Im Rahmen von Recherchen zum Thema „Urlauber-Abzocke mit Anlagebetrügereien” vor Beginn des Reisesommers ist unser Autor auf eine ganz neue Masche gestoßen. Eine Rolle spielen dabei die CDs mit den Kontodaten deutscher Steuersünder. Durch Depotmissbrauch gefährdet sind arglose Touristen - und Steuerflüchtlinge.
Kennen Sie Dr. O.*? Der Mann in den besten Jahren, selbstsicher und eloquent, ist gern gesehener Gast in Mallorcas teuersten Restaurants. Begeistert erzählt er Urlaubsbekanntschaften von seinen Plänen, die Medizintechnik zu revolutionieren. Die Herrschaften sind ganz Ohr, auf dem Golfplatz und später bei Wein und einem Fünf-Gänge-Menü im Gourmetlokal.
„Die Patente liegen alle bei meiner Aktiengesellschaft. Und Sie können sich daran beteiligen“, lautet die verlockende Offerte des Dr. O. Viele lassen sich die einmalige Chance nicht entgehen und greifen zu. Handschlag und „Prost!“. Der Kater kommt, wenn Konto- und Depotdaten übermittelt sind: Denn statt der erhofften Aktien erhält der Anleger lediglich ein Fax – komplett wertlos für sein Depot.
Bei solchen „Urlaubsberichten“ schlägt Anja Engelland von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht(BaFin) nur die Hände über dem Kopf zusammen. „Teilen Sie vermeintlichen Anlageberatern oder Vermittlern niemals Ihre Bankdaten mit, und übermitteln Sie auch keine Wertpapierabrechnungen oder sonstige Depotunterlagen“, lautet ihr Rat. Seit knapp zwei Jahren gehen bei der Ba-Fin verstärkt Meldungen von Banken über sogenannten Depotmissbrauch ein: Unbefugte versuchen, für fremde Depots Wertpapiergeschäfte in Auftrag zu geben.
„Ganz besonders vorsichtig sollten Anleger bei Titeln sein, die als Pennystocks Kurse im Centbereich aufweisen, nur in geringer Stückzahlgehandelt oder gar ganz ohne Umsatznotiert werden“, so BaFin-Expertin Engelland. Von einer ähnlichen Masche berichtet ein Frankfurter Börsenmakler.
Der Ablauf gleiche sich seit Jahren:„Eine Schweizer Firma beantragt für eine Aktiengesellschaft aus Kanada das Listing. Der Prospekt für die Zulassung sieht schon auf den ersten Blick recht mager aus. Dann sucht eine Partnerfirma aus Bad Vilbel einen offiziellen Skontroführer, der sich verpflichtet, An- und Verkaufskurse zu stellen – und schon steht die Basis für eine lukrative Abzocke!“ Nun geben die dunklen Hintermänner, die alle Aktien der AG besitzen, Kauforders durch. Der arglose Makler stellt sogenannte Geldkurse. Da die Briefseite fehlt, es also niemanden gibt, der die Aktie zum Verkauf stellt, kommt kein Geschäft zustande.
Doch die Börsenhaie haben, was sie wollen: einen offiziellen Kurs, den sie nun Tag für Tag etwas höher treiben. Wenn die Notierung enorm gestiegen ist, holen sie schließlich aus zum großen Schlag: Gutgläubige Anleger werden über asiatische Call-Center zum Kauf animiert.
Den kompletten Artikel mit weiteren Informationen und detaillierten Angaben finden Sie im aktuellen Heft 3_2011, das im Bahnhofsbuchhandel, am gut sortierten Kiosk oder in unserem Online-Shop zu haben ist
* Name von der Redaktion geändert
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fernweh
Manfred Kupper (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 11 Wochen:
Interessanter Beitrag,
das ist ja ein Reisenskandal, was die mit den illegalen Daten Ilegaler mache. Frag mich nur, weshlab man darüber in anderern Zeitungen noch nie was gelesen hat!
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