
Autor:
Don Fuchs
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Teil II unseres Downunder-Specials hat nur ein Thema. OUTBACK PUR. Die Wildnis, das pure Abenteuer, die irren Typen. Unser langjähriger Korrespondent in Downunder hat die kompromissloseste Tour entdeckt, erlebt und überstanden. Und diesen Bericht geschrieben.
Andrew ist einer, der für alles die optimale Begleitmusik braucht. Und jetzt steht ihm der Sinn nach etwas Getragenem: Er legt eine CD des Cellisten Yo-Yo Ma ein. Meint, Bachs unbegleitete Cello-Suiten seien die perfekte Musik, um die Stimmung einer Landschaft einzufangen, die der Forscher John Edward Eyre einst "eine endlose, düstere Ödnis" nannte.
Unser Allrader steht am Lake Eyre South, nahe dem tiefsten Punkt Australiens, etwa 15 Meter unter dem Meeresspiegel. Unweit des Ufers liegt eine flache, mit zerzausten Büschen bewachsene Insel. Dahinter zieht sich eine schimmernde Salzfläche bis in die Unendlichkeit hin. Das umgebende Land ist flach, von verkrüppelter Vegetation bestanden. Der Himmel ist erdrückend weit. Es weht ein eiskalter Wind. Kümmerliche Pflanzen. Aber lass es einmal regnen, oben im fernen Queensland, lass dort einen Wirbelsturm seine feuchte Fracht im Einzugsgebiet des Diamantina River und des Cooper Creek abladen, dann ändert sich das schlagartig. Schlammige Fluten werden dann über Hunderte von Kilometern in den Lake Eyre fließen und den See langsam füllen. Dann wird das Leben hier gewaltig explodieren.
Nicht weit vom Ufer des Lake Eyre South, inmitten karger Sand- und Kieselebenen aber ist Leben. Seltsame mit Gras und Schilf bewachsene Hügel unterbrechen die desolate Monotonie. Wie Minivulkane ragen sie auf, ihre Krater nicht mit brodelnder Lava gefüllt, sondern mit Wasser. Wasser, das vor zwei Millionen Jahren 2.000 Kilometer weit entfernt als Regen fiel. Kleine Finken schwirren geschäftig umher, Libellen flitzen durch die Luft. "Das sind Quellen, die die westliche Begrenzung des artesischen Beckens markieren", erklärt Andrew das gigantische unterirdische Wasserreservoir. Um die Quellen finden wir Zeugen vergangenen Lebens: Steinsplitter, gelegentlich Speerspitzen, Mahlsteine... Vor langer Zeit haben Männer des Arabana-Volks hier Steinwerkzeug gefertigt, während ihre Familien um die Quellhügel campierten.
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