Leser-Reportagen
Stadtfest Serpuchov
alle Bilder auf http://zebrafuss.jimdo.com
Man sagt ja immer, Moskau sei Moskau und habe mit Russland nicht viel zu tun.
Grundsätzlich stimmt das auch wohl. Wie war aber schon in Pechatniki gesehen haben, gibt es natürlich auch in Moskau „russische“ Viertel. Und die nicht zu knapp.
In anderen Städten sieht nur auch das Stadtzentrum so aus.
Am heutigen Sonntag war Stadtfest in Serpuchov- zum 670jährigen Jahrestag der Stadt.
Serpuchov ist eine Stadt mit ca. 130.000 Einwohnern 100km südlich von Moskau und mit dem Zug in ca. 1,5 Stunden zu erreichen.
Zugfahren (konkret Elektrichka) ist übrigens durchaus ein Erlebnis. Zumindest, wenn man noch nicht oft gefahren ist. Die Sitzbänke sind oft aus blankem Holz, die zahlreichen Mitreisenden aus unteren Einkommensschichten oft sehr interessant zu beobachten und alle 10 Minuten versuchen (natürlich lizensierte...) Verkäufer, ihre hochqualitiven Waren für Preise bis maximal 5 € loszuwerden. Verkauft wird so ziemlich alles: Neben den unausweichlichen Getränken und Süßigkeiten (das gibt’s in Deutschland schließlich auch...)werden auch alle möglichen Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs an den Reisenden gebracht.
Hierzu stellt sich der jeweilige Verkäufer an den Eingang des Waggons und preist lautstark seine Ware an. Anschließend läuft er durch den Waggon und verkauft an alle Interessierten.
Bei der Vielzahl an Verkäufern vermutlich kein schlechtes Geschäft.
Fotos habe ich leider nicht davon – beim nächsten Mal (wie auch schon die Metro-Tour...)!
Auch keine Fotos gibt es von der Stadt Serpuchov selbst. Obwohl die Stadt im Vergleich zu anderen kleineren Städten außerhalb Moskaus sogar recht angenehm ist, ist sie nicht schön. Die meisten Gebäude sind teilweise stark renovierungsbedürftig und trotz des Alters sind viele nach sowjetischem Stil gebaut. Altbauten gibt es im Zentrum fast keine.
Interessant war das Programm zum Stadtjubiläum auf dem „Kathedralen-Berg“.
Auf einem (sehr großen) Hügel ganz in der Nähe des Stadtzentrums befinden sich gleich eine ganze Ansammlung von Kathedralen, die diesem Ort eine sehr angenehme Atmosphäre verschaffen. Viele der Kirchen sind noch aus dem 15./16. Jahrhundert zu Ehren der Helden bei den Kämpfen gegen die golden Horden. Auch im zweiten Weltkrieg hat Serpuchov übrigens eine wichtige Rolle gespielt.
Zum Stadtfest wurde dort oben Theater gespielt.
Schön anzusehen.
Anschließend wurden die Veteranen des zweiten Weltkrieges(oder auf Russisch: großer vaterländischer Krieg) mit Blumen beschenkt, die diese dann (teilweise) wieder auf dem neuen Denkmal für die Opfer dieses Krieges ablegten. Die sehr jungen „Soldaten“ waren sich dabei der Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit wohl weniger bewusst (siehe Bilder).
Vielleicht ist das aber auch ganz gut so. Auch wenn natürlich nie vergessen werden darf, was damals geschehen ist, sollte man doch nach nunmehr über 60 Jahren einen gesunden Abstand dazu gewinnen. Vor allem, weil wir an diesem Sonntag ja auf der Seite der Sieger waren...;)
Anschließend sind wir zum Markt gefahren. Auch das war trotz häufigen Nieselregens recht interessant. Auch hier gibt es ein paar Fotos. Die wenigen und recht einfachen Karussells würden in Deutschland den Sicherheitsbestimmungen aber wohl nicht genügen...






















Britta (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 16 Wochen:
Hi,
ich komme gerade von einer Polenreise zurück und war dort auch in Masuren, ehemalige Ostpreußen. Und wenn man sich die Geschichten der Vergangenheit dort so anhört, dann finde ich, wird sehr schnell klar: Jeder hat Grausamkeiten begannen und die gegeneinander abzuwägen ist einfach unmöglich. Und solang man noch lebendige Erinnerungen hat, ist es wohl schwer diese Grausamkeiten zu vergessen bzw. zu vergeben.
Die "junge" Generation hat den einen großen Vorteil, dass sie ohne solche belastenden Erfahrungen offen aufeinander zugehen kann, egal ob es sich um Polen, Russen, Deutsche oder sonst wen handelt. In diesem Sinne finde ich eine "lockere" Haltung gegenüber der Vergangenheit gut.
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