
Autor:
Sven Weniger
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Inseltipp für Braslien: Ilha Grande Grandioser Geheimtipp
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Traumstrände
Ab ins Wasser!
Saco de Velha nennt sich die 200 Meter lange goldgelbe und nur vom Meer aus zugängliche Verlockung. Selbst ein Hollywood-Hirn hätte den Strand nicht plüschiger erfinden können. Lassen Sie sich von unserem Reisebericht anregen.
Üppiger Urwald krallt sich in die steilen Berge dahinter. Hängende Rhododendren, Lianen, Kakteen, Yuccas. Flaschengrünes Lagunenwasser umspült die Zehen beim Gang zu den gewaltigen schwarzbraunen, polierten Lavafelsen zu beiden Seiten des Sands. Super Kulisse. Da verwundert auch die Strandbar unter Palmen nicht mehr, in der ein lederhäutiger Bursche namens Lucio - was sonst - coole Drinks und dampfende Peixada serviert.
"Samba-Sause wirst du hier nicht erleben", Lucio wippt auf den Holzbohlen der Veranda hin und her. Im Litoral wollen die Leute relaxen. Wer es nicht so dicke hat, mietet sich in einer der Pensionen in Ubatuba oder São Sebastião ein. Da kommst du ohnehin nur zum Schlafen hin. Tagsüber geht's raus. Es gibt so viele tolle Strände, dass einem die Wahl schwer fällt. Viele mieten sich auch ein Boot und fahren raus zum Fischen oder auf eine der Inseln. Die meisten sind unbewohnt. Da findet jeder Strandfreak einen Platz nur für sich allein. Die Inseln vor der Costa Verde sind wie eine greifbare Schimäre, da und doch nie ganz zu fassen. Jeder Fischer kennt ein Dutzend oder zwei, sichtete schon mal den Eingang zu einer Grotte oder ein gesunkenes Schiff. Jeder Segler hat von verschwiegenen Buchten gehört, von noch unentdeckten Praias. Doch dann sind da noch 50 weitere in der Nachbarschaft - hermetisch zugewuchert, oft nur per Boot erreichbar.
Ob diese kleinen Strände je schon mal ein Mensch betreten hat, kann keiner sagen. So bauen sich die Schönheiten vor dem staunenden Betrachter auf. Dicht gestaffelt, propper und einladend. Und doch bleiben sie weitgehend Terra incognita. Eine Ausnahme bilden die Inseln Ilha Grande und Ilha de São Sebastião.
Ilhabela und Paratí
Die Ilha de São Sebastião, unter Einheimischen nur als Ilhabela - die Schöne - bekannt, wird am Wochenende im Sturm genommen. In Bataillonsstärke rücken die Paulistas an, setzen auf Autofähren über den engen Sund, schwärmen aus in die verwunschenen Vulkanberge und zu sprühenden Wasserfällen, surfen über die Atlantikwellen und geben sich auf Palmenstränden der Tropensonne hin. Dann sind die Lanchonetes, die preisgünstigen Straßenlokale, zum Bersten voll. Düfte von Farngo und Camarão mischen sich mit dem süßlichen Geruch von Sonnencreme.
Wer jemals von einer Karriere als Pirat träumte - in Paratí hätte er sie krönen können. Er hätte sich zwischen den mit Festungen bestückten Inseln hindurchkämpfen müssen, am Forte Defensor Perpétuo vorbei, das schon im 18. Jahrundert den Ort mit seinen Kanonen vor Seeräubern schützte. Doch dann hätte er vor ihm gelegen: der Goldhafen der Portugiesen. Von dort aus verschifften sie das Edelmetall, das hartgesottene Abenteurer, aus den Minen des Minas Gerais herangeschafft hatten. Später war es Zuckerrohr, das wieder für einen Boom sorgte. Noch immer liegen einige der besten Cachaça-Destillerien (Foto li. oben) im Hinterland von Paratí. Eine kurze Phase des Wohlstands, der sich überraschenderweise nicht mit kolonialem Bombast verewigte, sondern in federleichter Architektur aus langen Reihen weißer Flachbauten mit roten Dächern.
Kaum etwas von diesem Flair ging in Paratís Altstadt verloren. Knallbunte Türen, Fenster und Balkone der ineinander greifenden Fassaden versprühen karibische Nonchalance. Von Mulis gezogene Leiterwagen holpern über das grobe Kopfsteinpflaster der Gassen. Selbst die Türme der fünf Kirchen erheben sich nur verschämt über die zwischen Hügeln liegende Siedlung.
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