Leser-Reportagen
Moskau - Pechatniki
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Russland ist ein Land voller Gegensätze. Der Großteil der Bevölkerung ist arm, ein sehr kleiner Anteil ist reich – sehr reich. Eine Mittelschicht bildet sich erst seit einiger Zeit.
Fast 80% des russischen Geldes (vornehmlich aus Öl und Gas) fließen nach Moskau. Das ist nicht zu übersehen. Vor allem das Zentrum Moskaus bietet sehr viel Pracht und Prunk.
Natürlich auch vor dem Hintergrund des vielen Geldes gehörte Moskau vor der Krise zu den teuersten Städten der Welt. Hauptsächlich wegen der Immobilienpreise. Dies ändert sich zwar nun naturgemäß – dennoch bleibt Moskau eine sehr teure Stadt.
Natürlich gibt es in Moskau verhältnismäßig mehr Menschen mit Geld als im Rest des Landes. Auch wenn unter anderem deswegen gesagt wird, dass Moskau ein eigener mit Russland nicht zu vergleichender Stadtstaat ist, sind doch auch hier die Unterschiede zwischen Arm und Reich krass.
Es gibt einige wenige Gebiete in Moskau, die vornehmlich den Reichen vorbehalten ist. Dort unterscheidet sich das Leben wenig von anderen europäischen Wohngegenden, wo man den Bürgern ihren Reichtum ansieht.
Die meisten Wohnblocks (Schlafviertel) Moskaus sind aber teilweise sehr heruntergekommen. Ein Beispiel dafür ist Pechatniki im Südosten Moskaus – das Viertel, in dem ich lebe.
Ich denke, zu den Bildern muss man nicht viel sagen – sie sprechen für sich selbst.
Pechatniki hat (außer den Kirchen) keine Sehenswürdigkeiten, keine schönen, alten Gebäude. Es ist außerdem geprägt durch ein groß angelegtes Gewerbegebiet. Aber es gibt auch schöne Ecken.Zumindest eine: Der "Parkstreifen" am Ufer des hier sehr breiten Flusses.
Schön ist, dass viele Menschen das beste aus Ihrer Situation machen.
Der heutige Tag Mitte September war sonnig – und wohl einer der letzten wärmeren Tage in diesem Jahr.
Der Park ist gut besucht: Die Familien grillen, fahren Rad oder Inliner, spielen Federball, angeln oder genießen einfach die letzten Sonnenstrahlen. Auch die zahlreichen (wenn auch oft sehr einfachen) Kinderspielplätze sind gut besucht.
Die Stimmung ist trotz der wirtschaftlich nach wie vor sehr schwierigen Lage ruhig und gelassen. Erstaunlich, dass man auf den Straßen Moskaus eigentlich während der ganzen Zeit der hier seit nunmehr einem Jahr andauernden Wirtschaftskrise keine wirklichen Auswirkungen spürt. Trotz vieler Entlassungen sind die befürchteten sozialen Spannungen (bisher) ausgeblieben. Die Moskauer lassen
sich nicht verrückt machen: Sie haben schon schlimmeres erlebt.
Außerhalb des Parkes trifft man schnell auf Einsamkeit, Armut und Elend.Es wundert nicht, dass der Anteil der Alkoholiker und Selbstmorde erschreckend hoch ist.
Egal – alles wird gut. Irgendwann...aber ganz bestimmt!





















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