Das sollten Sie beim Tauchen beachten!

Tauchen zählt zu den Risikosportarten. Wir sagen Ihnen, wo Gefahren lauern und wie Sie sie vermeiden können. Teil 2 folgt
Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, kann tauchen, egal ob jung oder alt, wobei die untere Altersgrenze bei 8 Jahren liegt.
Allgemeine Risiken
Alkohol und Rauchen stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Auch Übergewicht ist ein Risikofaktor, daher sollte man als Betroffener nur nach vorangegangener Tauglichkeitsuntersuchung tauchen.
Bei Bluthochdruck, akuter Bronchitis oder chronischem Husten, Auswurf, Atemnot, also chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), sollten Sie aufs Tauchen verzichten. Auch wer unter der Reisekrankheit leidet, sollte bei einem akuten Anfall nicht tauchen.
Falls Sie an Diabetes mellitus oder Asthma erkrankt sind, sollten Sie vorsichtig sein. Asthmatiker sollten vor dem Tauchgang eine taucherärztliche Beratung in Anspruch nehmen und eine Lungenfunktionsprüfung durchführen.
Kein gesteigertes Risiko besteht für Frauen während der Menstruation oder für Frauen, die die Antibabypille nehmen. Vorsicht ist jedoch bei Brustimplantaten geboten, da diese bei besonders hohem Druck platzen können.
Spezielle Risiken
Barotrauma: Der Begriff Barotrauma bedeutet „Druckverletzung“. Eine andere Bezeichnung ist Squeeze. Deren häufigste Ursache ist das Tauchen mit Schnupfen, weil dann in den Ohren, in den Nebenhöhlen und in der Tauchmaske kein (ausreichender) Druckausgleich möglich ist. Aber auch Unfälle, schlecht sitzende Taucherkleidung sowie defekte Lungenautomaten, die Verwendung von Ohrenstöpseln und fehlerhafte Zahnfüllungen können Barotraumen verursachen. Sollte ein Druckausgleich nicht ohne großen Druck möglich sein, sollte der Tauchgang abgebrochen werden. Auf keinen Fall abschwellende Mittel verwenden!
Taucherkrankheit
Die Caissonkrankheit ist auch unter der Bezeichnung Taucherkrankheit bekannt. Sie entsteht vor allem nach dem Tauchen in großen Tiefen oder nach dem Aufenthalt in einer Druckkammer. Die Ursache der Erkrankung ist ein zu rascher Druckabfall, nachdem die Betroffenen über einen längeren Zeitraum oder sehr starkem Überdruck ausgesetzt waren. Wird im Überdruck Luft geatmet, wird dem Körper mehr Stickstoff zugeführt. Während der Sauerstoff vom Körper verbraucht wird, verbleibt der Stickstoff im Gewebe. Je tiefer jemand taucht, desto mehr Stickstoff wird verbreitet. Dabei kann jede Substanz (Gewebe, Blut) in Abhängigkeit von der Temperatur und dem Druck nur eine ganz bestimmte Menge Stickstoff aufnehmen. Die maximal aufnehmbare Menge wird als Sättigungsmenge bezeichnet. Die Sättigung ist nach einer bestimmten Zeit in der entsprechenden Wassertiefe erreicht.
Beim Auftauchen muss der angesammelte Stickstoff über die Atemluft wieder abgegeben werden. Damit das Abatmen des Stickstoffs ohne Schäden erfolgt, sind bestimmte Auftauchzeiten einzuhalten. Diese Werte sind festgelegt und von kleinen Tauchcomputern abrufbar. Missachtet man die Auftauchzeiten und geht zu schnell hoch, perlt Stickstoff – ähnlich dem Ausperlen von Kohlendioxid (CO2) bei einer Mineralwasserflasche – aus und führt im Blut und dem Gewebe zu Stickstoffbläschen. Diese können z. B. kleine Blutgefäße oder Gewebeteile verstopfen.
(Fortsetzung folgt in Kürze)

