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Das „Dieselross“ von Fendt ist ein Sympathieträger. Liebhaber können sich in der warmen Jahreszeit hinters Steuer eines Oldtimer-Traktors klemmen und im Voralpenland bei einer Traktorrallye auf entspannte Ausflugsfahrt gehen.
Links ein Blumensträußchen, rechts der gut geschmierte Balkenmäher. Der blecherne Traum in Resedagrün (bekannt als Ral 6011) hat 15 PS, macht bergab mit Rückenwind maximal 21,5 Stundenkilometer. Knappe 1,2 Liter Hubraum. 4 Vorwärtsgänge. 1 Zylinder. Der Sound: hämmerndes Tock-Tock.
Das Prachtstück, das ich mit knapp 18 Sachen Richtung Rossbergalm lenke, gehört Herrn Dodel, einem langjährigen Mitarbeiter von Fendt, der seinen „F 15“ ebenso kenntnisreich wie liebevoll pflegt. Lautstark schnauft das Dieselross bergan und grüßt die Wanderer am Wegesrand mit einer gepflegten Ration Feinstaub.
Auf den schmalen Straßen zwischen Schwarzenbach, Schwaltenweiher und Thal kommen uns immer wieder die monströsen Nachfolger meines Gefährts entgegen. Diese Riesentraktoren erinnern eher an Kriegsgeräte und haben die Power von 15 oder mehr Dieselrössern.
Muskelarbeit ist nötig, um den Oldtimer zu bremsen und mit dem großen Lenkrad durch die Lücke zwischen den mannshohen Hinterrädern des Fendt Vario und den Weidezaun zu steuern.
Das Dieselross rollte 1933 erstmals aus den Fendt’schen Hallen in Marktoberdorf und war ein weltweiter Bestseller als „langersehnter moderner Universal-Schlepper“. Der F 15 mit 15 PS zielte auf den Massenmarkt. Er war anfangs der 50er-Jahre für knapp 6.000 DM zu haben und begnügte sich mit eineinhalb Liter Diesel pro Fahrstunde.
Etwas früher dran als Fendt und bei der Namenswahl markiger waren Kollegen aus Mannheim. 1921 stellte Fritz Huber den für Heinrich Lanz in Mannheim entwickelten „Bulldog“ mit 12 PS vor. Dem war egal, was in den Tank kam, die Bulldogge hat alles geschluckt und verbrannt, auch Teeröl, Naphta, Schweröl.
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