Durch die neuen Trendviertel von Paris

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Ein Paradies für Flaneure

Mondäne Pracht und Eleganz. Paris ist ein Gesamtkunstwerk aus grandioser Architektur, pulsierendem Leben, kreativem Schaffen und feinster Küche. Unser Reporter ließ sich durch Trendviertel wie Ménilmontant, Belleville und SoPi (South of Pigalle), aber auch über die großen Boulevards treiben. Folgen Sie seinem Reisebericht.

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Da stand sie, die schöne Amélie. Das silberne Tablett mit den Kaffeetassen balancierte sie leichthändig. Blickte uns mit dunklen Mandelaugen unter dem frechen Pony in die Seele. Im hübschen „Café des 2 Moulins“ in Montmartre wurde „Die fabelhafte Welt der Amélie“ gedreht.

Der weltreisende Gartenzwerg hat seinen Platz neben dem Filmplakat gefunden. Am blank polierten Tresen lehnen die Männer fast wie im Film. Zeitung lesend, Café noir oder ein Gläschen Weißen schlürfend, mit dem Barmann scherzend. Fast möchte man meinen, die Dreharbeiten seien nie beendet worden. Die märchenhafte Geschichte der Amélie Poulain zeigte das Lebensgefühl einer neuen Pariser Generation.

Dort, wo sich am Boulevard de Clichy unterhalb des Hügels von Montmartre 18. und 9. Arrondissement die Hand reichen, hat Paris von jeher den Reiz des Anrüchigen. In den Bars und Etablissements rund um die Place Pigalle tummelten sich schon vor 150, 200 Jahren elegante Damen und leichte Mädchen. Das verruchte, künstlerisch angehauchte Flair spürt man bis heute.

Nach langer Durststrecke ist das Viertel mittlerweile so hip geworden, dass es sogar einen eigenen Namen hat: SoPi. Klingt cool nach New York und steht für South of Pigalle. Flippige Cafés, Läden und stylige Hotels wie das „Amour“, eine Edelherberge im charmanten Bordellstil, haben hier eröffnet: Die Zimmer sind schwarz gestrichen, Glitzerkugeln hängen an der Decke und der Aufzug ist so eng, dass man sich fast von allein in die Arme fällt.

An manchen Stellen der Rue des Martyrs schwebt die Kuppel der Sacré-Cœur wie eine Erscheinung zwischen den hellbeigefarbenen Häuserreihen. Aus Feinkostgeschäften duftet es nach Fisch, Käse und frischen Backwaren. Sonntags bilden sich Schlangen vor der Feinbäckerei Delmontel und der gegenüberliegenden Rose Bakery. Mit etwas Geduld bekommt man immer einen Platz in der engen anglofranzösischen Bäckerei mit ökologisch korrekter Speisekarte. Modedesigner Jean-Paul Gaultier soll dort gelegentlich zum Frühstück vorbeischauen.

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Diesen Artikel lesen in Ausgabe 5/2010
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