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InsiderTipps
Skibergsteigen im Oberallgäu und Kleinwalsertal
Gipfeltreffen
Wir waren mit Hans Kammerlander auf Skitour unterwegs: Als Pate des DAV-Projekts „Skifahren umweltfreundlich“ läutete der berühmte Bergsteiger die Untersuchung des Oberallgäu und Kleinwalsertal ein. Mit ihr wird das Projekt abgeschlossen. Zur Feier des Tages kam es zu einem Gipfeltreffen mit einem weiteren Sport-Promi. Lesen Sie den Bericht unseres Reporters Markus Stein.
Da muss Bergsteiger-Legende Hans Kammerlander staunen. Denn das, was der Südtiroler heute erleben wird, ist selbst für ihn, den Bezwinger von 13 Achttausendern, ungewöhnlich. „Das ist mir noch nie passiert“, bekennt der sympathische Alpinist freimütig, „dass ich auf einem Gipfel eine Olympia-Medaillen-Gewinner treffe.“
Kammerlander steht zusammen mit dem journalistischen Begleittross auf dem schneebedeckten Gipfel des 1.981 Meter hohen Steinmandl. Der etwa dreistündige Aufstieg – eine einfache Skitour – führte von der Ifen-Bahn-Talstation bei Hirschegg über die Schwarzwasserhütte zum Gipfel.
Von hier oben hat man einen großartigen Blick über das Kleinwalsertal, zumal sich heute ein tiefblauer, wolkenloser Himmel über die angezuckerten Felsspitzen spannt. Ein Traum von einem Wintertag! Die angemessene Kulisse für das epochale Ereignis ...
Und da sehen wir schon den herannahen, von dem die Rede ist, schnellen, federnden Schritts die letzten Meter des Gipfelanstiegs nehmen. Fast auf die Minute pünktlich wie vereinbart, um 12 Uhr Mittag, erreicht Peter Schlickenrieder, Silber-Medaillen-Gewinner im Skilanglauf-Sprint von Salt Lake City 2002, das Ziel seiner Transalp!
In sieben Tagen haben er und seine Begleiter auf Tourenskiern die Alpen überquert. Ihre Route führte sie von Madonna di Campiglio über Val di Sole, Sulden, Scuol und Ischgl bis hierher ins Oberallgäu. Letzte Etappe war der Weg von Warth/Hochtannbergpass bis zum Steinmandl. Insgesamt 16.000 Höhenmeter und 250 km Strecke haben die Skibergsteiger dabei zurückgelegt.
„Mei woa des a Roas“, strahlt der Ausdauer-Sonnyboy vom Schliersee in die applaudierende Runde. Es sei alles super gelaufen. Bloß der Cevedale, der sei ein harter Brocken gewesen: diese Kälte, dieser Schneesturm. Aber jetzt sind die Strapazen vergessen. Schnell wird mit dem Eispickel die obligatorische Sektflasche geköpft und angestoßen.
Die beiden Berg-Promis haben sich nicht aus Jux und Dollerei auf dem Steinmandl getroffen. Mit dem Event wollen sie medienwirksam das Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ des Deutschen Alpenvereins unterstützen, dessen letzte Phase begonnen hat.
In seinem Rahmen untersuchen der DAV und das Bayerische Landesamt für Umwelt gemeinsam mit regionalen Experten als letztes Gebiet das Oberallgäu und damit auch das Kleinwalsertal.
Seit 15 Jahren werden im gesamten Bayerischen Alpenraum all jene Bereiche ermittelt, in denen es zu Konflikten zwischen Wintersportlern und besonders sensiblen Tierarten wie den Raufußhühnern kommt.
Dabei werden Routenempfehlungen erarbeitet und u. a. durch entsprechende Beschilderung im Gelände umgesetzt (grüne Schilder mit Abbildungen von Tourenskiern und Schneeschuhen sowie große Übersichtstafeln). Sowohl die Routenempfehlungen als auch die so genannten Wald-Wild-Schongebiete werden in die 22 neuen Alpenvereinskarten Bayerische Alpen aufgenommen.
Das Projekt setzt dabei nicht auf den erhobenen Zeigefinger, sondern auf die Einsicht und freiwillige Entscheidung der Skibergsteiger. "Regelungen auf freiwilliger Basis sind viel besser als Verbote", erklärt dazu Projekt-Pate Hans Kammerlander.
www.oberstdorfer-tourismus-service.de
www.alpenverein.de
www.peter-schlickenrieder.de
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