
Autor:
Florian Töpfl
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Die Landstriche Yunnans gelten als die schönsten Chinas. Unsere Reporter machten sich im Himalaya auf die Suche nach dem weltbekannten Kräuterarzt Dr. Ho, dem lebenden Buddha von Songzanlin und dem legendären Shangri-La. Ein zauberhafter Bericht aus dem Reich der Mitte.
Der Schrei einer Krähe. Rundum rauscht leise ein Meer aus Gebetsfahnen. Das warme Licht der Abendsonne taucht das Sumpfland zu meinen Füßen in sattes Gelb. Ich sitze auf einer Anhöhe, an einen turmhohen, weißen steinernen Stupa gelehnt. Im Tal weiden Yaks, weit verstreut und in der Ferne. Von Zeit zu Zeit weht der Wind ein tiefes Röhren zu mir herüber. Ist das der mystische Ort namens Shangri-La, das verlorene Paradies, nach dem wir eine Reise lang gesucht haben?
Shangri-La, so nannte der Schriftsteller James Hilton in seinem Roman "Der verlorene Horizont" ein geheimnisvolles, abgeschiedenes Kloster im Himalaya. Er griff damit uralte buddhistische Legenden vom verlorenen Paradies auf und landete einen Welterfolg. Nicht nur, dass der Roman mehrere Male verfilmt wurde. Sogar Bands wie AC/DC oder The Kinks sangen die Legende um das verlorene Paradies in die Träume von Abenteurern und Weltreisenden...
Zu meiner Linken erheben sich die gewaltigen Mauern des Klosters Songzanlin. Mannshohe, goldene Gebetstrommeln zieren die Mauersimse, blendend funkeln die geschwungenen Dächer der neun Tempel in der Abendsonne. Der Kleine Potala-Palast wird das Kloster auch genannt: Die Architektur erinnert an die Residenz des Dalai-Lama im tibetischen Lhasa. Hinter den Mauern von Songzanlin beten 780 Mönche. "Unter dem goldenen Dach dort, ganz oben, lebt der höchste Lama des Klosters, ein lebender Buddha", verrät uns unser junger chinesischer Übersetzer, der sich vor zehn Tagen mit dem englischen Namen Kent vorgestellt hat. Kent besitzt ein Handy mit Touchscreen und trägt seit Tagen - wohl eigens für uns - ein gelbes "Deutschland"-Trikot.
"Denkst du, Kent, der lebende Buddha wird uns empfangen?", frage ich. Er habe es nie versucht, antwortet der junge Chinese. Zum ersten Mal höre ich so etwas wie Respekt in seiner Stimme. Trotzdem will ich es versuchen und mache mich mit Kent auf den Weg zu den goldenen Pagodendächern.
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Dr. G. Ugron (nicht überprüft) sagte vor 28 Wochen 5 Tage:
Sehr interessant. Kann evtl. auch eine individuelle Reise organisiert werden? Wie sieht eine Gruppenreise aus?
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