
Autor:
Klaus Bötig
InsiderTipps
Reisebericht Kythira
Schlicht und unverbaut
Weitab von allen anderen ägäischen Inseln, aber nur 45 Fährminuten vom Peloponnes entfernt, träumt Kythira vom Ausland noch unentdeckt vor sich hin. Die meisten Sommergäste sind Griechen. Entsprechend wenig ist man auf andere Nationalitäten eingestellt. Die meisten Dörfer sind mit dem Linienbus nicht zu erreichen.
Die Griechen haben ja fast alle ihr eigenes Fahrzeug dabei und kennen sich aus - da kann man sich auch viele Wegweiser sparen. Wer sich von alledem nicht abschrecken lässt, wird das stille Kythira genießen. Seine vielen unerschlossenen und unverbauten Strände, die unmarkierten Wanderpfade, die simplen Tavernen am Straßenrand, die alten Kirchen, das urgriechische Leben - und die Stille, die über der Insel liegt: In den mehr als 40 Dörfern leben gerade einmal 3.100 Menschen.
Am schönsten ist Kythira im äußersten Inselsüden. Da thront die alte Inselhauptstadt Chora mit Häusern, die zum Teil noch aus dem 16. Jahrhundert stammen, mit kleinen Tante-Emma-Läden, 21 mittelalterlichen Kapellen und einer venezianischen Burg hoch über der Doppelbucht von Kapsali mit einem kleinen Hafen und 2 sanft geschwungenen Stränden.
Reizvoll sind auch Mylopotamos mit der alten Wassermühle und einem Wasserfall, in dessen Trog man baden kann, und das nahe dem Meer gelegene Kloster Myrtidion mit seiner wundertätigen Ikone. Die sollte man besser nicht fotografieren, denn die Küsterin hält jeden, der sie ablichtet, statt sie zu verehren, für einen ausgemachten Ikonendieb. Die Stalagmiten und Stalaktiten in der Tropfsteinhöhle Agia Sofia bei Mylopotamos sehen aus wie feurige Lava, darum lohnt der Besuch auch für Höhlenmuffel!
Auf Kythira geht man früh schlafen oder sitzt stundenlang in den Tavernen am Meer. In Agia Pelagia gibt's auch eine Disko, den "Kastro Club".
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