Leser-Reportagen
Wiener Spaziergang: Karlsplatz - hoher Markt
Wien, 28.02.2010
Seit drei Monaten lebe ich nun schon hier. Na gut – ziehen wir einen
Monat zu Haus und in Thailand ab – bleiben immer noch zwei Monate.
Und heute traue ich mich endlich zum ersten mal mit der Kamera vor die Tür...
Ebenfalls fahre ich die Strecke zum ersten Mal komplett mit der Straßenbahnlinie 62.
Immerhin eine halbe Stunde dauert das bis zum Karlsplatz – aber ohne Umsteigen.
Ok, ok – kommen wir zur Sache:
Den Namen hat der Karlsplatz von der gleichnamigen Kirche, die dort
steht (gleich die erste Bilderserie). Die Kirche selbst wurde nach Kaiser
Karl VI. benannt, der die Kirche von 1716-1737 anlässlich der überstanden
Pest aus den Jahren 1713-1714 erbauen ließ.
Der Platz den ihr auf dem zweiten Bild vor der Kirche seht wird im Frühjahr
mit Wasser gefüllt. Im Winter gab´s hier einen Weihnachtsmarkt.
Die nächsten drei Bilder geben einen ungefähren Eindruck vom Resselpark,
der Bestandteil des Karlsplatzes ist.
Eigentlich aber zeigen sie zwei ehemalige Zugänge zur Straßenbahn, die um das
Jahr 1900 von Otto Wagner entworfen wurden. Jetzt ist das eine Gebäude ein
Museum und das andere ein Café.
Weiter geht’s mit Detailaufnahme von der Karlskirche, den umliegenden
Gebäuden, dem schlafenden Haus (dieser bronzene Riesenkegel), das Künstlerhaus
„Secession“ (mit der Kugel), wo auch der in Wien unvermeidliche Gustav Klimt seine
Finger im Spiel hatte und wo es sich damals die Künstler haben gut gehen lassen.
Vom Karlsplatz weiter ging der Spaziergang über die Operngasse zum – na?
Richtig, zum Dom. Ein riesiges Gebäude, von dem es aber nur zwei Bilder gibt.
Schöne Details habe ich da kaum gesehen. Gibt’s aber bestimmt. Das nächste Mal :)
Nach der Oper ist man dann schon an den östlichen Ausläufern der Hofburg.
Hier ist das Albertina untergebracht – eines der berühmtesten Museen Wiens.
Dann geht’s über den Josefsplatz und die spanische Hofreitschule (das Pferd dort
ist also wohl eine Berühmtheit!) zum Michaelerplatz.
An der Ecke dort steht dieses eher langweilige Haus (zumindest der obere Teil)
der Raiffeisenbank. Dies ist aber kein Neubau, wie man denken könnte.
Adolf Loos hat mit diesem „Haus ohne Augenbrauen“ im Jahre 1911
Kaiser Franz Joseph brüskiert, der ja das opulente mochte, wie man es dort
sonst überall sieht.
Das man auch mit Toiletten Preise gewinnen kann, deutet das Bild mit der
Pestsäule auf dem Graben (so heißt die Straße) an.
Der Berliner Wilhelm Beetz hat von 1883 bis 1905 insgesamt 140 öffentliche
Toiletten im Jugendstil errichtet. Etwas später auf dem hohen Markt gibt es
eine ebensolche Einrichtung. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich die mit
vergoldeten Hähnen ausgestatteten Keramikwaschbecken nicht fotographiert
habe. Zumindest kann ich bezeugen, dass dort alles funktioniert :)
Die Pest wütete übrigens ziemlich oft in Wien: ganze 17 Mal.
So auch 1679. Diesmal war es Kaiser Leopold I., der bei Beendigung
der Epidemie ein Kunstwerk versprach: Die Pestsäule, die 1693 fertiggestellt wurde.
Das nächste Bild gehört zur Fassade eines Schmuckverkäufers – jetzt kann
man auch verstehen, was dieses Bild soll, gell? :)
Weiter geht’s gen Norden zum schon erwähnten Hohen Markt.
Dort gibt es neben den Jugendstilklos auch noch die Jugendstil-Ankeruhr von 1914.
Dort wird jede Stunde eine andere Persönlichkeit der Zeitgeschichte gezeigt.
Jeden Tag um 12 Uhr veranstalten alle Persönlichkeit zur Begutachtung durch
die Touristen ein kollektives Schaulaufen. Ein jeder zu seiner Lieblingsmusik.
Na ja – Geschmackssache. Auf dem Hohen Markt wurden bei Baumaßnahmen
auch Teile einer Römerkaserne gefunden, die dort in einem Museum ausgestellt
werden. Dort konnte man z.B. die hochmoderne Fußboden- und Wandheizung
der Römer begutachten. Auf dem Bild leider weniger gut zu erkennen.
Das letzte Bild gehört eigentlich schon zu einem anderen Spaziergang.
Das ist unser lieber Freund Gutenberg vor dem „Wüstenrot-Palais“.








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