Tipps für den Kauf von Tourenrädern

Am Anfang aller Touren steht die Auswahl des richtigen Gefährts. Wir sagen Ihnen, welches Bike sich für welche Tour am besten eignet.
Prinzipiell kann man natürlich mit jedem Fahrrad auf Reisen gehen. Und sei’s ein Hochrad: Denn schon der Brite Thomas Stevens hat 1884–1887 – sozusagen hoch zu Bike – die Welt umrundet. Allerdings war sein Columbia-Hochrad auf dem neuesten Stand der damaligen Tret-Technik … Grob lassen sich 3 Typen von Radreisen und dafür geeignete Bikes unterscheiden:
1. Ausflug mit geringem Gepäck
Für Wochenendtouren und Reisen von 1 oder 2 Wochen benötigt man nicht unbedingt ein Rad der Spitzenklasse. Ein gutes, reisetaugliches Trekkingrad erfüllt dabei durchaus seinen Zweck. Man bekommt es für unter 1.000 Euro.
Idealerweise besitzt der Lenker einen winkelverstellbaren Vorbau, sodass man ihn für sich individuell einstellen kann. Die Räder sollten StVZO-Ausstattung besitzen (gilt natürlich für alle Reiseräder): Scheinwerfer mit weißem Licht, rote Schlussleuchte, Dynamo, Klingel, Pedalrückstrahler, 2 unabhängig voneinander wirkende Bremsen. Hilfreich sind ferner Seitenständer und Schutzbleche.
Allzu viel Gepäck sollte man jedoch diesen Rädern nicht zumuten. Weder Geometrie, Rahmenrohre noch Komponenten sind auf Reisegepäck für mehrwöchige oder gar monatelange Ausflüge ausgelegt.
2. Tourenfahrer mit Gepäck
Wer mit Gepäck oder für längere Zeit unterwegs ist, braucht vor allem komfortable Räder. Auf körperschonendes Rollvergnügen lassen dabei 2 Ausführungen hoffen: teilgefederte Bikes (ab ca. 1.500 Euro), also mit Federgabel und eventuell gefederter Sattelstütze, und vollgefederte Bikes (ab ca. 2.000 Euro), d. h. mit Rahmen- und Gabelfederung.
3. Expeditionen mit viel Gepäck
Für Long-Distance-Touren empfehlen sich Rennlenker, das Papalagi von Mtb Cycletech (ab 1.600 Euro) z. B. ist damit ausgestattet. Dies erlaubt den rückenschonenden Wechsel der Körperhaltung. 26-Zoll-Reifen, wie sie auch beim Mountainbike verwendet werden, sorgen für ein höheres Maß an Stabilität. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt ein Rad mit stabilem Stahlrahmen, am besten versehen mit Befestigungsmöglichkeiten für vorderen und hinteren Gepäckträger, Schutzbleche, Flaschenhalter und anderes Zubehör. Bei einem guten Expeditionsrad ist der Hinterbau (Abstand zwischen Tretlager und Hinterachse) lang konstruiert, damit genug Fersenfreiheit zu den Packtaschen gewonnen wird. Für eine lange Tour benötigt man sehr viel Gepäck – doch mehr als 15 kg vorn und 25 kg hinten sollte man sich und Expeditionsrädern nicht zumuten. Falls man dennoch mehr Gepäck mitnehmen möchte, nimmt man am besten einen Anhänger. Achtung: Viel Gepäck verändert das Fahr- und Lenkverhalten. Deshalb sollte man vor Reiseantritt erst eine Probefahrt mit Packtaschen absolvieren.

