
Autor:
Karin Hanta
InsiderTipps
Überlegen Sie sich einen Besuch Rios gut! Was, wenn Sie nie mehr wegwollen? Aber wir haben Sie ja gewarnt! Viel Spaß bei der Lektüre unseres Reiseberichts.
Der Begriff vom Strandleben muss in Rio entstanden sein. Wenn die Sonne scheint - also so gut wie immer - pilgern Tausende von Menschen an Rios 90.000 Meter Hausstrand. Mit Sonnenschirm oder Klappsessel bewaffnet und mit Badehose oder Bikini bekleidet ziehen die Cariocas direkt von ihrer Haustür zum Meer. Am Strand wird das Wochenende verbracht, werden Freundschaften geschlossen und Geschäfte angebahnt. Vielleicht herrschen in der Stadt deshalb so freundliche Umgangsformen. Wer seinen Nachbarn oder Geschäftspartner schon fast nackt gesehen hat, kann die Dinge nicht mehr so tierisch ernst nehmen.
Körperkultur, das heißt: Die vielen Fitness-Studios bieten ausgefallene Kurse wie Wasser-Spinning oder Capoeira an. Im Telefonbuch finden sich Hunderte von Einträgen für Schönheitschirurgie. Über dem General-Osorio-Platz prangt Gisele Bündchen riesengroß, um den Bewohnern der Stadt immer wieder zu verdeutlichen, was Perfektion wirklich ist. Nebenbei wirbt das weltweit bestbezahlte Model dabei auch noch für ihre eigene Strandsandalen-Marke GB Ipanema.
An jedem Strandabschnitt Rios gibt eine Art Stamm den Ton an. Aufgrund der günstigen Anbindung per U-Bahn drängen sich in Copacabana viele Bewohner aus der Baixada - der einkommensschwächeren Nordzone - in die Strandbereiche von Rua Duvivier bis Siqueira Campos, ganz in der Nähe vom "Copacabana Palace Hotel". Gutbürgerliche Familien mit kleinen Kindern haben währenddessen die äußeren Enden von Copacabana - Leme und Arpoador - zum Planschrevier erkoren.
Über die mit schwarzweißem Wellenmuster gepflasterte Promenade schlendert auch oft Bestsellerautor Paulo Coelho. "Ich möchte nirgendwo anders als hier wohnen", hat er mal verkündet und sprach dabei der Mehrzahl der Cariocas aus der Seele. Im "Clube Marimbás", der genau auf jenem Felsen liegt, der den berühmtesten Strand der Welt von Ipanema trennt, trifft er seine Literatenfreunde. Nichtmitglieder können von dem darüber gelegenen alten Militärbunker Forte de Copacabana einen fabelhaften Ausblick auf die Küste genießen.
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