Sie wollen Romantik? Das herbstliche Elsass genießen? Und Sie wollen dabei sehr oft sehr gut essen und trinken? Dann folgen Sie dem Reporter dieses Gourmetberichts.
Die fahle Herbstsonne spielt mit der Landschaft, zeichnet Hügel und Täler mit Schatten weich. Weinlaub leuchtet matt. Deshalb zuckle ich nur über die Landstraße, halte auf einem Dorfplatz, genieße auf einer Bank an einer Kreuzung die milde Wärme, die Aussicht von einer Höhe und erreiche Colmar ziemlich spät. Das Hotel „Le Maréchal“ ist ein Fachwerkhaus mit spitzen Giebeln und leuchtenden Geranien auf den Fensterbänken. Alte Eichenbalken teilen mein Zimmer mit Baldachinbett und Whirlpool im modernen Badezimmer. Nun muss alles sehr schnell gehen. Ich stelle mein Gepäck ab und bin schon wieder vor dem Hotel, denn für 20 Uhr habe ich einen Tisch bei Jean-Yves Schillinger reserviert. Er gilt als einer der talentiertesten Köche des Elsass.
Helles, modernes Interieur hinter sorgsam restaurierter Fachwerkfassade am Flüsschen Lauch, die attraktiven Servicedamen des „JY’S “ sind aufmerksam und unkompliziert. Ein trockener Sherry, die Beine unter den Tisch gestreckt und die Hektik ist schon wieder vergessen. Foie gras mit Thunfisch und Mango Chutney hört sich interessant an. Es wird auf einer Glasplatte serviert, das Dressing kommt aus einer Art Tube, auf die man drückt, dazu eine Linie aus grobkörnigem Meersalz und Pink Pepper.
Das Aroma der Gänsestopfleber harmoniert wunderbar mit dem Thunfisch, das Dressing habe ich darübergeträufelt und dippe meine Happen in die Salz-Pfeffer-Kombination. Dazu ein Pinot Gris aus der Region. Danach – zu Seebarsch, Speck, Kaviar und Steinpilzen – wähle ich einen Silvaner 2005 von Faller und Faller. Ein Schokoladendessert, dazu ein öliger, schwerer Muscat, bildet den Abschluss.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos -

Das Vermächtnis des Dalai Lama
mehr Infos


Schlemmertour
peter_pfaender sagte vor 1 Jahr 50 Wochen:
Na, klingt da nicht etwas Wehmut mit? Dafür machen sich in heimischen Breiten die Chillout Lounges, Muffins, Info Points, Coffee to go, Nordic Walking Trails und so weiter breit. Da würde der Kaiser ganz schön dumm aus seinem Outfit gucken und schnell dem Bismarck eine Message SMSen.
Diesen Beitrag melden!
Silverpiano sagte vor 1 Jahr 50 Wochen:
Ohne Imperialist sein zu wollen: Bei den aktuellen Beiträgen hat man ja manchmal das herrlich berauschende Gefühl, sich gar nicht aus Deutschland wegbewegt zu haben. Wir wandern nicht nur in Mariental, Maltahöhe, in der Kaiser-Wilhelm-Straße und anderen Orten (Namibia) herum, sondern suchen auch noch Rappoltsweiler, Baerenthal oder Dimbsthal (alle in Frankreich) auf. Kommt da nicht bei dem einen oder anderen Nostalgie auf? So nach dem Motto: Früher waren wir noch wer! Was war das doch schön zu Kaisers Zeiten!
Trotzdem: Beides sind Super-Reportagen - egal, ob Elsass oder Namibia. Kann nur sagen: Mit abenteuer und reisen fühlt man sich auf der ganzen Welt zu Hause. Und dies ganz ohne kolonialistische Hintergedanken.
Diesen Beitrag melden!
Kommentar hinzufügen