
Autor:
Don Fuchs
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InsiderTipps
Sie sind etwas angespannt? Dann lassen Sie sich fallen, gehen und verwöhnen. Am besten auf acht sehr unterschiedlichen Resort-Inseln der Whitsunday Islands im Great Barrier Reef.
Der Weg ins Paradies ist kurz. Zumindest von Sydney aus. Zwei Stunden im Flieger bis Hamilton Island, ein kurzer Transfer zum Heliport und schon bin ich wieder in der Luft. Zehn Minuten später schwebt der Heli über dem wilden Südende von Long Island ein. Steile, dicht bewaldete Hänge ragen aus dem Meer auf, kein goldener Strand, kein Tropenidyll locken. Dafür taucht eine versteckte Bucht auf, seicht und keinesfalls wie auf dem Werbeplakat, aber mit viel versprechendem Namen: Paradise Bay. Ein paar Bungalows sind dort in Reih und Glied ans Ufer gesetzt.
Der Lodgebesitzer David Macfarlane ist Philosoph, Esoteriker, Naturschützer, Visionär, seine Lodge ist entsprechend gestaltet. Die Nabelschnüre zur Zivilisation wie Telefon, Fernseher oder Computer sind gekappt. Macfarlane bietet seinen Gästen etwas, was zunehmend rarer wird: eine Rückzugsmöglichkeit. Und er vermarktet sein Versteck ungeniert als Fünf-Sterne-Lodge. Es dauert ein Weilchen, bis ich begreife, dass sich diese Bewertung weniger auf die Unterkunft selbst als auf die Fluchtburg-Qualität seines Hauses bezieht - und auf den Koch Cameron.
Bereits das Willkommens-Dinner wird als romantische Outdoor-Affäre inszeniert. Ein Tisch am Rand des Regenwalds, der Pfad dorthin gesäumt von Laternen. Und dann tischt Cameron auf. Roter Emperor Tandoori mit Couscous, gegrillten Limetten und Bok Choy - alles mit frischem Koriander und Minze überstreut. Als Magenfüller serviert er Pannacotta mit gemischten Beeren in Shiraz-Sirup mit Minze-Shiffonade. Zum Gaumenkitzel flattern Flughunde auf der Suche nach süßen Blüten und reifen Früchten durch die Baumkronen.
Am nächsten Tag tue ich nichts. Bin ungeniert faul, lese ein Buch in der Hängematte, die - wie könnte es auch anders sein - zwischen zwei Kokospalmen gespannt ist. In der Nähe liegt das Resort-eigene Känguru Myrtle im Sand. Es hat längst den Inselgang eingelegt, ich bin dabei zurückzuschalten. Denn dafür kommen die meisten Gäste in Davids Lodge. Wer sich auf das Erlebnis "Whitsunday Wilderness Lodge" einlässt, kauft ein fertig geschnürtes Paket. Der Mindestaufenthalt dauert fünf Nächte und beinhaltet neben Transfer im Helikopter Seekajak-Touren, Segeln sowie einen Ausflug im Wasserflugzeug zum äußeren Barrier Reef. Man kann, wenn man will, man muss aber nicht.
Ich will. Zum Riff. Ein Tag Batterie-Aufladen reicht mir. Eine Beaver, das legendäre kanadische Wasserflugzeug, landet am frühen Morgen in der Bucht vor der Lodge. Kamera um den Hals gehängt und Badeschlappen in der Hand wate ich zu meinem Rifftaxi hinaus. 16 nautische Meilen nordöstlich der Whitsunday-Inseln, etwa 30 Flugminuten von der Lodge dann das Riff. Ich blicke auf ein Wunder hinunter. Und ein Gesamtkunstwerk in allen Schattierungen von Aquamarin, mit weißen Wellensäumen und einem Netzwerk aus dunklen Korallenkrusten. Dazwischen liegen türkise Teiche - zusammen eine überwältigende Farbensinfonie in der Mitte des tintenblauen Meers.
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