Krieg der Sterne

Die Bedeutung der Hotelsterne unterscheidet sich in EU-Europa noch erheblich - einheitliche Standards sind nicht in Sicht.
Gemeinsam ist allen Ländern nur die Skala von 1-5 Sternen. Die Leistungen schwanken beträchtlich.
In den baltischen Staaten lassen sich die Hoteliers aus Steuergründen oft in eine niedrigere Kategorie einstufen. 3 Sterne: 14 m2 große DZ, separater Sessel pro Zi., Konferenzraum für mind. 10 Pers., Fax- und E-Mail-Möglichkeit an der Rezeption, 16 Std. Zimmerservice. 4 Sterne: Hotelgarage oder Parkplatz in der Nähe, Internet, TV mit internationalem Nachrichtenprogramm, Föhn und Kosmetiktücher, Frühstück ab 5 h, Hotelbar. 5 Sterne: Sauna mit Dusche oder Schwimmbad, Concierge, 2 Sessel oder 1 Sofa pro Zi., zentraler Lichtschalter am Bett, 24 Std. Zimmerservice.
In Dänemark gibt es ab 3 Sternen eigenes Bad und eigene Toilette. 1 Extrasessel, internationales TV und ein Restaurant gehören zum 4-Sterne-Standard. Internet auf allen Zimmern und ein Pool oder ein professionelles Fitnesscenter sind Voraussetzung für 5 Sterne.
In Frankreich muss ein DZ selbst im 4-Sterne-Hotel nur 12 m2 messen, dafür aber ein separates Bad haben. Ab 3 Sternen müssen mind. 80 % der Zimmer außerdem über ein eigenes WC verfügen. Bei 4 Sternen kann der Gast im hoteleigenen Restaurant speisen, bei 5 Sternen misst die Lobby mind. 160 m2. 5 Sterne werden in Frankreich selten vergeben. Grund: Luxussteuer für Hoteliers. Stattdessen: die Kategorie ****L. Oder die Häuser heißen "Palace".
Griechenlands Hotelwelt ist im Umbuch. Nach und nach wird das Klassifizierungssystem umgestellt und die alte Buchstabenkategorisierung in Sterne umgewandelt.
In Großbritannien kümmern sich 2 Automobilclubs um die Bewertung. Schon 2-Sterne-Häuser haben je Zi. eigenes Bad oder TV, ebenso ein Essensangebot. Ab 3 Sternen "gutes Frühstücksangebot" üblich. 4 Sterne: hochwertig ausgestattet, Radio und Föhn auf den Zimmern. 5 Sterne bieten Luxus in Service/Ausstattung. Außergewöhnliche Häuser dürfen den Zusatz "silver" oder "gold" tragen.
In Italien gibt es kein landesweites Klassifizierungssystem. Bei 3-Sterne-Häusern sollte die Rezeption mind. 16 Std. am Tag besetzt sein. Noch 1 Stern mehr, wenn das Haus über eine Café-Bar verfügt, ein Gepäckservice mind. 16 Std. am Tag da ist. Ein rund um die Uhr besetzter Empfang mit Mitarbeitern, die mind. 2 Sprachen sprechen, sind wichtige Voraussetzungen für den Erhalt von 5 Sternen - ein eigenes Restaurant ist dafür hingegen nicht erforderlich. Eine Besonderheit in Italien ist die Bezeichnung *****L, die für "Luxuskategorie" steht.
Die Niederlande versprechen mind. 17 m2 Größe bei einem DZ der 3-Sterne-Kategorie, ebenso Bad, Schreibtisch und Telefon auf jedem Zimmer. 22 m2 sind Vorschrift für 4 Sterne, dazu lichtundurchlässige Gardinen, Internet, Schwimmbad, Fitnessraum und Sauna sowie ein 24-Std.-Zimmerservice. Eine rund um die Uhr besetzte Rezeption, Klimaanlage, eigene Parkgarage und 26 m2 für ein DZ sind für 5 Sterne erforderlich.
In Österreich müssen bei 4 Sternen alle Zi. ein Bad haben, über einen Internet-Anschluss verfügen und auf Wunsch täglich die Bettwäsche wechseln. In 3-Sterne-Hotels ist 1 Mitarbeiter höchstens für 6 Zi. zuständig, in 4-Sterne-Häusern betreut er maximal 3 Zi. Ab 3 Sternen hat der Gast Anspruch auf Gepäcktransport und 8 Qualitätsweine auf der Karte. 5 Sterne stehen für "exklusive, luxuriöse Ausstattung" - bis hin ins Bad, wo 1 Bademantel pro Person, Personenwaage und ein beleuchteter Kosmetikspiegel verpflichtend sind. Seit dem Jahr 2006 gibt es außerdem den Zusatz "Superior" für gehobene Häuser der 4-Sterne-Kategorie.
In Portugal muss ein DZ im 3-Sterne-Hotel mind. 14 m2 groß sein, das Bad 4 m2. Die Rezeption muss 24 Std. besetzt sein, 1 Mitarbeiter muss neben Portugiesisch auch Englisch sprechen. 4 Sterne stehen für "sehr gute Qualität und hohen Komfort" - inkl. Klimaanlage, Telefon und Fernseher auf allen Zimmern. Mindestgröße für ein DZ: 15 m2. Höchsten Ansprüchen müssen Gebäude, Ausstattung, Möblierung und Service bei 5 Sternen genügen. Mind. 5 % der Zimmer sind Suiten bzw. Juniorsuiten, DZ-Größe: mind. 17 m2. Dazu ist ein Tabakladen vorgeschrieben, ebenso mind. 1 verantwortlicher Mitarbeiter, der neben Portugiesisch und Englisch wenigstens 1 weitere Fremdsprache spricht.
Schweden vergibt als einziges skandinavisches Land neben Dänemark Hotelsterne. 3 Sterne bieten u. a. Aufzug, Bad/WC, Telefon und Fernseher auf jedem Zimmer sowie PC- und Fax-Nutzungsmöglichkeit an der tagsüber besetzten Rezeption. 1 Restaurant ist für 4 Sterne erforderlich, ebenso Internet in mind. 25 % der Zimmer, erweitertes TV-Programm, sehr hoher Reinigungsstandard und "bequeme Möbel". 5 Sterne stehen für Internet und Safe auf allen Zimmern, Klimaanlage, Pool, Fitnessraum, Sauna.
In der Schweiz passt der Dachverband der Schweizer Hotelwirtschaft die Sterneregeln alle 4-5 Jahre den Erwartungen an. Derzeit signalisieren 3 Sterne ein Mittelklassehaus, das in allen Zimmern Bad/ WC, TV und Frühstücksbuffet anbietet. Komfortable Zimmer und eine mehrsprachige Rezeption zeichnen 4-Sterne-Hotels aus, während ein 5-Sterne-Hotel neben eleganten Zimmern in "makellosem Zustand" auch 24-Std.-Service sowie Luxusrestaurant anbieten muss.
In Spanien legt jede der 17 autonomen Regionen die Kriterien für die Hotelbewertungen selbst fest. Deshalb kann es bei 3-Sterne-Häusern zu Unterschieden kommen: 2 Sterne garantieren 14 m2 im DZ, 4 Sterne nur ganze 2 m2 mehr. 3-Ster-ne-Häuser müssen über einen separaten Personaleingang verfügen. Ab 3 Sternen sind außerdem eigenes Bad und WC Vorschrift, ab 4 Sternen eine Klimaanlage. 1 TV-Gerät pro Zi. ist Standard bei 5 Sternen. Viele verzichten auf offizielle Klassifizierung, weil Reiseveranstalter Bewertungen vornehmen. Nun können sich Hotels auch um ein "Q" bemühen. Dieses wird vom gesamtspanischen Institut für Tourismusqualität vergeben und zeigt dem Gast, dass sich ein Haus regelmäßig überprüfen lässt.


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