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Wir haben das „Nebelhorn Relaxhotel" in Obermaiselstein getestet. Dort spielen Design und Medical Wellness die absolute Hauptrolle. In der Nebenbesetzung: Ökofood vom Feinsten sowie die traumhafte Allgäuer Natur. Auch die wirkt nachhaltig...
Der Name scheint Programm. Denn tatsächlich verschwinden der majestätische Gipfel des Nebelhorns (2.224 Meter) und auch die Umgebung darum herum heute in dichten weißen Wolken. Und so bleibt dem geneigten Betrachter die Panoramaaussicht, die sich vom direkt gegenüber liegenden „Nebelhorn Relaxhotel“ in Obermaiselstein laut Werbeprospekt eigentlich in ihrer ganzen Schönheit präsentieren sollte, zumindest bei jenem Besuch versagt. Dem Bio-Rhythmus des bayrischen Wetters kann also auch ein auf Bio spezialisiertes Hotel nicht beikommen.
Immerhin weist die in weiten Teilen erhaltene hölzerne Außenfassade darauf hin, dass man sich definitiv irgendwo zwischen Kempten, Oberstaufen und Füssen, also im Herzen des Allgäu, befindet. Mit dem in der Regel überladenen Landhausstil, den man in der Gegend erwarten würde, hat das 35 Jahre alte Haus aber nur auf den ersten Blick etwas gemein: Üppig leuchten rote Geranien an den hölzernen Balkonen. Und auch Golden Retriever Jerry, der freundlich dösend an der Rezeption lümmelt, transportiert die entspannte Atmosphäre, die man sich von einem „relaxten“ Hotel erwartet.
Im Innern des Hauses dann der konsequente Stilbruch zur traditionsverliebten Region: Design ist alles. Gechillt wird auf Ligne Roset oder Dedon, der Kaffee wird aus Stelton-Kannen serviert, für die Beleuchtung sorgen Klassiker von Artemide und so weiter, auch in den nur elf individuell gestalteten Gästezimmern. „Sie sitzen auf einem Philippe Starck!“, weist Hotelchef Steffen Barth die Journalistin im Frühstücksraum ein. Und fügt hinzu: „Wir haben beim Umbau vor vier Jahren alles verändert. Was eckig war, ist heute rund – und umgekehrt.“ Renoviert wurde, soweit möglich, nach neuen baubiologischen Erkenntnissen, wie mir Barth versichert.
Und auch beim Ambiente hat man nichts dem Zufall überlassen, rückte die Entwicklung einer eigenen Handschrift aber ganz klar in den Hintergrund. Vielmehr wurde nach klassischer Top-Marken-Philosophie ausgewählt – Alessi meets Bang & Olufsen. Schick, aber für erfahrene Interieur-Aficionados möglicherweise nichts Neues. Den beiden gediegenen Enddreißigerinnen in Cartier und Cashmere am morgendlichen Bio-Buffet, untermalt mit leisen Jazz-Klängen, scheint es jedenfalls zu gefallen.
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