizufahren, den es dort natürlich nicht gab. Nur etwas ähnliches – aber eben nicht genau das, worauf man sich gefreut hat :-) Dafür gab es dort aber hinter dem Tresen endlich jemanden, der Englisch sprach – und das sogar sehr gut! Weiter beim Schlechtwetterprogramm ging es mit dem viel beworbenen und sehr großen Aquarium. Dort haben uns besonders die Schildkröten gefallen. Sowohl die kleinen, als auch die großen! Gegen Abend kam dann wie immer die Sonne wieder heraus, so dass wir noch ein bisschen durch die Stadt fuhren. Erst zum Schluss – als wir schon zu müde zum Anhalten und Umherlaufen waren – entdeckten wir die sehr schöne Promenade samt Stadtmauer und weiteren historischen Gebäuden von St. Malo. Im Nachhinein schade eigentlich...So fuhren wir zurück nach St. Lunair und ließen den Tag bei einem leckeren Essen und wieder zwei Flaschen Cidr ausklingen. Anschließend nutzten wir noch das Internet-Café, das im Gegensatz zu dem in Rennes bis Mitternacht geöffnet hat!
PS: Neben dem Wort „Rappel“ stießen wir auf Straßenschildern auch immer wieder auf das Wort „Sauf“. Lustig war dies vor allem vor der (tollen) Gedamerie in St. Lunair unter einem Fahrradfahrgebotsschild unter einem Abbiegeverbotsschild. „Sauf“ heißt übrigens „außer, bis auf“ – das macht einiges klarer :-)
Tag 8: Samstag, 25.07.09
Wieder vom Kitzeln der Sonne erwacht, stand heute nach dem Besuch von Dinan die weitere Erforschung der Nordküste gen Westen auf dem Programm. Nach Empfehlung unseres Hotels sollte es nach Ploumanach gehen – ganz im Nordwesten der Cotes d´Armor . Zunächst aber ging es nach Dinan etwas im Landesinneren. Eine Stadt, von der wir noch heute schwärmen und wohl so schnell nicht vergessen. Vermutlich auch, weil es die erste dieser Art war, die wir in der Bretagne zu sehen bekamen. Auch hier wird das Beschreiben beim Anblick der Bilder überflüssig. Dinan ist einfach toll! Hat fast was von einem Freiluftmuseum mit gleichzeitigem Freilufttheater. Hier ließen wir es uns lange gut gehen und Natalia war sogar so mutig, auf den Uhrenturm zu steigen! Nach dem wir sogar eine Weile bei der Burgruine im Gras lagen (endlich wieder Sonne und warm!), machten wir uns dann schweren Herzens doch an die Weiterfahrt. Ploumanach hatten wir als Etappenziel zu diesem Zeitpunkt schon aufgegeben und auf Paimpol reduziert. Es ging also weiter durch die Dörfer an der Küste entlang zum Kap Frehel. Auch das war eine Wucht – atemberaubend schön! Und hier kam zum ersten Mal endlich auch das Stativ zum Einsatz. Als Belohnung ist gleich eines meiner absoluten Lieblingsbilder von dieser Reise entstanden :-) Obwohl es schon spät waren, entschieden wir uns doch noch das Fort la Latte anzuschauen. Es war zwar schon so gut wie geschlossen, ein paar Fotos konnten wir aber doch noch machen. Auch das hat sich gelohnt! Noch ohne Unterkunft für die Nacht machten wir uns zur nächstgrößeren Stadt auf: Erquy. Da sollte sich doch schnell was finden lassen. Aber so einfach war das gar nicht! Nach längerem vergeblichen Suchen fanden wir doch noch eine Wohnung. Zwar nicht ganz billig – aber toll! Groß und mit Küche und allem drum und dran. So konnte wir endlich einmal wieder unsere ganzen Vorräte im Kühlschrank verstauen und uns ein tolles Abendessen zubereiten. Im Anschluss ging´s dann noch an den eine Minute entfernten Strand um uns an Nachtaufnahmen zu üben. Recht zufrieden war ich mit der Aufnahme der Insel in absoluter Dunkelheit. Bei einer Belichtungszeit von 100 Sekunden konnte man ziemlich viele Details erkennen. Für ein wirklich gutes Foto braucht man dann aber schon eine Fernbedienung. Denn minutenlang mit halbgedrückten Auslöser an der Kamera zu stehen ist nicht so optimal. Gerade dann auch, wenn Natalia einen strengen Abend erwischt hat :-) Und wieder „zu Hause“ angekommen konnte ich nun endlich dank des Kühlschrankes das noch in Paris gekaufte Guiness genießen! Das war ein wirklich schöner Tag – vielleicht der schönste der gesamten Reise. Ob wir es morgen zumindest bis Paimpol schaffen?
Tag 9: Sonntag, 26.07.09
Wir schaffen es nach Paimpol. Viel zu sehen bekommen wir am heutigen Tag aber nicht. Dieser eher nüchterne Eindruck hängt sicher aber auch mit dem nahezu perfekten Vortag zusammen. Nachdem wir etwas unsanft zu einer raschen Losfahrt motiviert wurden (das hier ist kein Hotel – da ist Abreise um 10 Uhr!) machten wir uns nach einem kleinen Stadtbummel in Erquy und dem Erwerb weiterer Lebensmittel (am Sonntag!) auf den Weg nach Paimpol. Wie auch am Vortag wollten wir den Schildern folgen, um uns weitere Schmankerl der Cotes d´Armor anzuschauen. In Pledran haben wir jedoch kein Schloss gefunden, obwohl wir sicherlich dreimal im Kreis gefahren über die vielen kleinen Landwege sind! Na ja, vielleicht wäre die nächste Abfahrt ein paar Kilometer einfacher gewesen – aber da hatten wir dann schon keine Lust mehr, noch einmal zu suchen. In Etables sur Mer (da habe ich nach einem zu eleganten Einparken die Radkappe demoliert...) dort über einen schönen kleinen Flohmarkt gelaufen bevor wir uns zu Fuß aufmachten, den Strand zu suchen. Wir haben einen gefunden, aber der war uns dann doch zu weit weg – und schließlich auch nur ein Strand. Wieder zurück fuhren wir mit dem Auto dann noch zum offiziellen Strand. Dort gibt es auch ein kleines Kap – aber zu diesem Zeitpunkt auch wieder kein Wasser (bzw. für uns faulen Leute zu weit weg...) Nach einer Brotzeit und einem kleinen, aber doch anstrengenden Spaziergang ging es wieder weiter. Auch in St. Quay-Portieux noch in Plouha haben wir die in der Karte eingezeichneten Blickfänge finden können. So kamen wir nicht ganz so gut gelaunt recht früh in Paimpol an. Nachdem langen Suchen eines Hotels in Erquy blieben wir nun in Paimpol gleich im erstbesten Hotel. Zwar mit toller Lage direkt am Hafen, aber doch sehr einfach eingerichtet. Das war unser erster und letzter Selbstversuch herauszufinden, was ein Hotel machen muss, um nur einen Stern zu bekommen...Obwohl mir es eigentlich gefallen hat :-) Nach einem wieder lustigen Abendessen gingen wir mit Stativ bewaffnet und etwas stärker angetrunken als üblich zum Fotografieren zum Hafen. Auch hier gab es zur Belohnung das ein oder andere schöne Bild. Und wir haben erfahren, wie flexibel dieses tolle Stativ sein kann. Wobei das beste Stativ bei einem so wackligen Steg auch nichts hilft...Natalia haben offenbar sowieso weniger die dort ankernden Schiffe gefallen, als vielmehr die ganz knapp unter der Wasseroberfläche Fische :)
Tag 10: Montag, 27.07.09
Für heute war neben der Klosterruine von Paimpol auch der Besuch der Insel Ile de Brehat geplant. Anschließend sollte es im dritten Anlauf auf direktem Wege nach Ploumanac´h gehen. Dort wollten wir gleich drei Nächte verbringen und von dort aus diesen letzten Teil der Cotes d´Armor vor unserer Rückreise nach Rennes zu bewundern. Dafür mussten wir zu unmoralisch früher Stunde unser 1-Sterne-Hotel verlassen. Aufgewacht sind wir diesmal aber nicht bei Sonnenschein, sondern bei fiesem Regen. Nach den Wetterprognosen sollte es dabei auch die nächsten Tage bleiben – darauf hatten wir nun gar keine Lust. So schön es da auch sein mag. Nachdem für den Süden der Bretagne Sonne angekündigt war, entschlossen wir uns kurzerhand nicht nach Ploumanac´h, sondern nach Vannes zu fahren. So ein Auto ist doch was feines – volle Flexibilität. Diesmal war´s mit dem Wetter aber anders herum. Zuerst Regen und dann setzte sich die Sonne durch. Also vielleicht doch weiter in den Norden? Schwierig, schwierig...Zuerst aber einmal zur Klosterruine, die uns sehr gut gefallen hat – inkl. Brütender Mauerschwalben, beißender Katzen und zumindest halben Makros. Wunderbar! Bevor es danach wirklich auf die Insel ging, buchten wir eine Rundfahrt um die Insel herum. Genialerweise waren wir als aller erste auf dem, so dass wir uns auf dem Sonnendeck einen Platz aussuchen konnten. Nur wussten wir nicht, ob wir links oder rechts um die Insel herum fahren würden. Nachdem wir zuerst rechts saßen, entschieden wir uns dann doch, uns noch einmal umzusetzen. Tja, wie könnte es anders sein, war es dann doch die falsche Entscheidung. Abgesehen davon, dass ich an diesem Tag ohne Sonnenschutz später den Preis eines fiesen Sonnenbrandes zahlen musste, war auch dieser Ausflug ganz wunderbar. Auch wenn man Möwen eigentlich nicht füttern sollte. Diese kleine Show am Ende der Rundfahrt war interessant – und dabei sind auch sehr schöne Bilder entstanden. Endlich konnte ich einmal den kontinuierlichen Zoom und die Serienbildfunktion sinnvoll benutzen. Mit aus meiner Sicht tollen Ergebnissen! Auf der Insel hatten wir dann so viel Zeit nicht – immerhin wollten wir heute noch nach Vannes (oder doch Ploumanac´h?) fahren. Also reichte es nur für einen kleinen Rundgang, aber inklusive Stativbenutzung und schönen Bildern von uns beiden :-) Die Schiffe zurück fuhren gemäß Zeitplan nur stündlich, so dass wir uns plötzlich beeilen mussten. Auch, weil wir nicht wussten, von wo genau das Schiff abfuhr. An dem Kai angekommen, wo wir gelandet waren mussten wir zu unserem Erstaunen feststellen, dass innerhalb dieser kurzen Zeit das ganze Wasser abgeflossen war. Das war doch nur etwa eine Stunde! Also mussten wir zu einem anderen ein ganzes Stück weiter – gar nicht genau wissend, ob wir überhaupt richtig laufen. Fast angekommen sahen wir das Schiff dann ablegen...Prima! Noch eine Stunde warten...Allerdings lag da noch ein anderes komplett leeres Schiff – übrigens mit unserer alten Besatzung. Nicht wissend, was wir weiter tun sollten, sprach uns die Crew plötzlich an: Wir fahren in zwei Minuten. Wollt ihr mit oder nicht? Hah! :-) Trotz des tollen und sonnigen Tages wollten wir uns auf dieses Wetter-Roulette nicht einlassen und machten uns am Nachmittag noch auf den Weg nach Vannes, um noch einige Tage in der Sonne zu verbringen. Die Überfahrt hat alles in allem nur ca. zwei Stunden gedauert. Einen solchen ständigen fließenden Übergang von Landstraße zu Autobahn inkl. abenteuerlicher Umleitungen habe ich so auch noch nicht erlebt. Gegen 20 Uhr müde in Vannes angekommen, wollten wir nur schnell ein Hotel finden – und es sollte mindestens zwei Sterne haben :-) Im Zentrum konnten wir leider trotz längeren Suchens nichts finden. Und das war schade – schließlich fand zeitgleich in Jazzfestival statt! Auch längere Spaziergänge ließen uns kein Hotel finden. Das einzige freie Zimmer im Zentrum war mit Badezimmer nicht im Zimmer, aber inside. Wie jetzt? Na ja – inside eben! Das ist wohl die französische Übersetzung für „eine Etage höher“. Das war dann doch zu viel. Also ging die Suche weiter. Wir wollten schon fast aufgeben und zum Auto zurück, um zum Interhotel zu fahren (in dieser Hotelkette waren wir schon in Rennes), als wir nach einem speziellen Toilettenbesuch eher zufällig doch noch ein Hotel fanden. Und das war – das Interhotel in Vannes. Na so was! Etwas blöd nur, dass der Herr am Empfang etwas unfreundlich war, bzw. einfach nur sehr schlecht Englisch verstand. Offensichtlich gab es keine hoteleigenen Parkplätze und auch keine kostenfreien in der näheren Umgebung. Erst bei ganz konkretem dritten Nachfragen stellte sich heraus, dass es da ja doch welche gäbe...Um das (am Rathaus im Parkverbot stehende?) Auto noch umzuparken, war ich dann aber doch schon zu müde. Da wollte ich doch lieber am nächsten Morgen früh aufstehen. So lassen wir diesen langen aber wundervollen Tag mit einem wiederum tollen selbst zusammengestellten Hotelzimmerabendessen ausklingen. Willkommen im Süden!
Tag 11: Dienstag, 28.07.09
Wir waren also an unserer letzten Station vor der Rückreise nach Paris angekommen. Von Vannes aus wollten wir uns den Süden noch ein wenig anschauen. Interessant, ob der Trend der letzten Tage anhalten würde: Kommt auch heute wieder nach einem tollen Tag ein eher mauer? Nach dem frühmorgendlichen erfolgreichen Umparken erkundeten wir zunächst (bei Sonnenschein) zu Fuß die Stadt. Die richtig schönen Fachwerkhäuser erinnerten uns an Dinan. Der Hafen, die Reste der Stadtmauer, die vielen Grünanlagen mit wie überall sehr vielen Blumen: Alles sehr schön und liebevoll gemacht. Dazu das den ganzen Tag über stattfindende Jazzfestival, der dem ganzen noch eine besondere Note verlieh! Die freundliche Dame von der Touristinfo hat uns für den Nachmittag eine Städte Tour an der Küste entlang empfohlen: Arradon, Larmor Baden, Auray, Trinite sur Mar, Carnac. Ein recht schöner Hafen (nichts, was wir nicht schon gesehen hätten), eine etwas schüchterne Spinne, zwei Grabmäler und ein schöner Strand. Für die Megalithen in Carnac waren wir leider zu spät. Von der Küste selbst haben wir nicht viel gesehen. Alles in hat uns der Norden besser gefallen. Aber zumindest war das Wetter schön! Es sollte sich also bewahrheiten – nach dem tollen Montag kam ein wieder eher durchschnittlicher Dienstag. Freuen wir uns also auf einen tollen Mittwoch :-) Wobei der Dienstag ja noch sehr angenehm endete: Zu müde (oder zu faul...?) für einen weiteren Spaziergang in die Stadt, genossen wir Krabbenpastete auf frischem Brot und Desperados! War schon interessant zu sehen, wie voll unsere Mülleimer bei Abreise aus einem Hotel immer waren J
Tag 12: Mittwoch, 29.07.09
Langsam neigt sich der Urlaub dem Ende entgegen. Das ist aber nicht schlimm. Den erstens haben wir noch mehr als zwei volle Tage in Vannes und Paris und außerdem haben wir wirklich viel gesehen und erlebt. Auch gut: Es geht nach der Rückkehr ja erst nach dem Wochenende wieder zur Arbeit. Aber noch sind wir hier! Nachdem gestern (eigentlich) eine Küstentour hätte stattfinden sollen, war für heute eine Städtetour östlich von Vannes geplant: Malestroit, La Gacilly und Rochefort. Angeblich gehören diese zu den schönsten Städten Frankreichs – zurecht! Alle drei Städte sind in ihrer oft eigenen Art ganz wundervoll! Rochefort war mit seinem zentralen Platz und seinen vielen wunderschönen kleinen Häusern schon sehr schön. Verwöhnt durch das in seiner Art ähnliche Dinan, konnte uns Rochefort jedoch nicht überraschen. Mit Ausnahme der topausgestatteten Kirche, in der neben Heiligenstatuen Fernseher installiert waren...Dann ging es weiter nach La Gacilly, in dem auch die Open-Air-Fotoausstellung stattfand: Ein weiteres echtes Highlight unserer Reise. Die großformatigen tollen Bilder waren nach Themen sortiert überall in der Stadt platziert. Mal an Häuserwänden, mal auf unterschiedlichen Grünflächen der Stadt arrangiert. Sogar in einem kleinen Wald, wo neben den tollen Makroaufnahmen von Reptilien sogar mit künstlichem Nebel für eine besondere Atmosphäre gesorgt wurde. Die Stadt zu beschreiben ist schwierig. Anders in ihrer Art als zB Dinan, Vannes oder Rochefort. Fachwerkhäuser gab es hier keine. Den Baustil der Häuser hier kenne ich leider nicht – aber auf den Bildern kann man das ja gut erkennen :-) Begeistert von unseren Eindrücken dort, fanden wir noch die Kraft uns gegen Abend noch Rochefort anzuschauen. Aber was konnte La Gacilly noch toppen? Mal soll ja nicht vergleichen – Rochefort ist eine wunderschöne Stadt. Von seinem Stil ähnlich zu La Gacilly, aber doch auch mit ein paar Fachwerkhäusern. Was uns in vielen Städten aufgefallen ist, ist die Liebe der Bretagner zu Blumen. Praktisch überall blühte es in allen Farben. Rochefort wirkte noch etwas älter als La Gacilly. Das könnte aber auch einfach daran liegen, dass in Rochefort die Hauswände nicht mit Bildern geschmückt waren :-) Toll dort auch die Kirche in einer ganz eigenen Bauart. In diesem Stil hatten wir vorher auch noch keine Kirche gesehen. Gut also, dass wir auch hier noch die Kraft fanden, mit der Kamera durch die Stadt zu laufen. Es sind neben den sehr positiven Eindrücken auch wirklich schöne Bilder dabei entstanden! Zurück in Vannes reichte die Kraft dann aber nicht mehr für einen Restaurantbesuch. Ohnehin mussten an unserem letzten Abend in der Bretagne die ganzen Essensreste aufgebraucht werden. Und das haben wir auch erfolgreich gemeistert – mit einem im Anschluss wieder beeindruckenden Mülleimer :-) Am morgigen Donnerstag wollten wir auf unserer Rückfahrt nach Rennes noch die Megalithen von Guer besuchen. Außerdem wollten wir probieren, auf dem Weg die defekte Radkappe austauschen zu lassen. Für abends war dann der Zug von Rennes nach Paris gebucht.
Tag 13: Donnerstag, 30.07.09
Der letzte Tag in der Bretagne...: Mit dem Auto nach Rennes, Auto abgeben und von da aus geht’s dann mit dem Zug weiter zurück nach Paris. Zwischendurch wollen wir noch einen Schlenker nach Guer machen und uns die Megalithen dort anschauen. Vor der Abfahrt aus Vannes allerdings versuchten wir noch die von mir demolierte Radkappe zu wechseln und fuhren dafür zur Peugeot-Niederlassung vor Ort. Dort sprach natürlich keiner Englisch...Und wie das bei großen Niederlassungen so ist, ist gleich alles Bürokratisch, was durch fehlenden Sprachkenntnisse nicht vereinfacht wird...Letztendlich fanden wir aber eine gemeinsame Sprache – mit allerdings negativem Ergebnis. Selbst so ein 0-8-15-Teil ist nicht verfügbar, sondern muss bestellt werden. Der Vorschlag, die Reparatur am nächsten Tag durchzuführen, brachte uns nicht wirklich weiter...Also fuhren wir unverrichteter Dinge nach Guer. Dort angekommen versuchten wir es bei der Peugeot-Werkstatt dort. Und da fanden wir sogar jemanden, der Englisch sprach. Erstaunlicherweise sogar sehr gut, akzentfrei! Er fragte uns nach dem Bekanntmachen, ob wir denn auch kein Französisch sprächen...und so stellte sich heraus, dass Paul (der Mechaniker) – aus Bristol vor zwei Jahren nach Frankreich umgezogen ist. Warum auch nicht? Das war seine Antwort auf unsere Frage nach den Gründen. Einfach, weil es in der Bretagne für die Familie besser ist, haben sie gemeinsam diese Entscheidung getroffen und Paul hat ohne Sprachkenntnisse seinen Job gekündigt und ist mit Sack und Pack in die Bretagne. Hut ab! Da gehört schon Mut dazu. Er hat wirklich alles versucht, uns zu helfen. Aber auch sie hätten die Radkappe bestellen müssen...Aber das war schon fast egal. Diese Begegnung war so positiv, dass wir trotzdem mit einer hervorragenden Laune die Werkstatt verließen. Die Megalithen waren...interessant! Nur wozu die gut sind/waren, konnten wir vor Ort nicht herausfinden. Erst später lasen wir im Internet, dass der Sinn dieser „Steinsammlungen“ bis heute ungeklärt ist. Aber gut! In Rennes wurde es dann zeitlich fast noch einmal knapp, nachdem wir lange keine Tankstelle finden konnten...Letztendlich hat aber alles gut geklappt. Das Radkappenwechseln kostet bei Budget erträgliche 35 € und fünf Minuten vor Abfahrt saßen wir verschwitzt in unserem Zug. Die Rückkehr nach Paris war ein kleiner Schock. Als wir von Moskau nach Paris kamen, genossen wir die Atmosphäre, war doch dort alles ruhiger und gelassener als im hektischen Moskau. Nach einer guten Woche Bretagne kam uns das schon gar nicht mehr so vor. Paris erschien uns laut, hektisch, viel zu groß mit vielen langweiligen, grauen Häusern und gar nicht angenehm. Eine nach der beschaulichen Bretagne nachvollziehbare Erfahrung, die wir aber mit dieser Wucht in keiner Weise erwartet hätten. Aber natürlich besser so, als wenn wir direkt nach Moskau zurückgeflogen wären. Dann wäre es noch schlimmer geworden. So hatten wir noch einen Tag, um uns zu akklimatisieren und danach recht ruhig nach Moskau zurückzufliegen. Erleiden mussten wir diese Eindrücke größtenteils bereits nachdem wir schon im Hotel eingecheckt hatten und von dort aus noch mal ins Zentrum fuhren, um ein schönes kleines und ruhiges Restaurant zu finden. Dies stellte sich erstaunlicherweise als mehr als schwierig heraus. Wir sind lange in dieser großen, grauen, lauten und hektischen Stadt herumgelaufen, ohne was entsprechendes zu finden. Bis wir – ganz unerwartet – wieder in einem Rotlichtviertel landeten. Aber egal – da gab es dann ein einfaches griechisches Restaurant, dem wir aufgrund unserer schon arg strapazierten Geduld unseren Zuschlag gaben. Das Essen und der Wein waren nicht schlecht und wir nutzten die Zeit, um unsere gemeinsame berufliche Zukunft in Selbständigkeit etwas konkreter zu durchdenken. Und stellten fest: Wir müssen noch öfter und intensiver denken, um das auf ein tragfähiges Fundament zu stellen...Zurück im Hotel wollten wir uns zum Abschied eigentlich noch eine Flasche Cidr und Weintrauben schmecken lassen, die wir im Kühlschrank am Empfang kalt haben stellen lassen (in unserem sehr dürftigen und lauten Hotelzimmer funktionierte trotz dreier Sterne nur wenig...). Aber das war nach dem leckeren und umfangreichen Abendessen schon eine zu hohe Herausforderung. So mussten zumindest die Trauben bis morgen warten :-)
Tag 14: Freitag, 31.07.09
Der letzte Tag in Frankreich...der letzte Urlaubstag...Leider unter keinem guten Stern. In dem trotz seiner drei Sterne wohl schlechtesten Hotelzimmer unseres Urlaubs, wachten wir nach einer unruhigen Nacht nicht besonders gut gelaunt auf. Auch das Essen beim Griechen scheint nicht ganz in Ordnung gewesen zu sein, so dass wir erst gegen Mittag aufbrachen, um dem Louvre doch noch einen Besuch abzustatten. Schließlich musste man die Mona Lisa trotz allem Marketing um dieses Bild doch einmal gesehen haben. Und auch „unsere“ Impressionisten wollten wir uns schließlich anschauen! Ohne Schlangestehen und sonst irgendwelche Unannehmlichkeiten kamen wir in den Louvre. Gott sei dank waren wir bzgl. der Mona Lisa vorgewarnt, so dass wir wussten was auf uns zukam. So konnten wir uns das Bild relativ entspannt und nüchtern anschauen – ohne später enttäuscht zu sein. Grundsätzlich kann man sich das aber wirklich sparen. Sparen kann man sich den Louvre auch, wenn man sich Impressionisten anschauen will. Denn dort gibt es (fast) keine. Ein netter Aufpasser gab uns den Tipp, dafür doch besser ins Musée d´Orsay zu gehen. Da gäbe es seeehr viele Bilder aus dieser Zeit. Obwohl Natalia meinem Eindruck nach nicht mehr so richtig viel Lust dazu hatte (komisch...sollte es nicht eigentlich umgekehrt sein...?), gingen wir gleich danach dorthin. Und das hat sich wirklich gelohnt. Ein wirklich tolles Museum mit vielen ganz tollen Bildern „unserer“ Impressionisten :-) Das musste dann auch Natalia zugeben, auch wenn sie vielleicht lieber einkaufen gegangen wäre...J Danach ließen wir zum Abschied noch ein bisschen die Seele baumeln und legten uns nach einem kleinen Imbiss einfach in den Park des Louvre in die Sonne. Was dabei außerhalb dessen noch schön war: Wir konnten die Spatzen dort mit Erdnüssen von der Hand füttern! Das gibt’s in Moskau im Alexandergarten zB zwar auch, war aber trotzdem ein schönes Erlebnis :-) Die Rückreise verlief relativ unspektakulär. Nachdem wir uns für eine Ersparnis von 14 € entschieden haben, kein Taxi zum Flughafen zu nehmen, sondern mit dem ganzen Gepäck (vom Hotel aus) zunächst zur Oper in die Stadt zu fahren und von dort aus den Bus zu nehmen (wie hält Natalia das nur mit so einem Deutschen wir mir aus...?) hat dann aber Natalia die Entscheidung getroffen, an der Oper gleich mit dem nächsten Bus zu fahren und nicht mit dem danach in 20 Minuten. Und so haben wir leider, leider keine Bilder von der wunderschönen Pariser Oper :-) Nur eine Randbemerkung: Das Essen an Bord des Aeroflotfluges war eine einzige Enttäuschung. Vor allem natürlich nach dem wirklich tollen Essen beim AirFrance-Hinflug. Aber das wirklich nur nebenbei :-) Zum unglaublich romantischen Abschluss unseres ersten „richtigen“ Urlaubes haben wir also die Nacht vom 31.07. zum 01.08. in der Luft zwischen Paris und Moskau verbracht. Und damit auch unser erstes kleines Jubiläum. Denn am 01.02. – also ein halbes Jahr zuvor – sind wir ein Paar geworden :-)
















































mosaik (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 21 Wochen:
Wirklich sehr gute Fotos - aber Nikon ist eben Nikon (ich habe die D80).
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Elli sagte vor 2 Jahre 22 Wochen:
Tolle Fotos! Kompliment!
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jessica harazim sagte vor 2 Jahre 23 Wochen:
Schöööön! Ich will auch mal wieder nach Paris!!!! Eine wirklich romantische Story, sehr lebendig geschrieben! Klasse. Und wir freuen uns auf weitere Geschichten!
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