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Bayerns erster Whiskybrenner
Der High-Landler
Single-Malt-Genuss aus heimischen Gefilden: In Oberbayern hat Slyrs, Deutschlands erste und einzige Whisky-Destillerie, ihre Tore geöffnet.
Die Engel über dem Schliersee jubilieren. Denn neuerdings strömt feines Whiskyaroma in den weißblauen Himmel. Zu verdanken haben sie das der Destillerie Slyrs, die Mitte 2007 im Ortsteil Neuhaus ihre Brennkessel angeworfen hat. Auch wenn der Name danach klingt – er leitet sich nicht ab von schlürfen, sondern ist die historische Bezeichnung für die Region. Ausgesprochen wird er übrigens „Schliers“ oder „Schlürs“.
Wie kommt nun dieser Hochprozentige in die Heimat von Obstler und Enzian? „Whisky ist kein geschütztes Produkt“, erzählt Firmengründer und Geschäftsführer Florian Stetter. „Erfunden haben ihn die Iren, berühmt die Schotten gemacht.“
Die Verkaufshalle erfüllt ein süßer, malziger Duft. Durch eine Glastür betreten wir den Destillier-Raum, wo Stahltanks und kupferne Destillierblasen um die Wette funkeln. „Auf die Idee, Single Malt zu brennen, kam ich während eines Schottlandurlaubs“, fährt Stetter fort. „Vieles dort hat mich an Bayern erinnert: die Berge, die Seen, die eigenwilligen Menschen, ihr Hang zum kniefreien Beinkleid … Da dachte ich: Whisky machen kann ich auch!“
Doch Slyrs will keine Kopie der Schotten sein. So wird das Gerstenmalz nicht über Torf geräuchert, sondern über Buchenholz. Das Gebirgswasser kommt aus der nahen Bannwaldquelle. Auch das Destillieren verläuft nach bayrischer Eigenart: Es geht sehr langsam vonstatten, wie in einer Obstbrennerei.
Wir stehen im Lagergebäude. Vor dem Besucher reihen sich 600 Barriques mit je 225 l Volumen, in denen das Destillat 3 Jahre lang reift. Währenddessen gibt das ausgekohlte Fassholz – amerikanische Weißeiche vom Missouri – allmählich Vanille-, Karamell- und Honiggeschmack ab. „Wir verwenden junges Holz, das verleiht am meisten Abgang“, erklärt Stetter. „Allerdings ist das Material sehr grobporig, sodass viel Flüssigkeit verdunstet. Pro Jahr verlieren wir den Inhalt von 10.000 Flaschen. Diesen Verlust nennt man auch Anteil der Engel.“ Aha!
Doch auch der irdische Besucher erhält seinen Anteil. Auf der Verkostungstheke leuchtet golden der Slyrs im Glas, durch hohe Fenster fällt der Blick auf den Wendelstein.Die Nase riecht Honig, Kräuter und flüchtige Vanille-Anklänge. Zunge und Gaumen orten Biskuit, einen Hauch Malz und Honig. Und nach dem zweiten, dritten Gläschen hört man leise die Engel jubilieren.
Slyrs
Bayrischzeller Str. 13, 83727 Schliersee
www.slyrs.de



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