
Autor:
Thomas Linkel
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Inselhüpfen in der Ostsee: Fehmarn
Traumbrise und Siloklettern
Fehmarn ist die größte Insel Schlewig-Hosteins. An ihrer Küste wechseln Sandstrände ab mit Nehrungen und Schilfstreifen, der Osten wird von Steilküste geprägt. Gehen Sie auf Erkundung mit unserem Reisebericht.
"Wie lange wollen Sie fliegen?“ Der ältere Herr mit Bäuchlein und goldumrandeter Sonnenbrille weiß es genau: „Nicht so lange, ich bin schließlich auf Erholungsreise!“
Kein Problem für Nicole und Frank Skerra, die Rundflüge anbieten. Eine halbe Stunde später steigt der Herr mit rosigen Bäckchen wieder aus der kleinen Cessna.
„Sonneninsel“ nennt sich Fehmarn, weil die Sonne angeblich länger scheint als irgendwo sonst an der Ostsee. Strände, um diesen Vorzug zu genießen, gibt es genug.
Die Getreidesilos in Burgstaaken sehen von unten bedeutend höher aus, als sie mir aus der Luft erschienen, aber jetzt nicht Bange machen lassen! Mit feuchten Händen noch einmal den Klettergurt überprüft und dann ab in die Route „Saturn“, immerhin Schwierigkeitsgrad 5 +.
40 Höhenmeter später schmerzen die Muskeln. Erst beim Abseilen kann man den Blick über Insel, Hafen und die drei veritablen Hochhäuser der IFA-Ferienanlage schweifen lassen.
Im Schatten dieser in den 60er Jahren vom dänischen Designpapst Arne Jacobsen konzipierten Häuser sitzt Rettungsschwimmer Markus Berger. „Das ist mein Strand. Woanders geh’ ich nicht hin!“, meint er. Seit nunmehr 37 Jahren kommt der Dortmunder jeden Sommer an den „Südstrand“.
Nicht sehr weit entfernt, in einem Schaufenster in Burgstaaken, stehen die coolen Taschen von Segelmacher Lars. Gestrandet war der junge Lars mit seinem Segelboot vor 25 Jahren an Fehmarns Küste. Und blieb. Ins Internet hat er Videos von halsbrecherischen Fahrten mit seinem Katamaran gestellt. Schließlich gibt es kein besseres Segel- und Kiterevier in Deutschland.
Die Zeit bis zum nächsten Starkwind kann man, wenn man mag, in Deutschlands größtem Haibecken zusammen mit „Sharkline“, einer dreieinhalb Meter langen Sandtigerhaidame, verbringen, 200 Kilo Muskeln und ein furchterregendes Gebiss. Die Besucher gruseln sich hinter dicken Glaswänden.
Am frühen Abend frischt der Wind auf. Eine Prozession aus Surfern zieht zum Strand Grüner Brink. Während auf dem Meer Schaumkronen tanzen, entladen in Neopren verpackte Gestalten bunte Segel, Boards und Kites auf feinem, weißem Sand. Einer rauscht besonders rasant vorbei, Lars natürlich, mit breitem Grinsen.
Folgen Sie unserem Autor auch auf die Inseln Hiddensee, Usedom und Rügen
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