
Autor:
Knud Kohr
Weitere Reportagen
Mitte Ab durch die Mitte!
Berlinomat Design-Hain
Neu eröffnet Deutsche Hauptstadt - neu eröffnet!
Kurztrip nach Berlin Ein perfektes Wochenende
Berlin 20 Jahre nach dem Fall der Mauer Szenen-Wechsel
Legendäre Hotels weltweit Adlon verpflichtet
InsiderTipps
Haupstadt im Doppelpack
Berlin gibt sein Bestes
Autor Knud Kohr kennt seine Stadt verdammt gut. Deshalb ist er auch der Autor dieses Reiseberichts. Das wissen viele Freunde und Bekannte zu schätzen. Für diese und den Rest der Berlin-Interessierten hier zwei ultimative Touren durch die Hauptstadt der Republik: Szenig à la 80er und sexy. Garantiert ohne Sperrstunde und Bannmeile.
Tour 1:
Berlin für 80er-Jahre Nostalgiker
Tour 2:
Die Suche nach Sex
"Und nu?", rekapitulierte Didi eine in den 80ern oft gestellte Frage. "Na, watt soll sein?", fragte ich zurück. Zeit zum Abhängen. Die guten alten Absturzkneipen, die einst das Berliner Nachtleben dominierten und Namen trugen wie "Arka Noa" oder "Zum geteilten Elektriker", sind selten geworden. In der Oranienstraße 187, gleich neben dem "SO", gibt es noch eine. Sie heißt "Roses". Auch in ihrem abgeranzten, plüschig roten Inneren regiert die schwul-lesbische Szene. Die Kellner schenken nach streng sexistischen Gesichtspunkten aus: Wer ihnen gefällt, bekommt die drei- bis vierfache Menge Whisky ins Glas. Wie in all diesen Kneipen sind die Tische so niedrig, dass man zwangsweise die Füße hochlegen muss, wenn man am nächsten Tag nicht blaue Knie haben will. In dieser halb liegenden Position wachsen einem die Getränke von selbst ins Gesicht.
Als die achte Bierpulle gebracht wurde, fragte Didi: "Ob das noch geht?" Er steckte sich den Flaschenhals zwischen die Zähne. Sekunden später spuckte er mit triumphierendem Lächeln den abgebissenen Kronenkorken aus. "Jau, geht noch!" Dann sackte er zur Seite weg und begann zu schnarchen. Manche Dinge ändern sich nie.
Oder sind Sie auf der Suche nach Sex?
Dann wählen Sie Tour 2!
"Café Psst!"
Die Fahrt verlief schweigend. An der Brandenburgischen Straße 73 vor dem "Café Psst!" (Montag bis Freitag 16 bis 3 Uhr, Samstag 20 bis 3 Uhr), Berlins bekanntestem Bordell, ließ ich ihn rechts ranfahren. Um sicher zu stellen, dass er nicht wieder kniff, packte ich ihn am Revers, während ich klingelte. Die Besitzerin Felicitas Weigmann, eine rothaarige 43-Jährige mit reichlich Talk-Show-Erfahrung, öffnete selbst. Das "Pssst!" - nach einem Gerichtsurteil vom 2. Dezember 2000 Deutschland erstes legales Bordell - besteht aus einer kleinen Bar, die als Kontakthof dient. Dahinter geht es in mehrere Wohnungen, die als sauberes, liebevolles Ikea-Idyll eingerichtet sind. Nahezu jedes Zimmer verfügt über eigene Dusche und bei den Getränken wird nicht geneppt: Der Kaffee kostet 2,50, die Flasche Champagner 70 Euro. Definitiv kein Animierschuppen. "Eine Stunde mit einer der Frauen kostet 100 Euro", klärte Frau Weigmann mittlerweile meinen Onkel auf. "Dafür ist alles inklusive. Wenn der Raum mit dem Whirlpool gerade frei ist, kann man auch dahin gehen."
"Na denn, höhö ...", stammelte Onkel Günter. "Ich meine: höhö ..."
Aber diesmal gab's für Onkel Günter kein Entweichen. Ich zündete mir eine Zigarette an und wartete beim Auto. Und bedauerte, dass der Mietvertrag fürs "Pssst!" zum Jahresende ausläuft ...
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos


Kommentar hinzufügen