Einst schwer romantisch, heute schwer aktiv. Das Felsenreich im Osten Sachsens ist ein Hot-Spot für Kletterer, Wanderer und Biker. Das breite Band der Elbe zieht Wassersportler an.
Am schlimmsten sind die Stimmen. Gespenstisch. Müssen unendlich weit weg sein. Steigen ganz dünn zu mir herauf. Auf demselben Weg, den ich gleich hinunter muss. Über sechzig Meter senkrecht in die Tiefe. Und was rufen sie? "Seil frei!" Ja, Seil frei, so kann man’s auch ausdrücken. Warum sagen sie denn nicht ehrlich: "DU BIST DRAN!" Das ist es doch, was sie meinen. "DU BIST DRAN!"
Ort des Abenteuers? Die Schrammsteinbaude. Ein Kletterrevier im Elbsandsteingebirge nahe Bad Schandau, rund fünfzig Kilometer südöstlich von Dresden. In der berühmten Felsenwelt ragen zerfurchte Wände auf und türmen sich dicke Säulen, aufgeplustert wie Michelin-Männchen. Vereinzelt sieht man auch Stelen, so dünn und zerbrechlich, als würden sie jeden Augenblick einknicken. Ein bizarres Reich aus grauem Fels und grünem Laub. Und steilen Abgründen.
Angeleitet von unserem Kletterführer Bernd, Anfang dreißig und eine sächsische Frohnatur, machen wir unsere ersten Gehversuche in der Senkrechten. Bernd ist Mitglied der Bergwacht Sachsen und Allround-Klettermax. Auf den meisten Gipfeln hier stand er schon und auf über achtzig 4000ern in den Alpen.
Auf dem Programm heute: Abseilen aus Hochhaus-Höhe. Welcher Teufel hat mich nur geritten, dass ich mich in dieses Abenteuer stürze. Stürzen! Ich darf das Wort nicht einmal denken! Mit wackligen Knien steige ich in den Klettergurt, Bernd verknotet daran das Seil. Nun kann’s abwärts gehen. Fünf Meter vor mir bricht der Fels ab, ein paar Schritte nur, ich kann den Abgrund nicht sehen, aber – ich spüre ihn ...
Ein letzter Blick noch nach Südwesten ans linke Elbufer. Dort wogt ein grünes Meer aus Hügeln und Kuppen, aus dem sich wuchtig die massiven Blöcke der Tafelberge erheben. Bilder aus Western von Howard Hawks oder John Ford kommen mir in den Sinn. Ein Hauch von Wildwest-Feeling liegt in der Luft – nur eine Nummer kleiner. Dafür in echt anstatt in Cinemascope. Deutschlands berühmtester Cowboy wurden denn auch nicht weit von hier geboren: Karl May, 1842 in Radebeul.
Seit rund zwei Jahrhunderten gilt das Elbsandsteingebirge als Highlight unter den deutschen Mittelgebirgen. Um 1780 gaben ihm, so erzählt man sich, zwei Schweizer Maler, die an der Dresdner Kunstakademie tätig waren, den marketingträchtigen Namen Sächsische Schweiz. 1801 erschien der erste „Wegweiser durch die Sächsische Schweiz“. Vor allem die Romantiker des 19. Jahrhunderts wie etwa der Maler Caspar David Friedrich machten das Naturwunder über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Auch der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen durchstreifte die Schweiz im Osten Deutschlands, im Jahr 1831. Eisenbahn und Dampfschifffahrt brachten einen weiteren Schub, und es entstanden Gastwirtschaften und Hotels. Das Elbsandsteingebirge mauserte sich zu einem beliebten Urlaubsziel.
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Stadtporträt Dresden
jessica harazim sagte vor 1 Jahr 43 Wochen:
Danke für den Hinweis, das haben wir sofort in den Bildnachweis eingebaut. Aber wir haben es dort ja bereits erwähnt: „Diese Seite befindet sich ständig in Bearbeitung und kann noch unvollständig sein. Wir bitten um Ihr Verständnis.“
Beste Grüße aus der Redaktion
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Sabine (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 43 Wochen:
Wenn man schon die Fotos vom Tourismusverband Sächsische Schweiz verwendet, wäre eine Erwähnung oder ein Link zu www.saechsische-schweiz.de doch das Mindeste.
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