InsiderTipps
Keine Frage, die ideale Kombination zweier attraktiver Reiseformen ist die Gourmet-Kreuzfahrt. Für diesen Bericht nicht als Hochseevariante, sondern auf der Saône und der Rhône. Burgund kann mit 27 vom „Guide Michelin“ sternengekrönten Köchen aufwarten. Einige davon traf unser Reporter auf der „A-Rosa Luna“ zwischen Lyon, Dijon, Beaune, Tournus und Mâcon.
Wenn die schnöde Fortbewegung von A nach B zum Hochgefühl des gelassen schwebenden Gleitens wird, fühlt sich das gut an. Etwa dann, wenn man mit einem Glas guten Burgunders oder Beaujolais nach dem Diner auf dem Oberdeck ein lauschiges Plätzchen gefunden hat und durch die Abenddämmerung Richtung Chalon schippert.
Durch ein wahres Idyll führt die fast lautlose Fahrt auf der Saône. Vorbei an erdig duftenden Wäldern und Wiesen, an anmutigen Schwanenpaaren und fröhlichen Franzosen, die um ein knisterndes Lagerfeuer sitzend am Flussufer feiern. Trotz der 2.000 PS Antriebsleistung unseres schwimmenden Hotels sind keinerlei Vibrationen zu spüren – geschweige denn Motorengeräusche zu hören. So lässt sich der Fluss entspannt genießen, ohne dass man selbst als Störenfried auffällt.
Am nächsten Morgen erwartet uns bei strahlendem Sonnenschein François Prévot mit original amerikanischen Jeeps am Pier von Chalon-sur-Saône. Der Typ Willys gilt als Urvater aller Jeeps. François hat die legendären Oldtimer aus französischen Armeebeständen erstanden. „Sie wurden Ende der 50er Jahre unter Lizenz in Frankreich gebaut, waren 30 Jahre lang eingemottet und wurden kaum gefahren – ein echter Glücksfall“, kommentiert der sonnengebräunte Franzose den Fuhrpark. Mit den luftigen Cabrios wollen wir als Selbstfahrer die berühmte Weinregion Côte-d’Or – die Goldküste – rund um Beaune erkunden.
Auf holprigen Wegen erreichen wir die ersten Weinreben bei Aloxe-Corton. Dort lässt François stoppen und klappt die Windschutzscheiben komplett nach vorn, „um das ganze Jeep-Fahrgefühl voll auszukosten“. Von einer Anhöhe aus überblicken wir wenig später die gesamte Goldküste vor der weiten Flussebene. Zwischen hochgeschossenen Trieben der Pinot-Noir-Reben glitzert in der Ferne der markante Kirchturm des Weindorfs Meursault im milden Gegenlicht. Kilometerweit erstrecken sich Weinberge über die sanft gewellte Hügellandschaft. Wie an einer Perlenkette reihen sich die Weindörfer der Côte de Beaune aneinander.
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