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Das "Adlon" gehört zu Berlin wie Currywurst oder das Brandenburger Tor. Nach der Wende erstrahlte es wieder in vollem Glanz – und ist heute exklusiver denn je.
Es war ein echter Prinz, der den Mythos von Berlins berühmtestem Hotel kurz, aber treffend in Worte fasste: „Wer das ,Adlon‘ nicht kennt, kennt Deutschland nicht.“ An den Besuch jenes Maharadschas von Patiala in den 1920er Jahren hat man sich damals gern erinnert, denn bei seiner Abreise verteilte der indische Premiumgast geradezu sagenhafte Trinkgelder an das Personal. Doch die großzügige Geste kam nicht von ungefähr. Schon seit der Eröffnung 1907 galt im Hotel die Devise „Adlon verpflichtet“, die charmante Abwandlung des Aristokraten-Leitspruchs „Noblesse oblige“ (Adel verpflichtet).
Dass es sich beim Gründer des Hotels um den Sohn eines Mainzer Schuhmachers und einer Hebamme handelte, ist ungewöhnlich. Doch der gelernte Tischler Lorenz Adlon war ein Visionär: Er träumte davon, sich mit dem feinsten Grandhotel seiner Ära ein Denkmal zu setzen. Nach 25 Jahren harter Arbeit in der Gastronomie kaufte der 56-jährige Selfmademan 1905 das Grundstück zwischen Unter den Linden und Behrenstraße. In der Rekordzeit von nur zwei Jahren bauten die Architekten Carl Gause und Robert Leibnitz das „Adlon“ – für die damals unvorstellbare Summe von 17 Millionen Goldmark (das wären in heutiger Währung etwa 350 Millionen Euro!). Doch die Investition lohnte sich: Nach der Eröffnung durch Kaiser Wilhelm II. wurde das Hotel schnell zu einer Institution für die Elite – mit modernsten Annehmlichkeiten.
So gab es beispielsweise, für jene Zeit einzigartig, Telefon, beheizbare Handtuchhalter und fließendes Warmwasser auf allen 140 Zimmern und Suiten. Nicht zu vergessen fünf Lifte für die Gäste, eine Staubsauganlage aus Amerika, Geschirrspül-, Wasch- und Trockenmaschinen, elektrische Beleuchtung, das perfekte Klima im legendären Weinkeller des Hoteliers und so weiter. Zwischen solch technischen Finessen sowie feinstem Marmor, edelsten Stoffen und zahllosen Kunstgegenständen fühlte sich der Kaiser sichtlich wohl. Sein liebenswert-ehrliches Lob: „In Ihrem Haus gibt es einfach alles.“
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