
Autor:
Knud Kohr
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Die deutsche Hauptstadt ist ein schnell rotierender Stern. Was gestern in war, ist heute out. Unser Reporter Knud Kohr hat einmal nachgeschaut, was gerade angesagt ist in der Spree-Kapitale.
„Moskau, Moskau, werft die Gläser an die Wand …“ DJ Wladimir Kaminer, wohnhaft in Berlin, geboren in Moskau und tagsüber einer der bestverkaufenden Schriftsteller in Deutschland, hat sich entschlossen, die Stimmung eskalieren zu lassen.
Dutzende Hände werden gegen die niedrige Decke gehoben, manch eine landet beim Zurückziehen an Stellen, wo sie gar nicht hingehört. Jeder zweite Schritt lässt mich mit einem Kleiderständer kollidieren. Manchmal auch mit einem Mann, der durch verschärften Wodkamissbrauch kaum mehr von einem Kleiderständer zu unterscheiden ist. Fotograf Thomas Linkel tobt umher, als wolle er gleich seine Kamera an die Wand werfen.
Es ist 2.40 Uhr sonntags in der „Russendisko“ im „Kaffee Burger“, einen Steinwurf vom Alexanderplatz weg. Zwischen uns beiden tanzt mit wilden Sprüngen blond und fragil Olga Urusova. Auch sie kam in Russlands Hauptstadt zur Welt. Dorthin zurück will sie nicht. Olga ist eine von denen, die uns verraten haben, warum Berlin die Stadt ihrer Träume ist.
Jüngst schien Berlin ein wenig von seiner Anziehungskraft verloren zu haben. Nachdem die Stadt für zwei, drei irre Jahre nach dem Mauerfall der aufregendste Ort der Welt war, gingen Politiker, Planer und Architekten ans Werk. Mehr als ein Jahrzehnt verschwand Berlins kaputter Charme hinter Bauzäunen. Danach war es voller neuer Regierungsbauten und Shoppingmalls – Beton, Glas und Metall. Plötzlich wirkte Deutschlands Hauptstadt gebändigt. Fast hübsch.
Doch das hat Berlin sich noch nie gefallen lassen. Rund um den seriösen Kern wucherten neue Szenen. Friedrichshain und Prenzlauer Berg ließen sich nicht domestizieren. Und ausgerechnet an der Schnittstelle des unmodern gewordenen Kreuzberg und des berüchtigten Neukölln erwuchs „Kreuzkölln“ als neuer Schrittmacher des Nachtlebens. Außerdem blieb die Stadt immer billig, so dass der Zufluss an Menschen aus aller Welt niemals abriss: Künstler und Geschäftsleute oder Leute, die einfach irgendwie hier hängen blieben.
Als wir zum ersten Mal mit Olga in Prenzlauer Berg verabredet sind, übersehen wir sie zunächst. Die kleine, schmale Frau mit den langen blonden Haaren verschwindet fast hinter den Kleiderständern des extrem angesagten Modeladens „redspective“ in der Rosa-Luxemburg-Straße. In einem kargen, weißen Raum mit rotem Linoleumboden stellen angesagte Untergrund-Designer aus Osteuropa ihre Kleider aus. Nebenan, hinter einem Vorhang, hängen Gemälde an den Wänden. „Nuclear Council Table Talk“ heißt eines von ihnen. Drei grüne Männchen mit Gasmasken wirken darauf deutlich verärgert, bei der Arbeit betrachtet zu werden.
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Timo Schneider (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 5 Wochen:
Ich bin begeisterter Berlin-Besucher. Jedesmal staun ich, wie Berlin sich in der Zeit nach dem Mauerfall verändert hat. Ich finde es auch sehr toll, dass man in Berlin trotzdem noch von den alten Zeit mitbekommen kann und die Geschichte so weiterleben kann. Ich hatte letzes mal was von einem Trabi-Safari gelesen bei Lesezirkel. Da wird man mit Trabis durch Berlin gefahren, die bekannten Stellen wo mal die Mauer stand werden einem da gezeigt. Klar, man erfährt auch gleich wo jetzt neue tolle Kneipen oder Cafes sind und viele anderen tolle Informationen.
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