
Thomas Schmidt
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Die Seefahrt hat der Menschheit die Zivilisation beschert. Mit allen Wenns und Abers. Trotzdem gibt es keine Alternative zu dieser Tatsache.
Obwohl Wasser keine Balken hat, machten wir uns über Wasserwege oder -straßen (eigentlich ein Paradoxon) reisend die Erde untertan. Und voller Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten steckt auch die Verbreitung des Menschlich-Allzumenschlichen auf diesem Blauen Planeten. Die Durchdringung mit Zivilisation, die in erster Linie über die Weltmeere mehr passierte als geschah, kennt, je nach Lesart, komischere oder tragischere Momente. Gewiss ist nur, dass von dem Zeitpunkt an, als unsere Ahnen ein erstes Holzfloß zu Wasser ließen, die Globalisierung ihren Anfang nahm. Eingefleischte Kreuzfahrer kennen das schmeichlerische Antlitz beziehungsweise das bisweilen verwirrende Angesicht unseres inzwischen multikulturellen Globus aus dem Effeff. Würde denn nicht beispielsweise jedermann, ohne groß nachzudenken, annehmen, dass Kartoffelgerichte typisch deutsch seien und die Angewohnheit, Tee zu schlürfen, angelsächsisch? Trugschlüsse: Die Erdknolle stammt aus der Neuen Welt und das heiße Getränk aus China …
Alles, was wir heute im weiten Rund der vielfältigen Welt sichten, ordnen und zuordnen, hat seinen Ursprung in wirtschaftlichen Zwängen und technischen Notwendigkeiten, die wir häufiger als Fortschritt bezeichnen denn als Unfall des biologischen Wesens Mensch. Deshalb wohl, weil regelmäßige Handelsbeziehungen über große Entfernungen in dem von uns definierten zivilisatorischen Prozess eine wichtige Rolle spielen. Dieser wiederum rechtfertigt unser mitunter einfältiges Tun beim Selbstexport unserer Spezies in alle Himmelsrichtungen.

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