Leser-Reportagen
Venedig und Toskana
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16./17.07.2010 Wien-Graz-Venedig (Insgesamt 630km)
Um nicht zu lange am Stück im Auto zu sitzen, haben wir unsere Reise mit einem Zwischenstopp in Graz geplant. Los ging´s am Freitag Abend - wesentlich später als eigentlich gewollt, aber die Simpsons am Abend mussten noch sein. Wie war das mit den Prioritäten? ;) Die zusätzliche Zeit wurde somit nicht für ein gründliches Packen genutzt, so dass ich dennoch einiges zu Hause vergaß... Die Reise selbst war sogar noch weniger vorbereitet – nämlich bis auf die ersten Tage gar nicht. Aber das wird später im Bericht noch deutlich ;)
Auf den Urlaub im Cabrio in Italien hatten wir uns lange gefreut. Und natürlich musste dann gleich die Fahrt nach Graz (über die Autobahn...) mit offenem Verdeck erfolgen. Natalia wusste spätestens am nächsten Tag, was es bedeutet, mit offenen Haaren zu fahren ;) Wir hatten ein schönes Angebot in einem Viersterne-Hotel gefunden, in dem wir schon recht müde ankamen. Zumindest ich war das nach dem letzten Arbeitstag und der Autofahrt. So beließen wir es bei einem Bummel durch die Stadt und einem Bierchen zum Abschluss.
Am nächsten Morgen schauten wir uns dann Graz von oben an, in dem wir trotz der bereits hohen Temperaturen die Stufen zum Schlossberg zu Fuß erklommen. Wir wussten ja nicht, was später am
Tag noch auf uns zukommen sollte...Nachdem wir den Ausblick von oben schweißgebadet genossen haben, ging es wesentlich bequemer mit der Straßenbahn wieder zurück zum Hotel. Weitere Stadtrundgänge haben wir uns also erspart. Graz ist wirklich schön – daran lag´s nicht. Aber wir hatten heute ja noch einiges vor. Gegen halb eins machten wir uns dann auf den Weg nach Venedig!
Da es sehr heiß war und wir sowieso nur Autobahn fuhren, blieb das Dach aber zu. Die ca. vierstündige Fahrt (mit Pause) war landschaftlich schön und mit den vielen Tunneln recht kurzweilig zu fahren. Bei einer Anreise aus Österreich können wir übrigens empfehlen,
dort auch den letzten Tankstopp zu machen. In Italien wird’s gleich deutlich teurer. Aber das nur am Rande. Da man in Venedig nicht Auto fahren darf, muss man das Auto vorher irgendwo lassen. Die „offiziellen“ Parkplätze sind dabei sehr teuer. Wir sind einem Tip aus dem Internet gefolgt und haben den Wagen in Mestre auf einem bewachten Parkplatz abgestellt. Bei einem Preis von € 20 für zwei Nächte kann man sich diese Variante durchaus gönnen und so mit ruhigem Gefühl mit dem Bus in ca. 25 Minuten Venedig erreichen. Die Orientierung in der Stadt selbst hatten wir uns einfacher vorgestellt. Es gibt wenig Straßennahmen und jeder Stadtteil ist komplett durchnummeriert. Angeblich, um die Orientierung zu erleichtern, weil es etliche gleiche Straßennahmen in mehreren Stadtteilen gibt.
Nachdem man für eine Fahrt auf dem Canal Grande lange hätte anstehen müssen (heute war ein Festival in der Stadt) und der Fußweg auch nur ca. 30 Minuten betragen sollte, entschieden wir uns trotz Gepäck für den Fußweg. Um es kurz zu machen: Aus der halben Stunde sind zwei Stunden geworden, bis wir das (doch recht einfache) Hotel dann wirklich irgendwo in einer versteckten Gasse haben finden können. Letztendlich hat uns beim Finden aber ein Polizist retten müssen, der sich selbst erst in der Zentrale schlau machen musste, um uns dann auf fließendem Italienisch zu erklären, wohin wir gehen sollen.
Also waren wir (diesmal auch Natalia...) an diesem Abend wieder sehr müde. Gelohnt hat sich der Spaziergang aber allemal. Wir haben unterwegs schon sehr viel schöne Plätze gesehen und wir haben Venedig gleich ins Herz geschlossen. Zu müde waren wir aber, um das berühmte Feuerwerk auf dem Platz San Marco zu genießen, welches gegen Mitternacht stattfand. Wir waren so k.o., dass wir uns zu den 20 Minuten zu Fuß nicht mehr aufraffen konnten. Feuerwerk ist Feuerwerk, oder? Das haben wir uns zumindest erfolgreich eingeredet :)
18.7.2010 - Venedig
Nach dem spartanischen Frühstück wollten wir dieselbe Strecke wie gestern laufen, weil uns die so gut gefallen hat. Und zurück dann über den Canal Grande mit dem Boot.
Zuerst ging es aber noch mal zum Platz San Marco, den wir uns noch genauer anschauen wollten. Und seit dem wissen wir auch, dass dieser Hauptplatz Venedigs zu recht so berühmt ist. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Baustilen wirkt lebhaft und interessant - ein Spiegel der Geschichte Venedigs. Die Menschenmengen und die Hitze machten uns aber doch etwas zu schaffen. Danach versuchten wir den Weg von gestern zurück zum Bahnhof zu finden. Mit mäßigem Erfolg. Irgendwo mussten wir wohl falsch abgebogen sein. So kamen wir überraschend schnell dorthin, ohne allerdings die vielen schönen Plätze gesehen zu haben, die uns auf dem Weg gestern so gut gefallen haben. Dafür haben wir viele andere schöne Plätze gesehen und es sind auch einige wirklich schöne Bilder dabei entstanden! Sowohl vom Venedig, wie man es sich vorstellt, als auch einer etwas anderen Art. Dennoch strichen wir die gemütliche Heimfahrt auf dem Canal Grande für heute und liefen zu Fuß wieder zurück. Dabei haben wir zumindest einige der gestrigen Plätze wiedergefunden. Aber so beeindruckt waren wir nicht mehr, obwohl wir (das bilden wir uns zumindest ein) exakt denselben Weg gelaufen sind, wie gestern. Zusammengefasst hat uns die Stadt wirklich gut gefallen. Die Atmosphäre hat trotz der vielen Touristen etwas besonderes. Auch wenn es schon etwas stört, dass man aufgrund der überall sehr hohen Preise ständig den Eindruck erhält, über den Tisch gezogen zu werden. Man tut sich leichter, wenn man es der „Eintrittskarte zu Venedig“ zuschreibt, die man ja wirklich als sehr großes Freiluftmuseum betrachten kann. Dann machen einem 50 € für ein Abendessen bestehend aus einer Flasche Wasser und zwei Sandwiches auch nicht mehr so viel aus...Schließlich war es auf dem Platz San Marco und es gab ein klassisches Konzert für die Restaurantgäste. Überrascht war ich etwas von der Vielzahl der Gehwege. Ich dachte, man wäre gewissermaßen auf die Wasserwege angewiesen. Man kann jedoch auch alles zu Fuß erkunden. Gefallen hat mir auch die Liebe der Venezianer zu ihren Balkons. Obwohl man sieht, dass die Bevölkerung meist arm ist und viele Häuser verfallen sind, so versuchen die Bewohner doch, es sich zumindest auf ihren Balkons mit viel Grün gemütlich zu machen.
19.07.2010 Venedig – Lucca (330km)
Heute sollte es also in die Toscana gehen. Da wir die vielen Menschen leid hatten, kam Natalia auf die hervorragende Idee, Florenz erst zum Abschluss der Reise zu besuchen und nun direkt ins (so hofften wir) beschauliche Lucca zu fahren. Die gestern gestrichene Fahrt auf dem Canal Grande holten wir heute morgen nach. Zum einen, weil das ja nun mal sein muss, wenn man in Venedig ist und zum anderen erhofften wir uns, auf diese Weise wesentlich schneller und gemütlicher zum Bahnhof zu kommen. Und wie wir uns immer so schön sagen: Alles richtig gemacht! Die Fahrt war sehr angenehm (siehe Bilder) und dauerte sagenhafte 20 Minuten. Wenn wir das bei der Anreise gewusst hätten...Weil wir es (ausnahmsweise) schafften früh aufzustehen, waren wir schon gegen 11 Uhr an unserem Auto. Bis nach Florenz sind wir über die Autobahn gefahren. Dann ging es den Tipps aus unserem Reiseführer folgend über die Landstraße weiter Richtung Lucca. Unterwegs hielten wir in den Städtchen Pistoia und Pescia, ohne dabei allerdings allzuviel Sehenswertes zu entdecken. Am späten Nachmittag erreichten wir Lucca, ohne vorab ein Hotel gebucht zu haben. Wir wollten dem Navigator zum Hotel Luna in die Innenstadt folgen. Dazu sei gesagt, dass die gesamte Innenstadt von Lucca noch durch die vollständig erhaltene Stadtmauer umgeben ist und (wie wir später erfuhren), dass Autofahren innerhalb der Stadtmauern verboten ist. Das war aber unserem Navi herzlich egal, so dass wir bei unserer Fahrt durch die teilweise verdammt schmalen Fußgängerzonen so manch erstaunten Blick sammelten. Die meisten Leute reagierten allerdings erstaunlich ruhig. Das wäre in Deutschland sicher anders gewesen. Das Hotel haben wir jedoch nicht genommen. Zum einen darf man in der Innenstadt auch nicht parken und zum anderen war ich zu geizig für diese Preislage...Also suchten wir außerhalb der Stadtmauern und wurden beim zweiten Versuch auch gleich fündig. Sehr angenehm blieb uns noch eine alte Dame in Erinnerung, die uns an einem Bahnübergang ermöglichte, ohne sonst lange Wartezeit in der Gegenrichtung weiter zu fahren. Ist jetzt so beschrieben wohl nicht zu verstehen, ist aber auch egal. Sehr schön war einfach, dass sie uns aus eigener Initiative mit einem offenen Lachen geholfen hat. Solche Sachen bleiben im Gedächtnis und tun dabei keinem weh. Warum sind die Menschen nicht öfter einfach mal freundlich zueinander...?
Am Abend liefen wir trotz Müdigkeit noch in die Stadt, um zu Abend zu essen. Ein Restaurant zu finden war aber gar nicht so einfach und die Geduld aufgrund unserer Müdigkeit nur noch rudimentär ausgeprägt. Als wir dann endlich saßen schlugen wir auch so richtig zu, noch angespornt von den im Vergleich zu Venedig fast schon lächerlichen Preisen. Und nach einigem Weingenuss war auch der Heimweg nicht mehr so anstrengend und es gab sogar noch Kraft für das ein oder andere Tänzchen :)
20.07.2010 – Lucca
Heute war also Lucca dran. Nachdem wir es wieder nicht geschafft hatten, bereits in den frühen (kühleren) Morgenstunden aufzubrechen, nutzten wir jedes schattige Plätzen beim Flanieren auf der sehr breiten Stadtmauer. Das war ganz nett, aber nicht so wirklich richtig beeindruckend. Also setzen wir unser „von-Schatten-zu-Schatten-springen“ im innern der Stadt fort. Auch hier fielen uns wieder die vielen schön gestalteten Balkons auf. Der Zustand der Häuser war zudem deutlich besser, als der von den Wohnhäusern in Venedig. Und es war auch (wie erhofft) wesentlich beschaulicher. So machte hier das Schlendern durch die schmalen Gassen sehr viel Freude. Neben vielen schönen Kirchen sind uns besonders der sehr schöne Garten des Palais....in Erinnerung geblieben. Und auch die Blick von der mit Bäumen bewachsenen Aussichtsplattform des ________Turmes war klasse. Dann ist noch der Platz erwähnenswert, wo früher ein Amphitheater stand. Auf den ehemaligen Zuschauertribünen wurden Wohnhäuser errichtet, die nun im einen wirklich schönen Platz einkreisen. Sonst gibt es nicht viel zu erzählen. Abends wollten wir noch auf ein Guiness in einen Irish Pub. Als wir jedoch dort ankamen mussten wir feststellen, dass dieser erst in einer halben Stunde aufmacht. Also gingen wir solange in das Lokal nebenan, um die Zeit zu überbrücken. Gott sei Dank, denn dort war es richtig schön: Wenn man dort eines der (sehr leckeren) Bier bestellte, konnte man so viel von den am Tresen aufgebauten Häppchen verspeisen, wie man konnte. Und das hat uns so gut gefallen, dass wir zum Irish Pub danach gar nicht mehr gegangen sind :)
21.-23.07.2010 – Ausflüge nach Pisa, Grotta del Vento und Viareggio (ingesamt 160km)
Nachdem wir entgegen der ursprünglichen Ankündigung doch länger in unserem Hotel bleiben durften, verbrachten wir insgesamt fünf Nächte dort.
Am zweiten Tag stand der Ausflug nach Pisa auf dem Programm.
Der Hauptplatz für Touristen ist wirklich schön. Und das sogar weniger wegen des schiefen Turms, sondern wegen des Gesamtkomplexes an beeindruckenden Bauwerken. Die Basilika mit ihrer phänomenalen Akustik (jede halbe Stunde singt jemand was vor), der Dom natürlich, der normalerweise die Hauptattraktion sein sollte – tja, wenn der Turm daneben nicht gerade schief wäre...Und was lernen wir daraus? Menschen mögen das besondere, eben auch das nicht perfekte. Schön war auch die Atmosphäre auf dem Platz. Auf dem Rasen rund um die Gebäude herum darf man laufen oder noch besser: liegen! Und das hat schon was. Gemütlich im Schatten im Rasen liegen und die Bauwerke rund um sich herum bewundern. Das haben wir dann auch genossen! Die Stadt selbst hat nicht so viel zu bieten, wie wir auf unserem kleinen Rundgang feststellen konnten. Alles in allem aber ein Muss, wenn man in der Gegend ist.
Auf der Rückfahrt fuhren wir über Viareggio. Zum einen wollten wir endlich zum ersten Mal das Meer sehen (Venedig zählt da nicht so richtig) und zum anderen wollten wir uns nach Hotels umschauen, weil zu dem Zeitpunkt auch noch nicht klar war, wie lange wir in unserem in Lucca bleiben konnten. Der Strand dort gefiel uns wirklich gut und das Wasser war recht warm und sauber. Die Hotels in unsere Preislage waren jedoch alle komplett ausgebucht. Zudem mussten wir feststellen, dass die Strände alle privat waren. Selbst am Abend, als schon keiner mehr da war, wurden wir darauf angesprochen, als wir es uns auf den Liegen dort bequem machten.
Am Tag darauf wollten wir in die sehr grünen bewaldeten Berge zu einer Tropfsteinhöle und einem Kloster. Die Fahrt dorthin war für mich eines der Highlights des Urlaubs überhaupt. Landschaftlich absolut beeindruckend und fahrerisch herausfordernd. Die Serpentinen hinauf auf sehr engen Straßen. Da musste man teilweise schon verdammt nah an den Abgrund heran, wenn man ein Auto entgegenkam...Die Entfernungsangaben zum Ziel waren wohl psychologisch gewählt. Jedenfalls wurden diese nach der überschaubaren Gesamtentfernung zu Beginn später kaum geringer. Dazu noch zweifelten wir, ob dass denn so der richtige Weg für all die Touristen sein kann, die ebenfalls zur Grotte wollte. Die wenigen Autos zwischendurch waren alles Einheimische. Aber wir kamen tatsächlich irgendwann an. Und auf dem Parkplatz dort sahen wir gleich auch einen anderen Weg Richtung Lucca, auf dem wir dann auch zurückfuhren. Und das war im Vergleich zum Hinweg wirklich langweilig! Die Grotte selbst war schön. Leider habe ich aufgrund von vorherigen Grottenbesuchen die Kamera lieber im Wagen gelassen. Was wirklich schade war, denn man hätte sie ohne weiteres mitnehmen können und es gab wirklich richtig schöne Formationen zu sehen. Für das Kloster war es dann zu spät. Aber egal – ein toller Ausflug!
Heute wollten wir uns dann einen Strandtag in Viareggio gönnen. Dort angekommen sahen wir, wie auch etliche andere nicht auf den bereit gestellten Liegen, sondern auf Handtüchern direkt am Strand lagen. Wie sollen die da erkennen, ob man bezahlt hat, oder nicht? Also versuchten wir unser Glück und machten es uns ebenfalls gemütlich. Lange sollte es aber nicht dauern, bis wir freundlich darauf hingewiesen wurden, dass der Strand privat sei. Also machte ich mich auf, um zu zahlen. Mir war aber nicht bewusst, dass ein Tag am Strand im günstigsten Tarif stolze 40 € kostet! Und das war ohne Umkleidekabinen, Pool und sonst noch alles mögliche, was man auch hätte dazu buchen können. Das war mir dann zu doof und wir machten uns auf die Suche nach dem öffentlichen Strand, der in ca. 1km Entfernung sein sollte. Tja, nach einem längeren Fußmarsch haben wir ihn dann tatsächlich gefunden. Und er war ohne Übertreibung (also alles andere hier berichtete ist je nachdem über- oder untertrieben) weniger als zehn Meter breit. Aber aus Protest blieben wir dann doch da. Selbst die Sonne auf diesem Strandstreifen war ausreichend, um uns einen ordentlichen Sonnenbrand zu verpassen! In dem Wissen, dass wir Viareggio für einen Strandurlaub nicht brauchen fuhren wir dann nach Lucca zurück, um unseren letzten Abend doch noch beim Guiness im Irish Pub zu „feiern“.
24.07.2010 Lucca – Livorno – Bolgheri – Populonia – Campiglia Marittima – Castiglione della Pescaia – Marina de Grosseto – Grosseto (ingesamt 240km)
Heute stand ein Reisetag auf dem Programm – und was für einer. Das kann man an den vielen Stationen schon deutlich ablesen.
Erster Stopp war auf Natalias Wunsch Livorno. Ein weiterer Küstenort südlich von Viareggio. Warum Natalia dort halten wollte – keine Ahnung. Zu sehen gab es jedenfalls nichts wirklich interessantes. In „Klein-Venedig“ gab es zwar Wasser, aber so wirklich erinnerte es nicht an das wirkliche Venedig. Dann ging es an der Küste entlang weiter nach Süden. Und auf dieser Strecke sahen wir endlich das „richtige“ Meer, was uns in seiner Schönheit ein bisschen an die Bretagne erinnerte. Steilküsten und schöne Naturstrände wechselten sich ab. So ein bisschen kam es uns so vor, als ob der Urlaub erst jetzt so richtig anfinge - was natürlich unfair ist, weil wir schon sehr viel schönes gesehen hatten! Mittag essen gab es dann in Bolgheri – einem kleinen malerischen Dorf, wo wir bei einem herrlichen Ausblick Trüffel probierten und daran auch durchaus Gefallen fanden!Nächster Stop war Populonia, wo wir eigentlich die etruskischen Ausgrabungsstätten besuchen wollten. Überwältigt hat uns aber von dort oben zunächst einmal die phänomenale Aussicht auf das Meer, der von der Burg aus noch einmal getoppt wurde. Schon etwas müde hatte ich dann beim Betrachten der Bilder der Etruskerstätte schon keine Lust mehr, da auch noch herumzuwandern. Und in Anbetracht dessen, dass wir noch einiges vor hatten und es schon recht spät war und wir zudem wieder kein Hotel für den Abend gebucht hatten, fuhren wir weiter. In Campiglia Marittima gibt es ein bekanntes Bergwerk, das zu einem Museum umgebaut wurde. Wir kamen schon recht spät an, so dass wir nur mit Mühe und Not noch die letzte Mini-Zugfahrt durch das Bergwerk ergatterten. Viel zu sehen gab es dabei nicht. Es war sogar ziemlich langweilig. Es wurde zwar viel dazu erklärt – aber nur auf italienisch. Das würden wir uns beim nächsten Mal ersparen. Dann war es schon 20 Uhr und wir begannen, uns langsam Gedanken zu machen, wo wir denn wohl übernachten würden. In Castiglione dell Pescaia (einem schönen Kurort direkt an der Küste) fingen wir an zu suchen. Wir fragten bei bestimmt fünf Hotels und wurden dabei teilweise fast ausgelacht: Um diese Zeit? Ohne Reservierung? Hier in Castiglione? Ein Zimmer? Ha! - Es war tatsächlich alles ausgebucht. Liebenswürdig wie die Italiener zu ihren (auch so naiven) Touristen aber sind, erhielten wir ein Hotelverzeichnis für Grosetto, der nächst größeren Stadt, etwas weiter im Landesinneren. Dort, so wurde uns empfohlen, gäbe es zumindest die Chance, ein Zimmer zu finden. Da wir aber doch lieber in Strandnähe wohnen wollten, versuchten wir es zunächst noch in Marina de Grosseto. Und auch da waren wir erstaunlicherweise wohl nicht die ersten, die diese Idee hatten. Also ging es (mittlerweile ging es schon auf 22 Uhr zu) nun doch nach Grosetto. Und auch hier wurden wir bei unserem ersten Versuch gleich mit dem Schild „alles voll“ begrüßt. Ich denke, an diesem Nachmittag ging ich nun schon zum zehnten Mal ohne Erfolg enttäuscht zum Wagen zurück, in dem Natalia (des öfteren im Halteverbot) auf mich wartete. Aber wie sagen wir immer so schön: Letztendlich wird alles gut. Und so war es auch heute. Im nächsten Hotel bekamen wir das letzte Zimmer, mit dem wir dann sogar Glück hatten (Kühlschrank, Klimaanlage, Balkon, viel Platz). Und so blieben wir schlussendlich auch hier noch mal drei Nächte. Und damit ging dieser ereignisreiche Tag glücklich zu Ende!
25./26.07. Grosseto – Alberese: Maremma Nationalpark + Strand (insgesamt 100km)
Heute wollten wir uns den Maremma Nationalpark anschauen, der im 20 Minunten entfernten Alberese begann. Dort angekommen buchten wir eine geführte Tour für den Nachmittag. Die Zeit bis dahin nutzen wir dazu, „Trekkingschuhe“ für Natalia zu kaufen (für 5 EUR...) und uns die Festung von Grosseto anzuschauen sowie – ganz wichtig – endlich mal unsere Wäsche waschen zu gehen ;) Die Festung war nicht so doll und den Gang in den Waschsalon erwähne ich eigentlich nur, weil wir zum Bezahlen des Trockners noch Kleingeld brauchten.Und da die Geschäfte in der Mittagszeit alle mehrere Stunden geschlossen hatten, war das gar nicht so ganz einfach! Wir fanden jedoch ein Restaurant, wo man uns sehr freundlich begegnete – und auch das Geld gewechselt wurde. Dieses Restaurant gefiel uns so gut, dass wir uns später überlegten, am nächsten Abend dorthin zum Essen zu gehen. Aber dazu später mehr. Zurück in Alberese freuten wir uns also auf die Tour. Für jede Sprache gibt dort feste Tage. Und heute war leider Italienisch dran. Auch wenn in unserer Gruppe etliche Nationen waren – und nur zwei Italiener. Unser Guide konnte wohl einfach kein Englisch, also war sie auch nicht bereit, die Führung auf Englisch zu machen. So kam es dazu, dass die beiden Italiener eine Privatführung erhielten und wir die drei begleiten durften …
Die Maremma ist aus einem trocken gelegten Sumpfgebiet hervorgegangen und wirklich sehr schön. Die Landschaft hat uns begeistert! Und neben phantastischen Ausblicken durften wir auch einige Zeit an einem wunderbaren Naturstrand genießen. Der Fuchs war jedoch nur zu Beginn ein Aufreger. Es stellte sich nämlich schnell heraus, dass er keine Scheu vorm Menschen hatte und das offensichtlich aus nicht ganz gesunden Gründen...Bei einem nicht ganz ungefährlichem Abstieg machte uns unser „Guide“ immerhin auf die Gefahr aufmerksam. Aufgepasst, ob wir auch alle vollzählig blieben, hat sie aber nicht. Und als sie auf der Rückfahrt (An-/Abfahrt mit dem Bus) doch tatsächlich einmal durchzählte, mussten wir zusammen mit den dort getroffenen weiteren Deutschen und Holländern doch herzlich lachen!
Am Abend fuhren wir dann auf Empfehlung der bei unserem Ausflug getroffenen Deutschen zu einem anderen nahe gelegenen Naturstrand. Die Zufahrt dorthin wird durch eine Schranke markiert, da es nur eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen gibt und wohl auch ein bisschen Geld verdient werden soll, was man an und für sich ja auch niemandem verdenken kann. Die Schranke ging auf, ohne dass wir eine Karte oder ähnliches bekamen. Wir führten dies darauf zurück, dass es einfach schon recht spät war und ab einem bestimmten Zeitpunkt das Parken wohl kostenlos sei. Also fuhren wir über eine kerzengerade, sehr schicke Allee die mit Sonnenblumenwiesen gesäumt war zu diesem Strand, der uns auch gleich auf Anhieb gefiel. So beschlossen wir, am morgigen Tag zunächst noch einen Privatausflug in die Maremmen zu unternehmen und am Nachmittag noch einen abschließenden Strandnachmittag zu genießen. Und weil das so geplant war, machten wir es selbstverständlich auch so! Aber zunächst einmal mussten wir wieder nach Hause kommen – und da war ja noch die Schranke und wir hatten keinerlei Beleg! Drohgebärden brachten die Schranken jedenfalls nicht zum Öffnen. Andere deutsche Touristen machten uns dann freundlicherweise darauf aufmerksam, dass man doch wohl vorher bezahlen müsse, woraufhin wir auf den fehlenden Belege hinwiesen, woraufhin diese wiederum keinen weiteren Rat in peto hatten. Als wir dann auf gut Glück zum Kassenautomaten gingen, erfuhren wir auch, wie das alles funktionierte: Beim Hereinfahren wird vom Nummernschild ein Foto gemacht! Beim Hinausfahren gibt man am Kassenautomaten sein Nummernschild an und erfährt, welchen Betrag man zahlen darf. Dann fährt man zur Schranke (also nach dem Bezahlen...), das Nummernschild wird wieder geprüft und (da wir tatsächlich auch gezahlt hatten...) die Schranke geöffnet – hurra!
Der (frei zugängliche) Spaziergang am nächsten Morgen durch die Maremmen war noch einmal sehr schön. Vor allem der erste Teil, der durch nicht dicht bewaldeten Wiesen ging. Und weil wir früh dran waren und wohl auch nicht immer den vorgesehenen Pfaden folgten, war uns das Glück hold: Natalia erspähte eine Gruppe von Rehen, denen wir dann auch ganz leise und unauffällig folgten. Es spricht für die unglaubliche Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane dieser Rehe, dass sie uns trotzdem irgendwann bemerkten ;) Und sie spürten wohl nicht nur unsere Anwesenheit, sondern auch, was für gute Menschen wir sind. Daher ließen sie es zu, dass wir ihnen für eine Weile folgen konnten...Bevor wir aber ganz die Orientierung verloren (Natalia war zudem von dem süßen Duft frischer Luft berauscht), kehrten wir wieder zu halbwegs befestigten Pfaden zurück. Der zweite Teil durch dichten Wald hat uns dann schon nicht so gefallen. Ein Wald halt...und eines von den dort lebenden Wildschweinen haben wir leider nicht gesehen. Den Nachmittag genossen wir dann am Strand. Um den tagsüber langen Warteschlangen an der Schranke zu entgehen, fuhren wir kurzerhand mit dem kostenlosen Bus dorthin. Prima! Ja, und abends wollten wir dann zu unserem gestrigen Geldwechselrestaurant. Wir waren etwas früh dran, es muss so gegen 18 Uhr gewesen sein und das Restaurant hatte noch geschlossen. Aber extra für uns haben sie dann tatsächlich schon angefangen und wir konnten bei toller Atmosphäre ein hervorragendes Abendessen genießen. Natalia wird dabei wohl niemals diesen hausgemachten Nachtisch vergessen. Ich weiß ja nicht, was die da rein getan haben, aber so habe ich Natalia beim Essen noch nie erlebt :)
27.07.2010 Grosseto – Massa Marittima – Siena – Florenz (185km)
Heute hieß es also Abschied nehmen von Grosetto und dem südlichsten Punkt unserer Reise. So langsam konnte man nicht leugnen, dass der Urlaub irgendwann einmal zu Ende gehen wird...
Erste Station war Massa Marittima. Hier wollten wir eigentlich schon bei unserer Fahrt nach Grosetto Halt machen. Nun sollte es klappen. Toll war einmal mehr schon die Fahrt mit offenem Verdeck die serpentinenähnlichen Straße dorthin. Das Städtchen selbst ist sehr schön. Absolut einen zumindest Kurzbesuch wert. Auch hier ist übrigens die Innenstadt komplett autofrei – von den Lieferwagen für die Geschäfte abgesehen, die allerdings gerade morgens dort ein bisschen die Atmosphäre störten. Weiter ging es nach Siena. Eine weitere sehr schöne Stadt mit einem sehr beeindruckenden Domplatz, den man in seiner Komplexität gar nichts im Bild einfangen kann. Das fand ich ein bisschen schade. Im Gegensatz zu vorherigen Kirchen (wie ist der Plural zu Dom??) hat uns diesmal auch das Innenleben des Doms zu Siena gefallen. Pech hatten wir mit unserem Wunsch, die Aussicht von oben zu genießen und ein paar schöne Panoramas dabei zu machen. Nachdem wir eine ganze Weile angestanden hatten, fing es in der Zwischenzeit an zu regnen und dann sogar regelrecht zu schütten. Somit fiel dies leider buchstäblich ins Wasser. Nach dem kirchlichen Part der Stadt ging es zum weltlichen Hauptplatz, der in seiner runden Ausrichtung ein wenig an den in Lucca erinnerte. Die Sonne schien zu dem Zeitpunkt schon wieder, so dass wir uns einfach ein bisschen auf den Platz setzten, die Leute beobachteten und die Zeit genossen, bevor wir uns dann wieder auf den Rückweg machten, um die Fahrt nach Florenz anzutreten. Da wir in Grosseto bereits ein Zimmer in Florenz gebucht hatten, brauchten wir dort zumindest nicht suchen. Bei dem dichten und teilweise sehr interessant organisierten Straßenverkehr sicherlich keine schlechte Idee. Besonders haben uns die Kreisverkehre gefallen. Aber daran waren bei anderen Stationen in gewisser Hinsicht schon gewöhnt. Dort angekommen erlebte ich zum ersten Mal, dass man zum Parken auf dem hoteleigenen Parklplatzes für die Zeit des Aufenthaltes den Autoschlüssel abgeben sollte. Dies mit dem Argument, dass es auf dem (recht engen) Hinterhofparkplatz notwendig sein könnte, den Wagen umzuparken. Eine Quittung oder einen Hinweis hinsichtlich Versicherung sollten wir nicht bekommen. Also war ich nach Aussage des Hoteliers der Erste, der nach so einer Bestätigung fragte und diese dann auch bekam. Die Deutschen eben? Ich weiß ja nicht, aber ich gebe ohne irgendwas schriftliches ungern einfach so meinen Autoschlüssel ab...Passiert ist auf jeden Fall nichts.
28.07.2010 Florenz
An Florenz hatte ich von meinem Besuch während des Schulausfluges vor gefühlten 20 Jahren (verdammt, es ist wirklich schon fast 20 Jahre her...) keine guten Erinnerungen. Das einzige, was haften blieb, waren Lärm, Gestank, viele Autos und Menschen und die Hitze. Vermutlich war das bei unserem jetzigen Besuch ähnlich – nur wahrgenommen habe ich es diesmal ganz anders. Vielleicht lag es daran, dass ich damals aus unserem Heimtörtchen anreiste und ich jetzt auf eine mehrjährige Moskau-Erfahrung zurückblicken konnte. Vielleicht auch einfach an der eher negativen Erwartungshaltung. Um es kurz zu machen: Es war toll!
Wir liefen vom Hotel ins Zentrum direkt zum Hauptplatz mit der berühmten Kathedrale. Ählich wie in Siena ist es mir aber wieder nicht gelungen, diesen Platz und seine Atmosphäre einzufangen. Von innen ist die Kathedrale übrigens weit weniger interessant als zB die in Siena. Mehr Glück hatten wir aber bei unseren Panoramabemühungen. Interessant war auch die bewohnte Brücke. Sonst gibt es viele Palais und Statuen im klassischen italienischen Stil zu entdecken. Dazu ein paar weitere schöne Plätze und viele Märkte. Drumherum dicht befahrene Straßen und voila – Florenz! Viel mehr fällt mir gar nicht mehr ein. Den Rest zeigen die Bilder!
Aber eine Frage blieb doch immer noch offen: Die richtige Schreibweise des türkischen Nationalgerichtes. Bezeichnend dafür das Bild von dem Imbiss, wo es beide Varianten mit „b“ und „p“ am Ende gleich zwei mal gibt! Verwirrend!
29.-30.07.2010 Florenz – Velden – Wien (insgesamt 770km)
Auch die letzten beiden Tage sind rasch erzählt. Um die Fahrtstrecke nicht zu lang werden zu lassen hatten wir uns überlegt, noch einen gemütlichen Tag am Wörther See zu verbringen. Die Wettervorhersage sah dies aber eher skeptisch. Als wir uns morgens in Florenz auf den Weg machten, fing es auch schon an zu Regnen – und hörte praktisch während des ganzen Tages nicht auf. Für den nächsten Tag war ähnliches vorhergesagt. So gönnten wir uns eine Nacht in einem Hotel mit Sauna und Fitness und fuhren einen Tag früher als geplant gen Wien. So konnten wir uns noch von den fünf Mädels verabschieden, die während unserer Abwesenheit eine Zeitlang in unserer Wohnung lebten.
Und wie ist es dann: Nach der Reise ist vor der Reise.
Als nächstes ist zumindest eine Kurzreise Anfang September durch Süddeutschland geplant bevor dann Mitte Dezember die nächste größere Reise ansteht. Südafrika...Hurra!








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