
Autor:
Klaus Bötig
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Klein, eher unbekannt und dicht vor Kleinasiens Küste gelegen ist Symi. Und Tylos kennen sogar viele Griechen nicht. Ein guter Grund, unseren Reisebericht zu lesen.
Boote brauchen ins türkische Kas keine 30 Minuten. Da liegt es nahe, dass die 200 Insulaner zum Einkaufen gern freitags auf den Wochenmarkt nach Asien fahren. Ihr eigenes Inselstädtchen, das vor dem Krieg 14.000 Einwohner zählte, ist nur noch Dorf. Viele der alten Häuser stehen zwar noch, werden aber nur im Hochsommer bewohnt, wenn die nach Australien ausgewanderten Besitzer zum Heimaturlaub kommen. Dann sind alle Tische und Stühle an der schmalen Hafenpromenade besetzt, auf der die Wirte der Ouzo-Bars den Oktopus auf einfachen Holzkohlegrills direkt vor den Fischerbooten zubereiten.
Bootsfahrt in die Mönchsrobbengrotte: eine 75 m lange Felskathedrale mit einem winzigen Eingang, den die Boote nur bei Niedrigwasser passieren können. Die Blaue Grotte von Capri ist berühmter, aber auf keinen Fall schöner. Flug von Rhodos nach Kastellorizo: Die Landung auf der 798 m kurzen Piste, die die ganze Inselbreite einnimmt, ist ein Erlebnis. Erst überblickt man den Archipel mit seinen 26 unbewohnten Inselchen - und kurz vor dem Aufsetzen glaubt man, die Felswände am Rand der Tragfläche greifen zu können.
Ausgehen!
Die paar Bars am Hafen wie "Meltemi", "Mythos" und "Aktaion Aussie Bar" sind schnell gecheckt, wenn man sehen will, ob etwas los ist. Die namenlose Bar am Hafenamt lockt zwar mit ihrem tollen Anblick von Kastellorizo by night, macht aber vor allem durch überlaute Musik auf sich aufmerksam.
Buchtenreiche Steinwüste. Die Ankunft in der schönen Hafenbucht von Symi gleicht einem Einlaufen ins vergangene Jahrhundert. Stattliche klassizistische Villen und Kapitänshäuser in zarten Pastelltönen umschließen den Fjord und klettern an seinem linken Ufer den steilen Hang empor nach Ano Symi, der Oberstadt.
Wohlstand liegt in der Luft: der aus dem 19. Jahrhundert, als die Symioten durch Bootsbau und Schwammfischerei zu Geld kamen. Und der, den heutzutage die Ausflügler aus Rhodos vielen der 2.500 Symioten bringen. Wenn die Tagesgäste mit den längst von anderswo importierten Schwämmen und Seegurken als Souvenirs wieder weg sind, wird es beschaulich und ruhig im Hafen Gialos.
Nach Ano Symi mit seinen verwinkelten Gassen und in den Badeort Pedi mit schönem Strand kommen die Tagesbesucher ohnehin nicht, geschweige denn zu den vielen Klöstern und grünen Tälern im Inselinnern. Man kann sie erwandern oder mit dem Moped ansteuern - Mietwagen werden auf Symi nicht angeboten. Der einzige Inselbus scheut die rauen Pisten.
Viel interessanter als das von allen Tagesausflüglern besuchte Kloster Panormitis ist das verlassene Kloster Metamorphosis mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert. Gleich gegenüber beginnt ein Pfad, der durch einen Kiefernwald zu Dutzenden von teilweise rekonstruierten Weinpressen aus dem 10.-17. Jahrhundert führt. Hühner gackern, Vögel zwitschern, Zikaden zirpen, Viehglocken läuten - so bezaubernd einsam kann es auch auf Symi sein!
Sogar auf Asphalt kommt man zum Kloster Roukouniotis mit 2 übereinander gebauten Kirchen. Hier lebt ein altes Viehzüchterehepaar, das Schafs- und Ziegenkäse produziert und meist auch an hungrige Wanderer verkauft. Zwischen Ende Juni und Mitte September bietet das Symi Festival eine Reihe von Konzerten, Theateraufführungen, Filmen und Ausstellungen. Programmanforderung unter Fax 0030/2241/ 07 13 86.
Für den Sundowner bei sanfter Musik setzt man sich ins "Kalistrata" an der alten Stufengasse nach Ano Symi, bis zum Sonnenaufgang geht's dann munter weiter in der "Vapori Bar" (Happy Hour 18.30-20.30 h) unten am Hafen.
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