
Autor:
Jessica Latsch
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Achtung, Trendsetter: Im Kreativ-Kaufhaus Berlinomat gibt es flippige Mode, originelle Accessoires und tolle Möbel zu annehmbaren Preisen - alles garantiert made in Berlin!
Als die Berliner Band Wir sind Helden (Album: "Die Reklamation") bei der Echoverleihung 2004 gleich vier Preise entgegennehmen durfte, wollte sie dem Publikum nicht nur musikalisch etwas bieten: Auch outfitmäßig wollten die selbst ernannten Punkpopper für Furore sorgen. Fündig wurden die vier Shootingstars aber nicht in Prêt-à-porter-Boutiquen im Nobelviertel Charlottenburg, sondern in Friedrichshain im tiefsten Osten der Hauptstadt: Im Berlinomat, der Ende letzten Jahres eröffnete, deckten sich die "Helden" komplett mit ausgefallenen Klamotten ein und waren so die Hingucker der Preisverleihung. Der Clou: Alle Teile, die man in dem Kaufhaus erstehen kann, stammen von Berliner Künstlern und sind auch noch bezahlbar.
Die Frankfurter Allee, vor der Wende sozialistische Prachtmeile, bietet das passende Umfeld für den Berlinomat. Wo einst Genossinnen und Genossen in für damalige Verhältnisse modernst ausgestatteten Wohneinheiten untergebracht waren, schießen heute originelle Shops und flippige Bars wie Pilze aus dem Boden. Auch für Jörg Wichmann (33) war von Anfang an klar, dass der Traum, den er sich mit der Eröffnung des Berlinomat erfüllte, nur jenseits der einstigen Mauer stattfinden konnte. Erstens "sind die Mieten günstiger als im Westen", zweitens ist Wichmann selbst Ostberliner und absoluter Lokalpatriot. Dieser Umstand spiegelt sich auch in zahlreichen feilgebotenen Produkten wider: Für Orientierungslose gibt es das Hemd im Stadtplan-Berlin-Design von Urban Speed, dem Mauerfall wird auf Pullis mit Brandenburger-Tor-Stickerei von Icke Berlin gehuldigt. Von der geschmacklosen Trabi-Nostalgie, die nach 1989 unkontrolliert in den Westen schwappte, bleiben Kunden des Gemischtwarenladens glücklicherweise verschont.
Gemeinsam mit Lebensgefährtin Theresa Meirer (28) präsentiert der gelernte Kaufmann Wichmann auf fast 300 Quadratmeter Ladenfläche Mode, Schmuck, Accessoires und Möbel von über 100 Hauptstadt-Künstlern wie Moodul, Wunschforscher oder Honey Lulu. Obwohl das Paar seine eigene Modefirma Hotinaf hat, sollte das Geschäft kein Monolabelstore werden, sondern "ein buntes Abbild von Berliner Design abgeben".
"Bunt" erscheint beim Bummel durch den lichtdurchfluteten Laden mit den riesigen Glasschaufenstern als der richtige Ausdruck. Wie wäre es zum Beispiel mit einer quietschgrünen Stehlampe von Monoform oder den knalligen Tetra-Pak-Handtaschen aus ehemaligen Milchtüten von S. U. S.? Sehr beliebt auch die wild gemusterten Seventies-Tapeten von Extratapete - Pop-Art, willkommen zurück! Alle Produkte sind in dem konsequent in Schneeweiß gehaltenen Laden wie Kunstwerke arrangiert und von Halogenstrahlern ins rechte Licht gerückt. Wer keine 1.200 Euro für das Klettregal mit individuell verstellbaren Böden von Wibke Isenberg übrig hat, findet im Berlinomat auch günstigere Kreationen. Die Ringe, die mit einer umfunktionierten Schreibmaschinentaste verziert sind, kosten nur 10 Euro. T-Shirts sind ab 20 Euro zu haben. "Die Produkte sollen innovativ, alltagstauglich und erschwinglich sein."
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