
Autor:
Don Fuchs
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InsiderTipps
Wer Downunder das erste Mal besucht, sollte in Queensland beginnen. Unser Reisebericht stellt Ihnen die Highlights im Outback vor, an der Küste und ganz im Norden: Natur, Wildnis, Trauminseln, das schrägste Outback-Event und Urlaub auf Rinderfarmen. Dazu gibt es eine Foto-Show in Extralänge!
Erste Etappe
Outback: Leichhardt Station
Unruhig stampfen die jungen Stiere im engen Pferch. Staub hängt in der trockenen Luft. Angetrieben durch einen elektischen Stab schießt der erste Stier auf den engen Ausgang zu - und blind in die Falle. Eine überdimensionale Metallklammer hält ihn fest. Mit einem Ruck landet das Tier auf der Seite. Nur ein paar Sekunden später fehlt ihm ein wichtiger Teil.
Während Belinda ein Hinterbein wegzieht, öffnet Mark mit einem gekonnten Schnitt den Hodensack, zieht die beiden Eier heraus und trennt sie ab. Das, was den Stier zum Stier macht, landet im Staub. Abschließend wird noch eine Nummern- und Zahlenkombination mit einem glühenden Eisen ins Fell gebrannt.
Dann öffnet sich die Metallklammer, benommen torkelt das Tier in einen Pferch. Der Stier ist kein Stier mehr. Und der empfindsame Beobachter hat weiche Knie, wünscht sich, dass das Frühstück nicht so üppig ausgefallen wäre. Alltag auf der West Leichhardt Station östlich von Mount Isa. "No bullshit here", kommentiert Ron Croft, der Besitzer der Rinderstation das brachiale Morgenerlebnis.
Die West Leichhardt Station ist keine Touristenfarm, sondern eine echte Rinderfarm, auf der Gäste in einfachen Zimmern übernachten und Einblick in den rauen Alltag bekommen können. Authentisch. Roh. Nichts für empfindliche Naturen.
Riversleighs Fossilien
Wo heute öde Hügel in der gnadenlosen Sonne backen, explodierte vor Millionen Jahren das Leben. Wasser gab es im Überfluss, artenreicher Tropenwald bedeckte das Land und eine Tierwelt aus dem Gruselkabinett streifte dort durchs Unterholz: Fleisch fressende Riesenkängurus, gigantische Krokodile und überdimensionierte Laufvögel, die einen Strauß zwergenhaft erscheinen lassen. Sie sind alle noch da in Riversleigh - eingepackt in eisenfesten Kalk.
Riversleigh ist eine Fossilienfundstätte von Weltbedeutung. Die Riversleigh Fossil Site ist Teil des Lawn Hill National Park. Der Schöpfer scheint wieder gutmachen zu wollen, was er draußen in der harten und leblosen Outbacklandschaft verbockt hat: Flussoasen, ein Saum aus Palmen und Papierrindenbäumen, glasklares Wasser. Traumhaft schön.
Schriller Zug: Gulflander
Normanton ist der Ausgangspunkt der vielleicht ungewöhnlichsten Zugreise Australiens. Der "Gulflander" fährt von "nowhere to nowhere", wie es Lokführer Ken Millard süffisant kommentiert. Etwas über 150 Kilometer und knapp sechs Stunden lang ist die Fahrt von Normanton in das ehemalige Goldgräberstädtchen Croydon.
Der "Gulflander" ist ein Kuriosum. Stolz verkündet die Broschüre, dass der Zug seit 1907 keinen Profit mehr eingefahren hat. Trotzdem fährt er immer noch, gezogen vom RM 93 (Rail Motor Nr. 93). Jeden Mittwoch brechen Bahn-Enthusiasten zur großen Fahrt nach Croydon auf. Um 8.30 Uhr beginnt die Schaukelei über verbogene Schienen, mit einer Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal 30 Meilen pro Stunde.
Der Führer hat keine Probleme, den Zug auf freier Strecke anzuhalten, um seinen Kunden das Nest eines Laubenvogels zu zeigen. Der Fotostopp an der Brücke über den krokodilverseuchten Norman River gehört ebenso dazu wie die Stopps an den Briefkästen der abgelegenen Rinderstationen, die neben der Trasse aufgestellt wurden. In Croydon endet der "Gulflander".
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