
Autor:
Philip Koschel
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Exotische Küche Eine harte Nuss
Finanzkrise hin, Finanzkrise her. Es gibt sie noch, die Leute, die sich den ultimativen Luxus gönnen. Unser Reporter durfte diese ebenso illustre wie außergewöhnliche Reise mitmachen. Mit Limousinenservice, VIP-Check-in und Privatjet. Lesen Sie seinen Bericht über himmlischen Genuss...
Noch einen Champagner, Herr Koschel? Oder lieber einen Brandy, 17 Jahre alt? Oder möchten Sie vielleicht einfach beides einmal kosten?“, fragt Steward Matthias Traub. Der Steward ist stets gut gelaunt, Typ Modellathlet. „Herr Koschel, darf ich Ihnen dann auch gleich den Recaro-Sitz erklären? Die Sitze sind extra für uns entworfen worden, Sie werden wie auf Wolke Sieben schlafen!“
Surrend verwandelt sich der mit feinem Leder überzogene Sitz in eine gemütliche Liegefläche, gekrönt durch ein weiß bezogenes Kopfkissen. Ich teste kurz mein Nachtlager. Komfortabel! Selbst mit ausgestreckten Beinen berühre ich die Rückenlehne meines Vordermanns nicht.
„Als ich das letzte Mal geschlafen habe, war ich mit dem Mountainbike auf Kuba unterwegs“, erzähle ich meiner Sitznachbarin auf dem Fensterplatz 14a. „Auf Kuba traf ich Albero Huandez, Direktor einer staatlichen kubanischen Universität. Er meinte: Zwei Wochen kann ich meine Familie ernähren, den Rest des Monats muss ich erfinderisch sein. Ich schnorre mich durch, um bei Reis mit Bohnen irgendwie meiner Familie das Überleben zu sichern.“ Meine Sitznachbarin Frau Beck ist pensionierte Hautärztin.
Ihr mit Swarovski-Kristallen besetztes Designer-Top funkelt mit ihrer Brillanten-Rolex und der Abendsonne um die Wette.
Ich habe mein Rad gern gegen Sitz 14b im Privatjet „Albert Ballin“ getauscht, so heißt die Boeing 737 von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Alles, was teuer und luxuriös ist, gehört zur Grundausstattung. Ebenso eine erlesene Crew: ein Bordarzt, ein Koch, charmante Reiseleiter und Lektoren, die sonst als Reiseführerautoren arbeiten. Mit anderen Worten: Auf fünf Gäste kommt ein Crewmitglied.
„Unter uns zieht Dubais künstliche Insel The Palm vorbei“, bemerkt Frau Beck noch euphorisiert, als ich zwischen Himmel und Erde auf feinem Leder in die Tiefschlafphase gleite.
Über Hongkong wache ich wieder auf. Wir tauchen durch die Wolken in ein Lichtermeer, das sich über viele kleine, mit Wolkenkratzern gespickte Inseln verteilt. Unsere Boeing kommt kurz vor dem VIP-Terminal sanft zum Stehen.
Drei Schritte später haben wir die chinesischen Sicherheitskontrollen bereits passiert. Der Check der schönen und reichen Chinesen beschränkt sich auf ein Willkommenslächeln und darauf, an einer Infrarotkamera vorbeizulaufen.
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