Leser-Reportagen
Moskau - Archangelskoje
alle Bilder: http://zebrafuss.jimdo.com/
Sonntag, 30. August 2009
Nach unserem Frankreich-Urlaub haben wir fast einen ganzen Monat gefaulenzt. Keine Ausflüge, nicht ein einziges Mal die Kamera in der Hand gehabt. Schließlich musste der Urlaub für unseren erst nach dieser Reise erstellten Internetauftritt aufbereitet werden.
Doch dies ist nun erledigt – und es kann endlich weitergehen.
Für heute war schönes Wetter angekündigt und so entschlossen wir uns, nach Archangelskoje zu fahren. Ein Herrensitz im Westen von Moskau und ca. 30km
von meiner Wohnung im Südosten Moskaus entfernt.
In Deutschland würde man sagen: Ab ins Auto und in 20-30 Minuten ist man da.
Aber ein Auto in Moskau ist so eine Sache. Ständige Staus und Parkplatzprobleme machen das Fahren zu einer Qual, so dass ich in Moskau kein Auto habe und grundsätzlich auch wunderbar damit zurecht komme. Für eine relativ weite Fahrt wie nach Archangelskoje bedeutet das aber ca. 40 Minuten Metro und danach noch mal 40 Minuten Bus. Inklusiv Fußweg und Wartezeiten ist man also schon knapp zwei Stunden unterwegs...
Der öffentliche Nahverkehr in Moskau ist nicht besonders bequem.
Aber es gibt zwei große Vorteile: zum einen ist er trotz einer Verdreifachung der Preise
in den letzten fünf Jahren immer noch sehr günstig - Eine einfach Fahrt mit der Metro kostet umgerechnet 0,50 €. Dafür kann man so lange fahren wie man will und jede der vielen Linien benutzen. Die Fahrt gilt so lange, bis man wieder ans Tageslicht zurückkehrt.
Der zweite große Vorteil: Bei einer so großen Stadt wie Moskau muss man praktisch nicht auf den nächsten Zug warten. Sie fahren im 1-2 Minuten-Takt. Zudem gibt es keine Staus, man muss keinen Parkplatz suchen und kann abends auch mal ein Bierchen (oder zwei...) trinken.
Auf der Fahrt nach Archangelskoje kamen wir auch an einer vor ca. zwei Jahren fertiggestellten Halle für Abfahrtski vorbei, die während des ganzen Jahres geöffnet ist.
Wer sich für Details interessiert, kann sich den durchaus beeindruckenden Komplex auf
snej.com anschauen.
Archangelskoje ist ein wirklich schöner, weitläufiger Komplex mit großer Parkanlage um das Herrengut herum.
Randbemerkung: In Russland wird an den Kassen zu Museen und Sehenswürdigkeiten zwischen Russen und Ausländern differenziert. Man könnte es so darstellen, dass Ausländer deutlich mehr bezahlen müssen. Ich sage lieber, dass Ausländer die in Europa übrigen Preise zahlen, während Russen einen dicken Rabatt bekommen. Im konkreten Fall kostet der Eintritt in den Park für einen Ausländer € 5, während ein Russe knapp € 2 bezahlt...
Ein Teil der Gebäude vom Gut Archangelskoje wird heute als Sanatorium gebraucht.
Das älteste Gebäude ist die 1667 erbaute Erzengel-Michael-Kirche.
Als Besonderheit zu anderen Anlagen dieser Art ist die unglaubliche Vielzahl von unterschiedlichsten Figuren aufgefallen. Nicht ganz verstanden haben wir, warum
die Löwen und anderen Raubkatzen rund um den Palast in „Glaskäfige eingesperrt“
waren. Wirklich lustig wurde es dann, als wir sogar eine Bank sahen, die ebenso
“verpackt“ war.
In Archangelskoje finden oft Veranstaltungen wie klassische Konzerte, ganztägige Jazzfestivals usw. statt, zu denen den in der Sonne liegenden Zuschauern dann auch Schaschlik, Bier und weitere Köstlichkeiten angeboten werden. Allgemein ist die Atmosphäre ungezwungen. Pärchen liegen auf der Wiese, Kinder spielen Federball,
Angler versuchen ihr Glück am wunderschönen See – und Hochzeiten sind natürlich auch immer wieder einmal zu sehen.
Heute wurde eine kleine Show für Kinder organisiert.
Diese bewies: Das Vorurteil, dass Dir in Moskau Bären über den Weg laufen, stimmt!
Allerdings sind diese mittlerweile gezähmt, laufen auf zwei Beinen und sammeln Pilze...
Es ist doch immer schön, in begeisterte Kinderaugen zu schauen :-)
Auf dem Rückweg haben wir dann noch am „Technikmuseum“ ganz in der Nähe von Archangelskoje gehalten. Wir sind zwar aus Müdigkeits- und Zeitgründen (na ja – und weil der Eintritt recht teuer war...) nicht hineingegangen, haben aber auch vom Straßenrand aus sehr viele interessante Kriegsfahrzeuge gesehen, die sicherlich vor nicht allzu langer Zeit noch im Einsatz waren bzw. in vielen Ländern der Welt auch heute noch im Einsatz sind. In Moskau heißt dies nun also Technikmuseum und Kinder spielen
auf den Panzern und Raketenwerfern...






















Elli sagte vor 2 Jahre 22 Wochen:
Die Skihalle ist ja wirklich ein gigantisches Bauwerk, meiner Info nach sogar das grösste Indoor-Skizentrum Europas. Aber in Moskau tut sich ja eh viel in Sachen Architektur.
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