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Matthias Mangold veranstaltet in der Südpfalz sinnliche Weinseminare für Genießer - auf dem eigenen Gut, mitten im Weinberg und natürlich im Keller.
Nase, leicht mineralisch, trocken. Klar - ein Riesling! Volltreffer. Der erste Test bei der Blindverkostung mit Degustationsmenü im Hause Mangold wäre gut überstanden. Reines Anfängerglück, wie sich später herausstellt. Auf den feinen Tropfen von Theo Minges folgen an diesem Freitagabend nämlich noch elf weitere. Ebenso wenig war mir bewusst, dass unser kleiner Kreis aus sechs Weininteressierten keineswegs aus gleich Gesinnten besteht. Eigentlich könnte man ja vermuten, solche Seminare würden vor allem von Amateuren wie mir besucht. Die schon mal ein bisschen im Chianti und in Südtirol rumprobiert, auch Gefallen am Frankenwein gefunden haben und jetzt gerade dabei sind, sich langsam an die Franzosen ranzuwagen. Weit gefehlt!
Die anderen Teilnehmer des Kurses spielen, was das Weinwissen betrifft, eher in der Ober- als in der Kreisliga. Die 30-jährige Florence Scheler und ihr Lebensgefährte Stephan Paxmann etwa, die in Frankfurt einen Champagner-Fachhandel betreiben. Doch man nimmt Rücksicht auf Hobby-Vinophile wie mich. Während des Wochenendseminars wird nicht gefachsimpelt, sondern Weinbau, Herstellung und Genuss von A bis Z erklärt. Am ersten Abend bei Tisch, am folgenden Tag in Weinberg und -keller, sozusagen am lebenden Objekt. "Wir wollen den Gästen vermitteln, was ihnen schmeckt und warum", erklärt Matthias Mangold, Leiter des Unternehmens Genusstur, das er in der Südpfalz gegründet hat. Der 43-Jährige mit den Lachfältchen und der Nickelbrille war früher als Journalist tätig und hatte irgendwann genug. Vor zwei Jahren kaufte er kurzerhand die alte Venninger Schule, ein bildschönes, 100 Jahre altes Fachwerkhaus, um dort seine Weinleidenschaft zum Beruf zu machen. Dort finden seine Genießerseminare statt, in einem mit viel Händchen renovierten, grob verputzten Raum mit freigelegten Holzbalken, Parkett, einem großen Toskana-Tisch und allerlei gekonnt drapierten Wein-Utensilien.
Wie wichtig Matthias das sinnliche Erlebnis seiner Gäste ist, merkt man spätestens am Vier-Gänge-Menü, das am stilvoll in Weiß gedeckten Tisch serviert wird. Bei Kerzenlicht naschen wir vom kräftig duftenden Parmesan-Carpaccio mit Olivenöl und Rosmarin. Nach dem bunten Salat mit knallgelben Ringelblumen gibt es mit frischen Kräutern und Butter abgeschmeckte Ravioli. Highlight ist das delikate, in Zitronenmilch gegarte Huhn mit Salbei. Dazu Birkweiler Kastanienbusch Riesling Kabinett trocken vom Weingut Dr. Wehrheim - ein Gedicht.
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