
Autor:
Andrea Lammert
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Hamburg, München und Berlin kennen wir längst. Warum nicht einmal Deutschlands Kleinode entdecken: Bamberg etwa, mit der größten Altstadt zwischen den Alpen und der Nordsee und wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. Genießen Sie unseren Reisebericht "Summer in the City 2009!"
Es ist ein wenig wie bei Harry Potter. Verwinkelte Gassen, Läden mit uralten Theken, bis unter die Decke vollgestopft mit Kartons voller Waren. Der Edelsteinladen am Obstmarkt führt sogar Zauberstäbe mit einer reinen Bergkristallkugel am Ende.
Doch Bamberg ist natürlich mehr als eine Harry-Potter-Kulisse. Die engen, mit Kopfstein gepflasterten Gassen und die mittelalterlichen und barocken Fassaden haben wirklich eine ganz zauberhafte Atmosphäre. Das kann man doch auch erwarten von der größten erhaltenen Altstadt Deutschlands!
Dass Bamberg wie die Ewige Stadt Rom auf sieben Hügeln erbaut wurde, macht sie gleich noch ein bisschen heiliger und die Bamberger etwas katholischer als die meisten restlichen Oberfranken.
Die Bamberger jedenfalls sind unbestritten ein ganz eigenes Völkchen. „Stur können sie sein. Und aufmüpfig – mit viel Zivilcourage“, charakterisiert der Archäologe und Ethnologe Jan Diepen seine bodenständigen Mitbürger. „Vor allem hängen sie an Altem, bewahren vieles auf.“
Diepen muss es wissen, denn er wohnt seit 20 Jahren in der oberfränkischen Metropole. Der 49-Jährige hatte nach seinem Studium die Wahl zwischen Manhattan und Bamberg. Nicht nur der Liebe wegen zog er Franken vor: „Bamberg mit seinem durch eine lange Geschichte faltigen und wie geläuterten Wesen ist an jeder Ecke kaiserlich, päpstlich und bierig in einem.“
Und weil man trotz der 2.500 denkmalgeschützten Häuser auch im Unesco-Weltkulturerbe Bamberg als Nur-Archäologe nicht leben kann, hat der rotblonde bärtige Hüne einen zweiten Beruf angenommen: Stadtführer. Er kann wirklich zu jeder noch so unbedeutend erscheinenden Hausecke eine Geschichte erzählen. Erstes Ziel seiner Route ist das Rathaus: „Beharrlich und gewitzt sind die Bamberger schon immer gewesen. Das Rathaus ist der beste Beweis dafür“, weiß Diepen.
Ende des 14. Jahrhunderts wollte der Bischof von Bamberg den Bürgern kein Land für so etwas Revolutionäres wie ein Rathaus zugestehen. „Die Bamberger ließen sich aber von ihrem Plan nicht abbringen und rammten kurz entschlossen Hunderte von Eichenpfählen in die Regnitz“, schmunzelt Diepen.
Mitten in der Stadt, mitten im Fluss entstand eine Art Insel, gerade groß genug für ein Rathaus. Wie ein elegantes Schiff tanzt es auf dem Wasser der Regnitz. Der Fluss rauscht rechts und links in schnellen Wirbeln vorbei. Nachmittags drängeln Touristen sich auf der Oberen Brücke gegenseitig, um ein Foto dieses originellsten und trotzigsten Ratssitzes in Deutschland zu machen.
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alter sagte vor 3 Jahre 10 Wochen:
Schön, dass so Mauerblümchen der allgemeinen Berichterstattung wie Bamberg bei euch vorkommen. Aber was soll man im Sommer in der Stadt? Frühjahr oder Herbst sind viel schöner für einen Stadt-Urlaub.
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